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Der Pyrmonter Arzt Dr. Jörg Meckelburg steuert Interhelp-Projekt auf den Philippinen

Ferkel für den Lebensunterhalt

Bad Pyrmont. Das Pyrmonter Interhelp-Mitglied Dr. Jörg Meckelburg ist von einem humanitären Einsatz auf den Philippinen zurückgekehrt. Für die heimische Hilfsorganisation betreut der in der Kurstadt niedergelassene Chirurg, der auch Ärztlicher Leiter „Rettungsdienst“ des Landkreises Hameln-Pyrmont ist, auf eigene Kosten ein Ferkelzucht-Projekt in der vom Taifun „Haiyan“ zerstörten Region um Tacloban. Das Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekt, „Hug your Hog“ genannt, das aus der Kurstadt gesteuert wird, ist in dieser Art einmalig auf den Philippinen. Es soll deshalb im November von einem Vertreter der Vereinten Nationen in Berlin als vorbildlich, nachhaltig und nachahmenswert vorgestellt werden.

veröffentlicht am 16.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 23:41 Uhr

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„Ich lebe in einer komfortablen Situation, die sehr privilegiert ist, und habe beruflich die Möglichkeit, kurzfristig Dinge zu verändern, mir Freiraum zu schaffen. Da sehe ich mich gegenüber Schwächeren in einer Bringschuld“, begründet Meckelburg sein großes soziales Engagement.

Und wie kommt ein Mediziner aus Bad Pyrmont zu einem Ferkelprojekt auf den Philippinen? „Ich hatte mir mit weiteren Helfern Gedanken gemacht, wie wir eine Familie, deren Junge im Taifun seine Eltern verloren hat, und der sich beim Suchen von Nägeln im Schutt von einer einstürzenden Mauer das Bein recht hässlich gebrochen hat, langfristig ernähren können“, berichtet Meckelburg. Und da sich die Oma des von ihm behandelnden Kindes von zwei Ferkeln, die sie drei Monate aufzog und dann verkaufte, zwei neue Tiere kaufen und neben dem Lebensunterhalt sogar Reparaturen an ihrer Hütte bezahlen konnte, sei daraus die Idee für das Interhelp-Ferkelzuchtprogramm entstanden.

Sodann sei es darum gegangen, Bedürftige auszusuchen, beispielsweise eine Schwangere, die ihren Mann im Taifun verloren hatte, eine Tante, die zwei elternlose Kinder aufzieht, Familien, deren Männer durch den Taifun zu Invaliden wurden. „Zu der Ferkelzuteilung gehört ein Training aller Bewerber“, erzählt der Pyrmonter. Das Training sei durch einen Vertreter der lokalen Landwirtschaftsbehörde durchgeführt worden und habe die Interessenten über Aufzucht, Pflege, Haltung und Umweltschutz unterrichtet. „Zusätzlich unterschreiben die mit einem Ferkel Begünstigten einen Vertrag mit Interhelp, der sie zum Einhalten dieser Auflagen, insbesondere im Tier- und Umweltschutz, verpflichtet“, berichtet Meckelburg. Durch lokale Vertreter fänden auch zwischendurch offizielle Besuche der Ferkelställe statt. Bei einem Vertragsverstoß würden die Tiere anderen Familien zugeteilt werden. „Gerade der Umweltschutz mit der Entsorgung der Fäkalien und die regelmäßigen Impfungen sind uns sehr wichtig“, sagt der niedergelassene Arzt und betont, dass das aber hervorragend klappe. „Ich habe mir alle bereits bestehenden Ferkelzuchten der ersten Lieferung angesehen und war total begeistert, mit welchem handwerklichen Geschick aus Kokosnussbäumen Ställe gebaut wurden. Aus dem Ertrag des zugeteilten Ferkels haben sich alle Familien ein zweites Ferkel gekauft“, berichtet der Interhelp-Aktivist.

Das Prinzip sei einfach: Ein Ferkel koste 2500 Peso, was etwa 42,50 Euro entspricht. Hinzu kämen noch einmal Kosten für Verpflegung und Impfung in gleicher Höhe. „Nach drei Monaten Aufzucht wird das Ferkel dann für etwa 10 000 Peso verkauft“, erzählt Meckelburg. Es gebe langfristige Absprachen, dass der Aufkäufer der Ferkel den Preis von 10 000 Peso nicht unterschreiten dürfe und Vereinbarungen mit dem Verkäufer, dass die Jungtiere nicht teurer als 2500 Peso sein dürften. Dr. Jörg Meckelburg: „Nach der ersten Aufzucht kaufen die Familien von dem Gewinn zwei Ferkel. Nach weiteren drei Monaten beträgt der Ertrag somit bereits 10 000 Peso. Ab diesem Moment reichen alle drei Monate die 5000 Peso für ein bescheidenes, aber von Spenden und weiterer Unterstützung völlig unabhängiges Leben.“HW/red

Der Pyrmonter Arzt Dr. Jörg Meckelburg betreut auf eigene Kosten ein Ferkelzucht-Projekt auf den Philippinen.pr



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