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Dänen gewinnen den Europacup Latein

Gelungenes Experiment im Schlosshof

Bad Pyrmont. Als die Sieger des „Professional European Latin Cup“ am Ende eines langen Abends feststanden, gab es strahlende Gesichter und ein paar Tränen. Doch die flossen nicht, weil etwas schief gelaufen war beim Wettbewerb der Profitanzpaare, sondern weil die Veranstaltung im Schlosshof für ein Paar den Abschied vom aktiven Tanzsport bedeutete: Nach dem dreimaligen und damit endgültigen Gewinn der Pyrmonter Krone beenden die Publikumslieblinge Sarah Latton und Stefan Erdmann ihre Karriere. Sie waren schon im Halbfinale ausgeschieden, erhielten aber die meisten Stimmen der Zuschauer.

veröffentlicht am 01.07.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

karin heininger
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Sieger des Europacups indes wurde ein anderes Paar: Martino Zanibellato/Michelle Abildtrup aus Dänemark, die Turnierleiter Joachim Llambi schon vorab auf seiner Kandidatenliste sah. Zweite wurde das russische Paar Artur Akautdinov / Elena Pashkova. Die favorisierten Deutschen, Sergey und Viktoria Tatarenko, die im vorigen Jahr den Latein-Kür-Wettbewerb im Konzerthaus gewannen, tanzten gegen ein Handicap an: Mit viel Disziplin überstand der vom Fieber geschwächte Berliner den Abend und kam mit seiner Partnerin am Ende „nur“ auf den dritten Platz.

„Ganz großes Kino“, „Einmaliges Erlebnis“, „Mutiges Experiment“– so stuften Fachleute und Zuschauer die Open-Air-Premiere im Schlosshof ein. Die etwa 700 Besucher hatten einen wärmenden Überzieher zumindest im Arm, als sie eintrafen. Später gingen manche damit auch auf die Tanzfläche, aber viele andere tanzten sich einfach warm. Und das Orchester Michael Holz heizte ihnen in den Pausen zwischen den drei Runden des Wettbewerbs tüchtig ein. „Die spielen so lange, bis wir 0 Grad erreicht haben“, scherzte Llambi, der sich in Bestform präsentierte und mit seiner launigen Moderation wesentlich zur entspannten und heiteren Atmosphäre des Abends beitrug.

Kurdirektor Heinz Hermann Blome lobte die Veranstaltungsabteilung für das „ Meisterstück an Organisation“ der Premiere. Mit dazu beigetragen hätten auch die Turnierleiter Joachim Llambi und Stuart Saunders (Schottland), die gemeinsam mit Silke Schauer den Schlosshof als attraktive Kulisse für ein Freiluft-Turnier ausgeguckt hätten. Am Ende des Abends zeigte sich der Kurdirektor „mehr als zufrieden“, wie er betonte.

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  • Sarah Latton und Stefan Erdmann begeistern das Publikum. rr
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Vor jeder Runde des Wettbewerbs musste allerdings die ausgelegte Tanzfläche, mit 9 mal 15 Metern etwas kleiner als die im Konzerthaus, besenrein gemacht werden, damit kein Kieselstein vom Schlosshof die Paare behinderte. Das „Parkettpfleger-Trio“ wurde geschickt in die Show integriert.

18 Tanzpaare marschierten zu Beginn ein. Ursprünglich waren 24 angekündigt, doch zwei Paare meldeten sich wegen Verletzung ab, vier waren laut Llambi ohne Angabe von Gründen fern geblieben. Jeweils in Gruppen von vier bis fünf Paaren zeigten die Profis mit Anmut und Power ihre Lateintänze Samba, Rumba, Cha-Cha-Cha-, Paso doble und Jive, verfolgt von sechs Fernsehkameras des NDR, die alles für die späte Livesendung und für eine Wiederholung am Sonntagmittag festhielten.

Im Halbfinale traten dann zwölf Paare an, und das Finale bestritten sechs Paare. Da wurde es dann auch ernst mit der TV-Übertragung. Und die begann mit einer besonderen Darbietung: Sechs Paare des Braunschweiger TC, amtierende Weltmeister in der Standard-Formation, zeigten, elegant in Schwarz-Weiß gekleidet, ihre formvollendete Kür „Immortality“ – ein wirkungsvoller Kontrast zu den peppigen Latein-Paaren. In einem weiteren Showteil traten die erst zehnjährigen Maurizio Bauer und Katrin Lorber auf, die 17-jährigen Junioren Nikita Yerokhin und Elizabeth Gorenstein (TSC Phoenix Hannover) und die Senioren Helmut Lemke /Eleonora Roland (TC Blau-Weiß Celle). Sie bewiesen, dass Turniertanz zu allen Generationen passt.

Für das Siegerpaar gab es am Ende die dänische Nationalhymne, für Latton und Erdmann das Krönchen und für alle Paare der Finalrunde Blumen. Und Joachim Llambi dachte laut nach: „Was machen wir denn im nächsten Jahr? Vielleicht mal wieder ein Turnier im Warmen?“

Eine Bildergalerie gibt es im Internet unter www.dewezet

Krönung einer Karriere:

Zum dritten Mal überreichten Kurdirektor Blome und Bürgermeisterin Roeder die Trophäe des Staatsbades an Erdmann/Latton. rr

Eindrucksvolle Premiere: Europacup der Profitänzer Latein im Schlosshof mit 18 Paaren (vorn: Igal Ginzburg/Sofia Savostianov aus Israel.

rr



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