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Titus Malms und Ensemble Kovacs erinnern an das Musikbad von einst

Für Kurgäste war um drei die Nacht vorbei

Bad Pyrmont. Kurgäste haben ein strammes Programm. In aller Herrgottsfrühe, so gegen 3 Uhr, stehen sie auf, trinken mindestens zehn Gläser aus den Pyrmonter Quellen und promenieren damit gemächlich in den Alleen, bis sie dann gegen 7 Uhr von den Kurbläsern mit dem Morgen-Psalm erfreut werden. Danach erwartet die Heilungsuchenden ein großes Frühstück unter den schattigen Linden der Hauptallee, bevor die Anwendungen beginnen.

veröffentlicht am 24.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 18:41 Uhr

Autor:

Karin Heininger
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So ist es heute zwar nicht mehr, aber so war es in vergangenen Zeiten, wie Titus Malms aus zuverlässigen Quellen weiß. Und daran ließ er nun seine Zuhörer, Einheimische ebenso wie Kurgäste, in der Konzertmuschel teilhaben. Statt in der Wandelhalle war die Veranstaltung im Kurpark: Der passende Platz für einen heiteren Abend mit amüsanter Plauderei und schöner Musik, gespielt von acht Mitgliedern des Orchesters Kovacs. Der Meister selbst hatte sich mit der Klarinette zwischen seine Musiker platziert, das Ensemble leitete in diesem Fall Erster Geiger Laszlo Toth.

Und für die Zuhörer wurde es ein Kurkonzert der besonderen klassischen Art, zu dem Titus Malms mit kleinen humorvollen Geschichten die Vorlage lieferte. Schon vor 300 Jahren wurde die Kurkapelle gegründet, wusste er zu berichten, und nicht nur Georg Philipp Telemann hat bekanntlich die „Pyrmonter Kurwoche“ mit seinen „Scherzi melodici“ und anderen Streicherklängen beschrieben. Als Tafelmusik, als Untermalung beim Defilee der vornehmen Gesellschaft und zum Tanzvergnügen im Ballsaal des Schlosses ließ sich die Musik berühmter Komponisten spielen: Von Vivaldi bis Johann Strauß, vom Mozart-Medley bis zum Kaiserwalzer gestaltete das Ensemble Kovacs mit Elan und Eleganz das Programm.

Dazu passten die lebendigen Schilderungen des Autors: Die „Alabasterarme“ und die zarten Musselinkleider der Damen, die Restauration mit einem Menü für „drei bis fünf gute Groschen“ bei stimmungsvollem Wachslicht, das Kurleben zwischen Müßiggang und Ausschweifung, das nach heutigen Maßstäben selbst die Gesunden krank machen könnte.

Das Musikbad Pyrmont wurde so auf vergnügliche, aber durchaus anspruchsvolle Art wachgerufen. Der Abend wäre eine Wiederholung wert.



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