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So hat der Hochkaräter aus Frankreich gespielt

Furioser Einstieg in Bad Pyrmonts dritten Orgelsommer

BAD PYRMONT. Einen ausgewiesenen Virtuosen konnte Christuskirchen-Kantor Dirk Brödling am Samstag zur Eröffnung des dritten Bad Pyrmonter Orgelsommers gewinnen: Jean-Pierre Griveau ist Titularorganist an der Kathedrale von Orléans.

veröffentlicht am 12.08.2018 um 21:48 Uhr

Faszinierendes Gastspiel: Jean-Pierre Griveau aus Orléans spielt zur Eröffnung des dritten Pyrmonter Orgelsommers. Foto: rr
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Rudi Rudolph Reporter
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Dort spielt er eine Orgel des berühmten Orgelbauers Cavaillé-Coll und ist vielfacher Preisträger sowie ebenso Poet, Komponist und begnadeter Improvisator.

Von seinem hohen Niveau zeugte schon zu Beginn des Konzertes die „Toccata Adagio und Fuge C-Dur“ von Johann Sebastian Bach, in der leichte und virtuose Manualläufe mit dem tiefsten Pedalton wechselten, bevor die Füße ein eigenes langes Solo zelebrierten, das sich zu hören und zu sehen lohnte.

Ohne die Basspedale kam der Choral „Nimm von uns Herr, du treuer Gott“ von Dietrich Buxtehude aus. Die zu Grunde liegende Melodie „Vater unser im Himmelreich“ fand sich ebenfalls als Basis der „Sonate op. 65 Nr. 6“ von Felix Mendelssohn wieder. Sie zählt, wie seine weiteren fünf Orgelsonaten, zu den absoluten Spitzenwerken und zum Kernrepertoire der Orgelmusik. Mit ihnen hatte sich, rund 100 Jahre nach Bach, wieder ein Komponist der Orgel zugewandt, und mit diesen Stücken gilt Mendelssohn als Schöpfer der romantischen Orgelsonaten.

Hingabe und Innigkeit prägten Jean-Pierre Griveaus Vortrag an der Führer-Orgel von 1972. Aber die stilistische Vielseitigkeit dokumentierte sich besonders bei den „Sechs rumänischen Volkstänzen“. Diese hatte Béla Bartók 1915 eigentlich für Klavier geschrieben und sie später für Kammerorchester adaptiert. Doch Griveau entfachte auch an der Orgel ein wahres Feuerwerk in verschiedenen Ausprägungen. Rhythmisch-kontrapunktiert, lieblich und zart, verspielt und beschwingt jagte er durch die jeweils recht kurzen Stücke, die eine ähnliche Charakteristik aufwiesen wie die folgenden „Introduction et variations sur le nom de Cavaillé-Coll“, die der Organist selbst 1998 komponiert hatte.

Das große Volumen der neobarocken Führer-Orgel kam schließlich noch einmal bei der „Improvisation op. 150 Nr. 7“ zum Ausdruck, der letzten von sieben Improvisationen, die Camille Saint-Saens in den Jahren 1916/17 geschrieben hatte. Auch er war Organist an einer Cavaillé-Coll-Orgel, jedoch an der Kirche Madeleine in Paris. Nach diesem hochkarätigen Beginn des 3. Orgelsommers kann man sich auf die weiteren Konzerte freuen, die am Sonntag, 19. August, um 150 Uhr und am Sonntag, 26. August, um 19.30 Uhr in der Christuskirche stattfinden.



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