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So wird im Bathildis die Sicherheit erhöht

Fast wie im Urlaub: ein Bändchen für jeden Patienten

Bad Pyrmont (jl). All-inclusive-Fans kennen sie aus dem Urlaub im Süden: die Plastikbändchen fürs Handgelenk. So kann das Hotelpersonal seine Gäste mit einem Blick als erkennen, und wer an der Bar den Arm hebt, kriegt seinen Gratisdrink ganz sicher.

veröffentlicht am 14.01.2011 um 21:47 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 21:21 Uhr

Fast wie „all inclusive“: Fee Schröer legt einer gerade eingelieferten Frau in der Notaufnahme des Bathildiskrankenh
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Solche Bändchen hat jetzt auch das Pyrmonter Bathildiskrankenhaus für seine Patienten eingeführt. Und zwar aus so ziemlich demselben Grund: um sie jederzeit sicher identifizieren zu können. Allerdings weniger, um Schnorrer fernzuhalten – denn wer geht schon ohne Not ins Krankenhaus?! Vielmehr dient das Bändchen allein der Sicherheit: Am Aufdruck sehen die Pflegenden und Behandler jederzeit, wen sie vor sich haben – auch dann, wenn der Patient schon auf dem OP-Tisch schläft und seinen Namen nicht mehr selber sagen kann.

Wenn Schwester Fee Schröer und ihre Kolleginnen und Kollegen den Patienten in der Notaufnahme im Ambulanz- und Aufnahmezentrum den Sinn des Plastikstreifens fürs Handgelenk erklären, dann zeigen die in der Regel Verständnis. „Die allermeisten finden das gut – zumal nach einer entsprechenden Erklärung“, sagt Krankenhaussprecher Herbert Grondmann. „Manchen ist es eher egal. Aber noch kein Patient hat es abgelehnt.“

Der Vorteil der Kennzeichnung bei der Aufnahme oder auch vor einer ambulanten Operation liegt nicht nur nach Grondmanns Überzeugung auf der Hand. Die Einführung der Bändchen und andere Sicherheitsmaßnahmen gehen auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und des „Aktionsbündnisses Patientensicherheit“ zurück, einem hochoffiziellen Zusammenschluss von Unternehmen und Organisationen im Medizinbereich unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers.

Die Bändchen sind allerdings nur ein Schritt auf dem Weg zu noch mehr Sicherheit, den das Bathildiskrankenhaus geht. Vor jeder OP hat das Haus an der Maulbeerallee jetzt auch ein „Team Timeout“ eingeführt. Dieses aus dem Sport bekannte Innehalten funktioniert so: Bevor der Operateur beim Patienten zum ersten Schnitt mit dem Skalpell ansetzt, checkt das Team sicherheitshalber ein letztes Mal, wen es vor sich hat (auch hier hilft das Bändchen), was operiert werden soll, wirft noch einen Blick aufs Röntgen- oder MRT-Bild und checkt, ob auch das richtige Implantat bereitliegt. Eingespielte OP-Teams wissen das zwar alles ohnehin. Aber das „Time out“ manifestiert den Datenabgleich ganz klar. Damit die Horrorvision nie Realität wird: dass zum Beispiel ein Patient, der einen Herzschrittmacher bekommen sollte, Stunden später ohne seinen linken Fuß wieder aufwacht. „Solche Verwechslungen stellen für Betroffene den absoluten Super-Gau dar“, sagt Herbert Grondmann. Aber sie kämen äußerst selten vor. Beruhigend: „Bei uns ist so etwas noch nie passiert.“ Es geht also beim Timeout um reine Vorsorge – und nicht um den Versuch, Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.

Ein wenig mehr in diese Richtung deutet die klinikinterne Einführung des CIRS (Critical Incident Reporting System). In dieses Meldesystem für Beinahe-Fehler sollen Krankenhausmitarbeiter melden können, wenn im OP-Saal etwas nicht perfekt lief. Wichtig dabei: Die Anonymität des oder der Meldenden soll gewahrt bleiben, damit ihm oder ihr aus der Meldung kein beruflicher Nachteil erwächst. Durch das Erkennen und Benennen potenzieller Fehlerquellen sollen diese ausgeräumt werden, um die Patientensicherheit noch weiter zu erhöhen.



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