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„Für die Heimat“

Fero47 veröffentlicht Album - und widmet Pyrmont einen Song

BAD PYRMONT. Freitag, der 13., ein Unglückstag? Nicht für Ferhat Tuncel alias Fero47. Auf den Tag genau ein Jahr nach einem schweren Verkehrsunfall hat er am Freitag sein Debütalbum „47“ veröffentlicht. Einen Song hat der 21-Jährige darauf sogar seiner Heimatstadt gewidmet: „Pyrmont“.

veröffentlicht am 13.12.2019 um 12:47 Uhr
aktualisiert am 13.12.2019 um 20:20 Uhr

Philipp Killmann

Autor

Reporter zur Autorenseite

„Pyyyrmooont! Auf dem Dach und die Luft riecht nach Pyyyrmooont / Unterwegs mit den Jungs hier in Pyyyrmooont!“, rappt und singt Fero47 mit seiner Reibeisenstimme in dem Song. Schon als Fero Ende Oktober in Bad Pyrmont Besuch von der Berliner Hip-Hop-Journalistin Salwa Houmsi bekommt, die ihn für den Spotify-Podcast „Vor der Mio“ interviewt, lässt er es sich nicht nehmen, mit dem Kurpark und dem laut Fero „altmodischen Flair“ seiner Heimatstadt anzugeben – aber auch auf Dinge hinzuweisen, die mit dem Kurort für gewöhnlich weniger assoziiert werden: Armut, Kriminalität und Sondereinsatzkommandos.

Zwischendurch wird der Zuhörer Zeuge, wie sich Fero auf dem Marktplatz von jungen Fans für Selfies fotografieren lässt, Fans, wie es sie auch in Hameln gibt, und aus deren Handys auf dem Schulweg seine Musik dröhnt. Und genau für die „kleinen Jungs“, wie er sagt, und für seine Freunde und Familie aus Bad Pyrmont, wo auch er immer noch wohne, habe er den Song „Pyrmont“ gemacht. „Für die Heimat“, sagt er im Telefongespräch auf der Autofahrt von Hameln nach Bad Pyrmont.

Eine andere Liebe von Fero gilt noch einer anderen Heimat. Der Heimat seiner Eltern: der Provinz Mardin im Südosten der Türkei. Daher rührt die 47 im Künstlernamen des kurdischen Rappers sowie der Titel seines nun erschienenen Debütalbums. Die 47 ist das Kfz-Kennzeichen von Mardin. Apropos Eltern: Am Tag seiner Albumveröffentlichung koppelte er auch eine weitere Single aus. „Daye“ heißt der Song. Das sei Kurmandschi und bedeute „Mutter“, erklärt er. In dem dazugehörigen Video, das er in Island gedreht habe, sieht man ihn in Kriegermontur durch Winterlandschaften wandeln und seiner Mutter huldigen.

Anfang des Jahres stieg Fero mit seiner Single „Jaja“, wie berichtet, aus dem Nichts auf Platz 8 der deutschen Charts ein. Auf zunächst Hunderte Follower auf Instagram folgten Tausende, inzwischen sind es über 900 000. Bei Spotify hat er knapp 1,7 Millionen monatliche Hörer. Spekulationen über mögliche Manipulationen oder Klick-Käufe, weist Fero von sich (wir berichteten). Dass die Veröffentlichung seines Albums auf Freitag, den 13., fiel, sei eine bewusste Entscheidung gewesen, sagt Fero. Denn auf den Tag genau vor einem Jahr war er gemeinsam mit seinem Manager Agit Akay in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, aus dem sie glücklicherweise unverletzt hervorgingen. „Alles hat vor einem Jahr begonnen“, sagt Fero und spricht deshalb auch von seinem zweiten Geburtstag.

Als diese Zeitung ihn im Januar auf Costa Meronianakis ansprach, der als Illmatic schon in den 90er Jahren Bad Pyrmont auf die Karte der Hip-Hop-Landschaft setzte, ansprach, war er ihm nicht mal ein Begriff. Inzwischen habe er sich ein paar seiner Musikvideos mal angesehen, sagt er auf Nachfrage. Und? „Das war cool, aber eine ganz andere Welle“, sagt er. „Die Zeiten haben sich geändert, Deutschrap hat sich geändert.“ Da wird ihm wohl kaum jemand widersprechen.



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