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Erfolge und eine spezielle Bitte

Fundraising in Bad Pyrmont: Spenden statt schenken

BAD PYRMONT. Wem es finanziell gut geht, der hat auch ein Herz für bedürftige Menschen. Darauf hoffen jedenfalls alle, die um die Jahreswende herum berichten, was aus den Spenden für ihre Projekte wurde. Auch in Bad Pyrmont. Und: Auch in der Hoffnung auf weitere Unterstützung.

veröffentlicht am 27.12.2017 um 20:55 Uhr

Auch in Bad Pyrmont hoffen diverse Initiativen auf Spenden für hilfsbedürftige Menschen. Dieses Ziel verfolgen sie auf unterschiedlichen Wegen. Symbolfoto: dpa
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Denn wer sein wohltätiges Anliegen öffentlich macht, erhöht die Chance auf Unterstützung.

Zu denen, die damit außerordentlich positive Erfahrungen machen, gehört Walter Heinrichsrüscher. Wenn es – neben der seit Jahrzehnten mit immensem Engagement geförderten Partnerschaft der Herderschule mit dem kenianischen South Horr – so etwas wie einen Fundraising-Star in Bad Pyrmont gibt, dann ist das sicherlich Bad Pyrmonts früherer katholischer Pfarrer. Denn seine Spendenaktion zugunsten eines Kolping-Projekts zur Anschaffung von Ziegen für Familien in Tansania kratzt 16 Monate nach dem Start an der 20 000-Euro-Marke.

Dabei hatte Heinrichsrüscher bescheiden angefangen: Zu seinem 80. Geburtstag im August 2016 erbat er Spenden für das afrikanische Ziegen-Projekt. Das Anliegen dahinter überzeugte nicht nur ihn, sondern jede Menge Unterstützer über die Grenzen Bad Pyrmonts hinaus: „Die Menschen sollen eine Chance auf ein Auskommen in ihrer Heimat bekommen.“ Hier wurde das Stichwort „Fluchtursachen bekämpfen“ in die Praxis übersetzt, das viele Politiker im Munde führen.

2016 fing Walter Heinrichsrüscher ganz bescheiden zu sammeln an. Jetzt freut er sich, dass inzwischen 85 Familien in Tansania zwei bis drei Ziegen erhalten haben. Foto: Archiv/ jl
  • 2016 fing Walter Heinrichsrüscher ganz bescheiden zu sammeln an. Jetzt freut er sich, dass inzwischen 85 Familien in Tansania zwei bis drei Ziegen erhalten haben. Foto: Archiv/ jl

Die Reaktionen von Empfängerin blieben nicht aus. „Wir sind so dankbar!“, schrieb etwa eine Familie mit vier Kindern. Dank der Ziegen können sich die Laurents aus dem tansanischen Ort Bukola nun selbst versorgen.

„Inzwischen haben 85 Familien zwei bis drei Ziegen erhalten, je nach der Zahl ihrer Kinder“, berichtet Heinrichsrüscher, der die Sammelaktion eigentlich schon auslaufen lassen wollte. Doch nun macht er angesichts des Erfolges erst einmal weiter: „Wir steuern auf die 100 zu“, sagte der 81-Jährige voller Freude.

Bescheidener nehmen sich 2017 die Ausschüttungen der Geschwister-Völkers-Stiftung aus. Deren Erträge aus dem 1959 für mildtätige Zwecke angelegten Vermögen der früheren Eigentümerinnen des Fürstenhof-Hotels beläuft sich auf 1000 Euro. Das Geld hat Michael Welger bedürftigen Menschen in Bad Pyrmont und Hannover zukommen lassen, wie es die Stiftungssatzung vorschreibt. Was ihn sehr freut: Weitere 3200 Euro haben einige sportliche Mitglieder des Pyrmonter Rotary-Clubs der Stiftung nach ihrer Charity-Radtour nach Bad Freienwalde gespendet (wir berichteten). „Das Geld soll für ältere, in Armut lebende, hilfsbedürftige Einwohner von Bad Pyrmont eingesetzt werden“, erklärt Welger. „Das entspricht ganz dem Stiftungszweck.“ Bei aller Dankbarkeit, nun weitere Menschen in finanziellen Notlagen unterstützen können: Nach Rücksprache mit örtlichen Kirchengemeinden, dem Flüchtlingsnetzwerk sowie weiteren sozialen Organisationen hat Welger deutlich mehr Bedürftige gelistet, als Geld zur Verfügung steht. „Deshalb werden wir eine Auswahl vornehmen müssen“, bedauert er.

Vor eine ungewöhnliche Wahl stellt derweil Bad Pyrmonts Stadtsparkasse die Empfänger eines sehr speziellen Weihnachtsgrußes: Behalten, weitergeben oder aufstocken stellt das Geldinstitut den 100 Adressaten anheim, deren Bittbriefen je einen 5-Euro-Schein beigelegt ist. Allerdings sind die Portemonnaies der Empfänger nicht das gewünschte Ziel. Die insgesamt 500 Euro hat die Sparkasse dem Hospiz zugedacht. Wer das Geld einsteckt, dürfte das also mit eher schlechtem Gewissen tun. Denn es gehört ja nicht ihm. In dem Brief ist jedenfalls die Rede vom „festen Vertrauen“, dass jeder Empfänger „unsere 5 Euro an den eigentlichen Empfänger weiterleitet“. Die SSK-Kontodaten der gemeinnützigen Hospiz-Gesellschaft stehen darunter. Welche Früchte die vom Sparkassenvorstand selbst als außergewöhnlich bezeichnete „Spenden statt Schenken“-Aktion trägt, wird sich auf dem Hospiz-Konto zeigen.

Wer die genannten Adressaten bedenken will, kann spenden an:

Walter Heinrichsrüscher, SSK Bad Pyrmont, IBAN: DE34 2545 1345 0010 4368 48. Kennwort: „Ziegen für Tansania“, Schulpartnerschaft South Horr: Stadtkasse Bad Pyrmont, SSK, IBAN: DE35 2545 1345 0000 0000 18, Kennwort „Schulpartnerschaft South Horr, Kenia“, Geschwister-Völkers-Stiftung, SSK Bad Pyrmont, IBAN: DE55 2545 1345 0000 0202 22, Agaplesion Haus Bethesda Hospiz GmbH, SSK Bad Pyrmont, IBAN: DE26 2545 1345 0051 0506 98.

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