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Miese Kartoffeln für viel Geld / Leser fühlt sich über den Tisch gezogen

Faules Geschäft an der Haustür

BAD PYRMONT. Die Menschen wollen wissen, was sie essen. So sind Bio-Produkte gefragter denn je. Was geschäftstüchtige Zeitgenossen offenbar zu einer Vertriebsidee anregte: Sie bieten Obst, Gemüse und auch Kartoffeln an der Haustür an. Oftmals ist es ein faires Geschäft, bei dem die Erdäpfel ohne eigene Plackerei direkt in den Keller gekarrt werden. Manchmal jedoch ist es ein zwielichtiger Handel: Die Ware ist stark überteuert, von minderer Qualität und die Verkäufer betrügen ihre Kunden zudem bei der Menge.

veröffentlicht am 27.10.2017 um 17:15 Uhr

Foto: Pixabay
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Überrumpelt und über den Tisch gezogen fühlt sich auch eine Familie aus Bad Pyrmont nach einem Haustürgeschäft. Rückgängig machen konnten die Kurstädter den Handel nicht, nachdem ein halber Zentner Kartoffeln in ihre Garage gewandert war. Die waren teilweise faul, wie sich später herausstellte. Und ob die Knollen aus ökologischem Anbau stammen, wissen die Käufer auch nicht.

Seinen Namen möchte der Leser in der Zeitung nicht lesen. Aber er will andere vor dubiosen Machenschaften von fliegenden Händlern warnen. Als seine Frau allein zuhause war, habe es geklingelt. Eine ältere Frau soll vor der Tür gestanden und Bio-Kartoffeln angepriesen haben, so der Pyrmonter. Ein weißer Transporter habe hinter einer Ecke geparkt. Schnell sei man sich handelseinig geworden, trotz des Kilopreises von drei Euro. Wohl auch aufgrund des Drucks, den die Unbekannte auf die Pyrmonterin ausgeübt haben soll. Ein Mann sei aufgetaucht und habe eine Apfelsinenkiste mit 25 Kilogramm Kartoffeln in die Garage gebracht, so der Familienvater. „Das ging so schnell. Meine Frau war wie gelähmt, auch weil unser Säugling versorgt werden musste, erzählt der Mann.

Bezahlen sollte seine Frau unbedingt per EC-Karte. Ein Lesegerät sollen die auf diese Zahlungsmethode pochenden Händler dabei gehabt haben. Das habe die Hausherrin jedoch verhindern können und zahlte den Betrag von 95 Euro in bar: 75 Euro für 25 Kilogramm Kartoffeln sowie 20 Euro für 20 Orangen.

Später recherchierten die Pyrmonter anhand eines Zettels, den das Duo zurückgelassen hatte, im Internet nach dem Unternehmen. Sie stießen auf mehrere Einträge, die von dubiosen Machenschaften berichteten. Anzeigen nach Haustürgeschäften liegen der Polizei in Bad Pyrmont nicht vor, teilte ein Beamter mit.

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