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Was junge Musiker beim Bandcoaching lernen können

Gemeinsam ist halt anders

BAD PYRMONT. Da sitzen die fünf jungen Leute im Eingangsbereich des Quäkerhauses und haben scheinbar die Ruhe weg, obwohl doch in wenigen Minuten ihr gemeinsamer Bandauftritt laufen soll. „Wir haben ungefähr ein halbes Jahr im Nachmittagsangebot des Humboldt-Gymnasiums gemeinsam geübt und insgesamt fünf Stücke einstudiert“, berichtet Luca Hofmann, Liedgitarrist der Band, die sich extra für diese Aufführung an diesem Sonntag den Bandnamen „Pasta al dente“ gab.

veröffentlicht am 08.08.2017 um 19:40 Uhr

Ein Bandcoaching, das sich auszahlte: Fünf Pyrmonter Jungmusiker bewiesen ihr Können; (von links) Fabian Steinmetz, Lucas Hofmann, Lucas Kreß, Saskia Hoppe und Jasper Fidorra. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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Es werde schon alles klappen, ist er sich sicher. Sie mögen halt italienische Kost, daher wohl die Namensgebung, wie von den anderen Bandmitgliedern zu hören ist. Das sind Lucas Kress, wie der andere Lucas zupft auch er Gitarrensaiten, während Jasper Fidorra sich eher der Bass-Gitarre verschrieben hat. Eines hat er allerdings mit dem einzigen Mädchen in der Band gemeinsam: Er ist mit Saskia Hoppe auch für den stimmlichen Part ihrer Songs zuständig, wobei Saskia zusätzlich das E-Piano spielt. Als Schlagzeuger vervollständigt Fabian Steinmetz das Quintett. Er ist der Frischling in der Gruppe und noch nicht so lange dabei, während sich der Rest bereits über Jahre aus der Schulband kennt.

Nun müsste man meinen, dass die Gruppe dann ja eigentlich ohne großes Einspielen miteinander klarkommen und gemeinsam auftreten könne. „Weit gefehlt“, macht Andreas Vogt, Musiklehrer der Musikschule, deutlich. „Auch wenn man bereits mit seinem Instrument vertraut und geübt ist, bedeutet das Spiel in einer Gruppe, in einer Band eben eine absolute Steigerung“, weiß er zu ergänzen. Das bestätigen auch seine Schüler. „Da musst du andere Mitspieler hören, sie wahrnehmen und dich auf sie einlassen. Das ist völlig anders“, bekräftigt Lucas Hofmann, der jetzt nach seinem Abitur versucht, in ein Musikstudium einzusteigen.

„Diese Vorbereitungszeit in der Band hat unheimlich Spaß gemacht. Es ist eine gänzlich andere Erfahrung, die man im Zusammenspiel macht“, weiß Saskia, die mit ihrer Stimme auch schon an Wettbewerben teilnahm.

Das Besondere an seinem Bandcoaching, wie Andreas Vogt es darstellt, sei das Herunterbrechen der Songs auf die reine Akustik der vorhandenen Instrumente.

„Da spielt keine zusätzliche Musik vom Computer im Hintergrund oder erweitert das musikalische Spektrum, keine Gitarrengriffe mehrfach übereinander gelegt, um einen entsprechenden Sound zu erzeugen. Das ist alles live und unmittelbar“, sagt Vogt. Dabei müssten die Instrumente so gespielt werden, dass man den gecoverten Song wiedererkennt, zudem präzise und miteinander abgestimmt. Das erfordere schon einiges an Übung.

Das die Band aus den fünf jungen Leuten dieses Metier zu beherrschen scheint, beweisen sie anschließend im Saal des Quäkerhauses. Ob Heavy metal, souliges oder Pop-Songs, das Publikum applaudiert und johlt begeistert bei jedem Stück, und das mit Recht. Solos der Gitarristen, ob Bass- oder Liedgitarre, oder Fabian am Schlagzeug werden ebenso honoriert wie die beiden gesangsstarken Saskia und Jasper, die sich mutig auch an stark abweichende Höhen wagen.

Eigentlich sei der Band zu wünschen, dass man häufiger „Pasta al dente“ serviert bekommt, doch, so gab Andreas Vogt nach erfolgter Zugabe bekannt, sei dieses Konzert das erste und auch das letzte gemeinsame Auftreten der Band in dieser Zusammensetzung gewesen, denn bis auf Jasper würden alle Mitglieder auf der Suche nach ihrer beruflichen Weiterentwicklung Bad Pyrmont verlassen. „Vielleicht gibt es dann ja irgendwann ein Pasta-Revival“ scherzt er zum Abschied seiner Musikschüler.

Das ist alles live und unmittelbar.

Andreas Vogt, Bandcoacher


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