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Die Flugplatz-Gäste mit den angeklebten Bärten sind heute im Digitalsender ZDFneo zu sehen

Fernsehteam will Terroristen persiflieren

Bad Pyrmont / Köln / Mainz (jl). „Wir haben einen Flugplatz gesucht, der möglichst nah an einem Atomkraftwerk liegt“, sagt Wiebke Große von der Kölner TV-Firma „Prime Productions“. Damit bestätigt die Redakteurin, dass ihr Team durchaus für das ZDF unterwegs war, als es den Hobby-Piloten Wilfried Hecht zu einem Flug über das Atomkraftwerk Grohnde zu überreden versuchte (PN von gestern). Der Beitrag im Comedy-Format „Bullshit“ wird heute in der Sendung „TVLab“ (ab 22.25 Uhr) im Digital-Kanal ZDFneo ausgestrahlt. Wer den nicht empfängt, kann die Episode ab Sonntag in der ZDF-Mediathek im Internet sehen.

veröffentlicht am 01.09.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 11:21 Uhr

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Noch am Dienstag hatte ein ZDF-Sprecher noch am Dienstag auf Anfrage erklärt, ihm sei ein solcher Testauftrag nicht bekannt und es sei nicht Stil seines Hauses, für eine Sendung andere zu kriminellen Handlungen verleiten zu wollen.

Diese Auskunft sorgte zunächst für Verwirrung und brachte gestern zeitweilig sogar den Staatsschutz auf den Plan. Denn bis eine weitergehende PN-Recherche die Entwarnung brachte, war nicht auszuschließen, dass es sich bei den bärtigen Männern und ihrem Begleiter, die den Piloten vergeblich bis zu 10 000 Euro für einen Flug übers AKW boten, nicht vielleicht doch um Terroristen gehandelt haben könnte.

Redakteurin Große erklärt: „Wir arbeiten natürlich mit sehr überzogenen Mitteln und wollen unterhaltend Missstände anprangern.“ Durch die Verkleidung der beiden Moderatoren als islamistische Salafisten mit angeklebten Bärten habe das Team den Vorurteilen der Menschen nachspüren wollen. Pilot Wilfried Hecht habe aber „hervorragend gehandelt“, als er sich von den Besuchern nicht bestechen ließ.

Auch ZDF-neo-Redakteurin Sarah Flasch sucht jegliche Bedenken zu zerstreuen: „Unsere Presseabteilung ist natürlich nicht immer gleich über jeden Dreh informiert“, sagt sie. Hier seien das Terroristen-Klischee persifliert und die Gutgläubigkeit der Menschen hinterfragt worden. „Das ist kein Mainstream-Humor“, gibt sie zu. Immerhin: „Vor Ort war das dann ein Riesenspaß und alle haben viel gelacht“, ergänzt ihre Kollegin Wiebke Große aus Köln.

Pilot Wilfried Hecht sieht das ein bisschen anders. „Lustig habe ich das nicht gefunden“, sagt der pensionierte Kripo-Beamte und setzt hinzu: „Ich habe in meinem Leben genug außergewöhnliche Dinge erlebt.“ Ein mulmiges Gefühl habe ihn zwar auch dann nicht beschlichen, als seine vermeintlichen Fluggäste immer aggressiver wurden. „Aber es war nicht so ganz glücklich, dass ich allein mit denen auf dem Flugplatz war.“

Als die Männer ihn baten, übers AKW zu fliegen, habe er sofort beschlossen, gar nicht mit ihnen in die Luft zu gehen, sagt der 66-Jährige. „Deshalb habe ich denen dann im Grunde Märchen erzählt.“ So gebe es um das Grohnder Kraftwerk herum zwar ein Beschränkungsgebiet, aber nicht die „Sperrzone“, von der er gesprochen habe. Und auch der Wind sei nicht so problematisch gewesen, wie er den drei Männern weißzumachen versucht habe. Im Übrigen ist Wilfried Hecht sicher, dass ein echter Terrorist sich auch von einem Beschränkungsgebiet rund ums AKW nicht abhalten ließe. „Wenn einer da ‘reinfliegen will, dann macht er das.“

Das „Bull-shit“-Team des Jugendsenders ZDF neo bei seinem Comedy-Einsatz auf dem Pyrmonter Flugplatz in Kleinenberg.

Foto: ZDF



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