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Helmut Eichmann geht wieder los

Friedensmarschierer will sich „direkt an Russland wenden“

BAD PYRMONT. Es gibt sehr unterschiedliche Wege, um öffentliche Aufmerksamkeit auf sich und sein Anliegen zu ziehen. Einen ziemlich sicheren Weg schlägt Helmut Eichmann ein:

veröffentlicht am 02.08.2018 um 22:31 Uhr

Helmut Eichmann auf seiner Tour 2017. Morgen bricht er wieder auf. Foto: Archiv/pr
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Wenn der pensionierte Lehrer am Samstagvormittag am Ehrenmal in der Schlossstraße seinen Rucksack schultert, dann wandert er nicht einfach los. Er marschiert. Für den Weltfrieden. Diesmal 400 Kilometer weit, bis zu einem russisch-orthodoxen Kloster in Brandenburg.

Allerdings wird dem friedensbewegten Ruheständler die erhoffte Aufmerksamkeit diesmal nicht ganz im gewünschten Ausmaß zuteil. Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels (SPD) und Bürgermeister Klaus Blome (parteilos) sind zu seiner Verabschiedung verhindert, ebenso wie die Vertreter der kleinen örtlichen Reservistenkameradschaft. Für Bad Pyrmonts Verwaltungschef springt laut Eichmann dessen Vertreterin Sieglinde Patzig-Bunzel ein. Die meisten anderen angefragten Politiker schicken Grußadressen.

Für die inzwischen in den Ruhestand verabschiedete Pastorin Jutta Ostermann fand sich indes kein evangelische Ersatz. Ihre verbliebenen zwei Pyrmonter Amtskolleginnen sind ebenso verhindert wie Superintendent Philipp Meyer in Hameln. Als Eichmann dort anfragte, bot Meyer an, er könne vor seinem Aufbruch in einem Gottesdienst gesegnet werden, wie er auf Anfrage bestätigt. Aber das reichte dem Pyrmonter offenbar nicht. Der Superintendent bedauert das, stellt aber klar: „Für jeden Termin ist Voraussetzung, dass die Betreffenden Zeit haben.“

Ganz ohne kirchlichen Segen muss Eichmann dennoch nicht losgehen: Bad Pyrmont katholischer Pfarrer Winfried Neumann hat wohl Zeit.

Auch in Hildesheim wird der 68-Jährige, der sich als Repräsentant der Pyrmonter Ortsgruppe des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge versteht, ohne großen Bahnhof auskommen müssen, wenn er am Sonntag dort ankommt. „Dabei ist das die größte Stadt auf meiner Tour“, zeigt er sich enttäuscht.

Warum der Volksbund-Geschäftsführer in der Domstadt ihm für das vor ein paar Tagen gewünschte gemeinsame Gedenken einen Korb geben musste: „Wir wären gern dabeigewesen, wenn Herr Eichmann uns rechtzeitig in seine Planungen einbezogen hätte“, bedauert Walter Schwoche nach Rückfrage und in Absprache mit dem Bezirksverband Hannover, „denn ich kannte Herrn Eichmann ja nicht“. Mangels Budget muss Hildesheims Volksbund auch mit der gewünschten Spende für zwei von Eichmann geplante Übernachtungen in der Domstadt passen.

Und was motiviert den Friedensmarschierer überhaupt zu seiner neuerlichen Tour, wo sich seit seinem Weg nach Heemstede 2017 (wir berichten) die Weltlage doch alles andere als entspannt hat? „Durch meinem Besuch im russisch-orthodoxen Kloster in Götschendorf wende ich mich direkt an Russland“, sagt er. Und ist sicher: „Das wird in Russland bemerkt werden. Denn die Beziehungen des Klosters zu Moskau sind recht eng.“



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