weather-image
Anfang 2019 soll es besser werden

Geduld der Patienten im Königin-Luise-Bad wird strapaziert

BAD PYRMONT. Seit Frühjahr 2016 ist das Königin-Luise-Bad eine Baustelle. Mindestens 15 Millionen Euro investiert das Land in die Modernisierung und den Brandschutz. Doch Zeitverzögerungen sorgen für Unmut der Patienten. Ende 2018 sollen nun die ersten Einschränkungen wegfallen.

veröffentlicht am 09.08.2018 um 13:17 Uhr
aktualisiert am 09.08.2018 um 19:10 Uhr

Erst aus der Luft wird richtig deutlich, welche beeindruckenden Ausmaße das Königin-Luise-Bad hat. Foto: yt
Hans-Ulrich Kilian

Autor

Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Unmut der Patienten über die anhaltenden Bauarbeiten am Königin-Luise-Bad scheint zu wachsen. „Ich fahre fast jeden Tag zu unterschiedlichen Zeiten daran vorbei und sehe kaum Bauaktivitäten“, meldete sich kürzlich unsere Leserin Ingrid Elle, die das Bad viel nutzt und speziell die vielen Umwege als sehr unangenehm empfindet. Das sieht auch Friedrich Struck so, der sich ebenfalls zu Wort meldete. Der Pyrmonter kritisiert die unverhältnismäßig weiten Wegen zu den Arztpraxen. „Wie soll ein Patient, der krank ist, dorthin kommen?“, fragt er sich. „Mein Eindruck ist, dass viele Patienten inzwischen sehr unzufrieden mit der derzeitigen Situation sind“, ergänzt Ingrid Elle.

„Uns ist sehr bewusst, welche Einschränkungen die Verzögerungen auf den Kurbetrieb haben und wir bedauern dies sehr“, reagiert der Leitende Baudirektor Peter Bröker vom Staatlichen Baumanagement Weser-Leine auf die Beschwerden. Seine Behörde ist als Bauherr für die Arbeiten verantwortlich. „Verzögerungen sind aber bei so komplexen Bauvorhaben nie ganz auszuschließen. Natürlich wird alles dafür getan, die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten“, versichert der Dipl.-Ing. und Architekt. Auch Kurdirektor Maik Fischer vom Staatsbad Pyrmont, zeigt Verständnis. „Vielleicht wird die Geduld unserer Patienten überstrapaziert“, räumt er ein. Aber trotz der Baustelle verzeichne das vom Staatsbad betriebene KLB weiterhin positive Umsätze, versichert Fischer und verweist darauf, dass die ambulanten Kuranwendungen den stärksten Zuwachs seit langer Zeit hätten. „Wichtig für uns ist, dass das Land in die Einrichtung investiert“, betont er und versichert, dass die Maßnahme eine Toppriorität habe. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn aus einem Kurmittelhaus ein regionales ambulantes medizinisches Versorgungszentrum wird“, betont Fischer.

Bekannt ist, dass ein Architektenwechsel im Frühjahr 2017 – ein Jahr nach Baubeginn – für ein halbes Jahr Verzögerung auf der Baustelle gesorgt hat. „Darüber hinaus ergaben sich weitere Verzögerungen aufgrund der – auch in Baufachkreisen – neuen Erkenntnis, dass bis in die 90er Jahre hinein häufig schadstoffbelastete Putze verwendet worden waren“, nennt Bröker einen weitere, Grund. Auch im KLB seien partiell Schadstoffbelastungen festgestellt worden, die Schutzmaßnahmen und umfangreiche Änderungen von Arbeitsabläufen nach sich gezogen hätten. „Außerdem mussten zusätzliche Brandschutzmaßnahmen an Bestandsbauteilen vorgenommen werden, die erst nach der Demontage von Verkleidungen ersichtlich wurden.“

Nur über eine Rampe und einen Seiteneingang sind zurzeit zwei Arztpraxen im KLB zu erreichen. Foto: uk
  • Nur über eine Rampe und einen Seiteneingang sind zurzeit zwei Arztpraxen im KLB zu erreichen. Foto: uk

Doch wie geht es weiter? Die schon mehrfach angekündigte Fertigstellung der Eingangshalle ist ebenso wie der Abschluss mehrerer Brandschutzmaßnahmen im Flursystem zu den Arztpraxen bis zum Jahresende 2018 geplant. „Ab Anfang 2019 soll es hier aber keine Behinderungen mehr geben“, verspricht Bröker. Die Außenanlagen entlang der Kurpromenade mit Ausnahme des Schwimmbadneubaus und entlang des denkmalgeschützten Alleen-„Dreistrahls“ sollen ebenfalls bis Jahresende fertiggestellt sein, sodass dann in diesem Bereich der Baustellencharakter entfällt.

Die neue Schwimmhalle mit dem Therapiebecken ist die letzte Baumaßnahme des 1. Bauabschnitts, deren Fertigstellung im Frühsommer 2019 geplant ist. Nach Fertigstellung der Schwimmhalle ist vorgesehen, die Sanierung der Anwendungsräume für die Kurgäste, die Modernisierung von Gruppentrainings- und Massageräumen, Mineralbädern und Mooranwendungsräumen in Angriff zu nehmen. Zuletzt war davon die Rede, dass das KLB Mitte 2019 komplett saniert sein soll.

Information

Ziel der gegenwärtigen Umbaumaßnahmen beim Königin-Luise-Bad (KLB) ist die energetische Sanierung und die Ertüchtigung der mittlerweile in die Jahre gekommenen Bausubstanz, insbesondere unter Berücksichtigung des Brand- und Wärmeschutzes. Im Kurbereich des KLB ist das als Therapiebecken genutzte Schwimmbad sanierungsbedürftig; außerdem werden die Gymnastik- und Behandlungsräume im Sinne modernerer Abläufe auf den neuesten Stand gebracht.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, alle Arbeiten im Altbestand und bei laufendem Betrieb zu koordinieren und auszuführen. Der derzeitige 1. Bauabschnitt beinhaltet Umbaumaßnahmen im Bereich der Arztpraxen, einen neuen Eingangsbereich mit Cafeteria, eine neue Schwimmhalle mit Therapiebecken sowie Umbauten im Anwendungsbereich der Kurgäste. Das Land Niedersachsen als Eigentümer investiert mindestens 15 Millionen Euro in die Sanierung.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt