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Wenn sich kein neuer Vorstand findet, dann bleibt nur der Weg zum Amtsgericht

Gefahr für den „Fürstentreff“

Bad Pyrmont. Nach 13 Fürstentreffs im Sommer und 7 Zar-Peter-Winter-Weihnachtswochenenden hat Heidi Bretz eigentlich genug, denn die Gesundheit spielt nicht mehr mit. Doch die seit September 2011 amtierende Vorsitzende des Historienvereins findet keinen Nachfolger. Die Zukunft des Vereins und damit auch die der beiden großen Veranstaltungen ist akut gefährdet. Gesichert ist bisher lediglich, dass Bretz und ihr Vorstandsteam noch einmal für den Fürstentreff 2014 zur Verfügung stehen.

veröffentlicht am 28.03.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:21 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Es war ein Rückzug mit Ansage, der sich anlässlich der Jahresversammlung des Vereins am Donnerstagabend in der „historischen Schneiderei und Putzkammer“ in der Rathausstraße 20 vollzog. „Ich habe zwei Jahre jemanden gesucht, der den Vorsitz übernehmen will. Ich habe sieben Personen gefragt, die sich alle für ein Jahr zur Verfügung gestellt hätten, aber nicht für zwei Jahre“, berichtete sie den Mitgliedern, unter denen offenbar eine ganze Reihe davon überrascht war, dass Bretz nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung stand. Und als auch noch die restlichen Vorstandsmitglieder ihren Rückzug erklärten, wurde manchem der Ernst der Situation richtig bewusst.

Allerdings hatte die Komplettabsage des Vorstands an die Versammlung einen Grund. Da nämlich davon auszugehen war, dass sich auch an diesem Abend niemand bereitfand, den Vorsitz zu übernehmen, hatte Bretz sich juristischen Beistand geholt. Klaus Blome, Rechtsanwalt und Mitglied des Vereins, fungierte als Wahlleiter. „Eigentlich ist der Verein jetzt handlungsunfähig“, stellte er fest, nachdem weder der Posten der Vorsitzenden noch der ihres Stellvertreters besetzt werden konnte. Allerdings gab er kurz darauf Entwarnung. „Der alte Vorstand bleibt so lange im Amt, bis ein neuer gewählt worden ist“, zitierte er aus Paragraf 14 der Vereinssatzung. Damit kann das Team sich sozusagen geschäftsführend um den nächsten Fürstentreff kümmern, der vom 4. bis 6. Juli gefeiert wird. „In einem ungeschützten rechtlichen Raum hätten wir das nicht gekonnt“, machte Bretz deutlich.

Doch damit hat die 166 Mitglieder zählende „Fürstentreff-Familie“, wie sie die Vorsitzende nennt, das Problem nur vertagt. Irgendwann wird sich ein neuer Vorstand finden müssen, will der Vereine nicht den Weg zum Amtsgericht antreten, das dann einen Notvorstand einsetzen würde. Dem bliebe wohl nichts anders übrig, als den „Fürstentreff e.V.“ zu liquidieren. Das Vermögen – also auch der Fundus an Kostümen und Perücken – würde an die Stadt Bad Pyrmont fallen. Noch ist es nicht so weit, nach dem Fest im Sommer soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung einen neuen Anlauf unternehmen. „Der Verein war noch nie so gut aufgestellt wie jetzt. Wer jetzt den Vorsitz übernimmt, der hat es leicht“, warb Bretz noch einmal für eine Übernahme dieser „schönen Position“.

Wahr ist aber auch, dass die Arbeit, die sie geleistet hat, nicht zu unterschätzen ist. „Das kann jemand, der berufstätig ist, überhaupt nicht leisten“, gab Vereinsmitglied Ute Stahr zu bedenken und schlug vor, die Aufgaben zu verteilen. Bretz schwebt ohnehin vor, dass sich die Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT) mehr als bisher engagiert. Und nicht nur die BPT ist im Boot, sondern auch die Werbegemeinschaft Bad Pyrmont und der Grillbetrieb von Thomas Key.

„Das Fest ist wichtig, weil es im großen Umkreis einzigartig ist und eng mit der Geschichte Bad Pyrmonts verbunden ist“, betonte Helmut Fahle, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, die Bedeutung für den Einzelhandel hervor. „Es ist wichtig, dass es weitergeht und dafür bedarf es des Vereins.“ Und auch unter touristischem Aspekt hat der Fürstentreff Gewicht. „Wir haben schon jetzt die Buchung von drei Busgruppen mit 150 Personen“, berichtete Verena Kiesel, die bei der BPT für das Gruppengeschäft zuständig ist. Dazu kämen noch 15 Anmeldungen für das Pauschalarrangement. „Das Interesse ist groß.“

Auf Vorschlag von Fahle wird wohl ein Gremium die Aufgabe übernehmen, gemeinsam nach Kandidaten für einen neuen Vorstand zu suchen.

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