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Theater Companie begeistert mit ihrer Silvester-Revue „Sehnse, das ist Pyrmont“

Feuerwerk schon vor Mitternacht

BAD PYRMONT. Die Mitternacht zieht näher schon, doch in stiller Ruh` liegt Bad Pyrmont längst nicht mehr. Auf den Straßen sind Silvester-Böller zu hören. Da wird auf der Bühne des Konzerthauses ein Feuerwerk entzündet, das seinesgleichen sucht. Und der Funke springt augenblicklich über auf das Publikum, das den großen Saal bis auf den letzten Platz füllt. Nebenbei: Selten wurden so viele Pyrmonter auf einmal bei einer Kulturveranstaltung gesehen.

veröffentlicht am 01.01.2019 um 20:21 Uhr

Auf dem Brunnenplatz, wo man sich gern begegnet, ist es sogar auch schön, wenn`s regnet“: Das Ensemble der Theater Companie singt und tanzt vor der eindrucksvollen plastisch wirkenden Kulisse vom Hylligen Born in der Silvester-Revue „Sehnse, das ist
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Karin Heininger Reporterin
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Das Silvester-Schmankerl der Pyrmonter Theater Companie ist eine einzige Liebeserklärung an die Stadt, deren Namen das Ensemble seit gut 20 Jahren in seinem Titel führt. „Mein Herz schlägt bis zum Horizont für Bad Pyrmont“, „Eine Stadt, die sich gewaschen hat“ oder „Das ist Bad Pyrmont, wohin sich jede Reise lohnt“, so werden die Gassenhauer durch das hohe Haus geschmettert. Aber wie jede echte Lovestory mit der Zeit ihre Ecken und Kanten offenbart, ist auch die Companie nicht blind befangen, sondern durchaus kritikfähig. Und da bietet sich bekanntlich so viel an – man muss nur zugreifen. Das tun die neun Darsteller und ihr neuer, kreativer Pianist Mathias Weibrich dann auch liebevoll-bissig und mit großem Vergnügen.

„Sehnse, das ist Pyrmont“, so heißt die Revue, die zu größten Teilen aus Jörg Schades Feder stammt. Zwar gibt es kabarettistische Anleihen bei Loriot oder Günter Neumann, doch der richtige Biss, der genüsslich verstreute Pfeffer ist eben hausgemacht. Zu den pfiffigen Texten des Theaterleiters kommt dann noch die Tatsache, dass ein echtes, gewachsenes Ensemble auf der Bühne steht, das für jeden Song, jeden Sketch die passenden Interpreten hat.

So wie die wunderbaren Schauspielerinnen Christiane Schoon und Judith Guntermann, die mit tüddeligem Charme und mit Mut zur Alters-Vorausschau als Frau Heller und Frau Koch so ziemlich alles auf dem großartig plastisch wirkenden Brunnenplatz bequatschen, was hier gerade angesagt ist. Dass beim Bridge im Steigenberger jetzt auch ein Feuerwehrmann dabei sein muss, dass es beim KLB einen Baustopp gibt, weil der einzige Arbeiter krank ist, dass man seit der Rewe-Schließung sein Leergut am besten per Post zum Erzeuger schickt, und dass auf dem Bauernmarkt in der Brunnenstraße statt Bauern nur noch Staubsauger zu finden sind: Sehnse, das ist Pyrmont!

Das Fernsehen kommt: Carl-Herbert Braun, Claudia Reimer und Lena Inter in Aktion. Foto: rr
  • Das Fernsehen kommt: Carl-Herbert Braun, Claudia Reimer und Lena Inter in Aktion. Foto: rr
Kaum wieder zu erkennen: Christiane Schoon (li) und Judith Guntermann als alte Damen. Foto: rr
  • Kaum wieder zu erkennen: Christiane Schoon (li) und Judith Guntermann als alte Damen. Foto: rr
Die Schauspieler führten ein liebevoll gestaltetes Stück auf, das die zahlreichen Zuschauer in alte Zeiten entführte. Foto: rr
  • Die Schauspieler führten ein liebevoll gestaltetes Stück auf, das die zahlreichen Zuschauer in alte Zeiten entführte. Foto: rr

Lena Inter macht als Stadtführerin auf „das gut erhaltene Ruinen-Ensemble in der Schloßstraße“ aufmerksam und fragt sich, ob hinter dem ewigen Baugerüst am Kommandantenhaus überhaupt noch ein Gebäude steht, Claudia Reimer muss sich beim Shopping sputen und umtauschen, bevor der Laden dicht macht – nein, nicht heute, sondern für immer. Carl-Herbert Braun ist ein herrlich verwirrter Senior und Erwin Lindemann mit Lotto-Gewinn, Dirk Stierand in mehreren Rollen gekonnt im Einsatz. Timo Wiesemann und Christina Wiesemann (nicht verwandt oder verschwägert) spielen gut gelaunte Servicekräfte im Cafe am Brunnenplatz.

Christina Wiesemann, bisher nur in Sprechrollen zu sehen, zeigt ihr gesangliches Talent bei der kleinen Zeitreise in Pyrmonts Vergangenheit. Gemeinsam mit Christiane Schoon und Lena Inter als Kur-Hostessen und mit Jörg Schade und Judith Guntermann als Ehepaar Knollmeyer, das statt in Italien in Pyrmont landet. ist dies eine schöne nostalgische Abschluss-Szene einer Revue, die im Konzerthaus richtig am Platz ist und mit Spiel, Tanz und Gesang begeisternd die Vielseitigkeit der Companie beweist. Zum Schluss ein goldener Konfettiregen von der Bühne und viel Beifall aus dem Zuschauerraum. 2019 kann kommen!



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