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Schüler und Lehrer der Grundschule Holzhausen proben den Ernstfall

Feueralarm statt Mathematik

Bad Pyrmont. „Achtung, Feueralarm! Bitte verlassen Sie zügig das Gebäude auf den ausgewiesenen Fluchtwegen!“ So oder so ähnlich lautete gestern Morgen die Ansage in der Holzhäuser Grundschule, nachdem einer der Alarmknöpfe gedrückt worden war. Aber an den genauen Wortlaut kann sich niemand mehr erinnern, obwohl er während der gesamten Übung laut und deutlich aus den Lautsprechern schallte. Um 10 Uhr 15 ging der Alarm los. Die Grundschüler – gerade noch in den Mysterien der Mathematik, der Grammatik oder eines anderen Fachs versunken – schauten sich nach den ersten Tönen der Sirenen mit großen Augen an, als wollten sie jubeln „Hurra Abenteuer“.

veröffentlicht am 22.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:41 Uhr

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Autor:

Carlhermann Schmitt
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Dann geht alles sehr schnell: Die Lehrer fordern die Kinder auf, sich an der Tür aufzustellen, ziehen eine lila Warnweste an und geben das Kommando: „Wir gehen jetzt direkt aus der Schule.“ Dann wurde durchgezählt, die Tür geöffnet und mit den Mädchen und Jungen flott, aber nicht hastig, die Schule verlassen. „Nach 45 Sekunden war die erste Klasse auf dem Hof“, freut sich Schulleiter Jan Liebold über den guten Verlauf. Er selbst war auch gerade noch im Unterricht, führt seine Klasse zum Sammelplatz gegenüber der Schule hinter einer Hecke, übergibt sie einem Kollegen und wechselt die lila Warnweste gegen eine gelbe mit der Aufschrift „Schulleitung“. „Jetzt bin ich für die Feuerwehr als deren direkter Ansprechpartner zu erkennen und kann auch ganz für die Einsatzkräfte da sein, weil ich die Verantwortung für meine Klasse abgegeben habe“, erläutert er die gesetzlichen Bestimmungen.

Die Notfallübung gilt diesmal auch nicht der Freiwilligen Feuerwehr, die zwar mit drei Einsatzfahrzeugen an der Grundschule eintraf und die Gelegenheit nutzt, ein paar Atemschutzträger mit C-Schlauch in ein Klassenzimmer zu schicken. „Die Übung wurde diesmal für die Lehrer abgehalten, die vorher darüber im Unklaren gelassen wurden“, wie der Sicherheitsbeauftragte der Schule, Richard Pelz, erklärt. Es sei auch der erste Umgang mit dem Alarmsystem gewesen. „Früher musste die Sekretärin rhythmisch den Klingelknopf betätigen, um in der Schule Alarm zu geben, und dann hoffen, selbst noch rechtzeitig das Gebäude verlassen zu können“, erinnert sich Liebold.

„Aber jetzt können wir hochzufrieden sein“, fasst der Schulleiter das Ergebnis der Übung zusammen. „Es dauerte weniger als vier Minuten, bis alle Lehrer und alle rund 190 Schüler am Sammelplatz eingetroffen waren.“ Bis auf eine Ausnahme hatten alle Lehrer ihre Warnwesten an. Die Ausnahme: In dem Fachraum, in dem sich die Klasse aufgehalten hatte, gab es keine. „So dient eine Übung auch dazu, solche Mängel zu erkennen und abzustellen“, fügt Pelz an. Ganz wichtig sei gewesen, dass die Lehrer die Klassenbücher dabei hatten. „Dort wird morgens als erstes vermerkt, welche Kinder fehlen. Und so können wir anhand der Klassenbücher feststellen, ob alle Kinder einer Klasse auch wirklich auf dem Sammelplatz sind und nicht vielleicht noch auf der Toilette“, sagt er.

Die Feuerwehr probte den Ernstfall mit Atemschutzgeräten.


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