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Staatsbad will vorsorgliches Verbot in Lippe / CDU legt Resolution für Rat vor

Frackingfreie Zone

Bad Pyrmont. Das umstrittene Fracking bedroht auch die Heilquellen im Land. Das jedenfalls befürchtet der Niedersächsische Heilbäderverband und fordert einen umfassenden Schutz aller Heilquellen. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten soll Fracking in Bad Pyrmont zwar nicht möglich sein, wohl aber im benachbarten Kreis Lippe, und dort findet sich ein Teil des Pyrmonter Heilquellenschutzgebietes. Unabhängig davon will die Pyrmonter CDU Bad Pyrmont vorsorglich zur „Frackingfreien Kommune“ erklären.

veröffentlicht am 04.08.2015 um 16:17 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

hans-ulrich kilian
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„Das im Wasserhaushaltsgesetz angedachte generelle Verbot von Fracking-Maßnahmen zur unkonventionellen Gasförderung in Wasserschutz- und Heilquellenschutzgebieten sowie in Einzugsgebieten von Talsperren und natürlichen Seen, die der Trinkwassergewinnung dienen, ist grundsätzlich zu begrüßen“, erklärt der Geschäftsführer des Deutschen Heilbäderverbandes (DHV), Rolf von Bloh. „Es greift jedoch zu kurz.“ Aus diesem Grund sei der DHV dem „Bündnis zum Schutz von Wasser“ beigetreten, das eine schärfere Reglementierung von Fracking fordert.

„Im Pyrmonter Tal sind die geologischen Bedingungen für Fracking nicht gegeben“, versichert Kurdirektor Maik Fischer unter Berufungen auf die Untersuchungen der GeoDienste GmbH, die zurzeit damit beschäftigt ist, das im Jahr 2014 abgelaufenen Heilquellenschutzgebiet auf lippischer Seite zu überarbeiten, das aber weiterhin Bestandsschutz genießt. „Damit wollen wir Ende 2016 fertig sein“, so Fischer. Das Gebiet werde in seiner Ausdehnung nicht geändert, sondern nur inhaltlich präzisiert. „Wir wollen vorsorglich ein Frackingverbot in der neuen Heilquellenschutzverordnung festschreiben“, so der Kurdirektor.

Das könnte auch notwendig werden, denn im benachbarten ostwestfälischen Bergland werden unterirdische Gasvorkommen in einer Tiefe von bis zu 3000 Metern vermutet. Das ist exakt die Tiefe, die für Fracking prädestiniert ist. Die Firma Exxon hat sich dafür bereits im Jahr 2009 einen sehr großen Claim abgesteckt, der Nordrhein-Westfalen-Nord heißt. Exxon hat sich damit das Erstzugriffsrecht für Probebohrungen und eine eventuelle Förderung gesichert. Diese so genannte „Aufsuchgenehmigung“, die auch für den Kreis Lippe gilt, hat die Bezirksregierung Arnsberg im September 2014 bis zum 13. März 2017 verlängert. Die Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen – auch Lügde und der Kreis Lippe – sind darüber informiert worden, die jenseits der Landesgrenze nicht. Weder das Staatsbad noch die Stadt Bad Pyrmont wissen davon.

Die CDU-Fraktion im Rat hat Bürgermeister Klaus Blome jetzt gebeten, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung zu setzen, um eine Resolution zum Schutz der Pyrmonter Heilquellen vor Fracking zu verabschieden, die sich an den Forderungen der Heilbäderverbände orientieren und diese unterstützen sollen. „Wir wollen in Solidarität mit vielen andern Heilbädern und Kurorten Bad Pyrmont zur ,Frackingfreien Kommune‘ erklären“, so die Fraktionsvorsitzende Ursula Körtner.



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