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Sofja Gülbadamova überzeugt mit weniger bekannten Stücken

Fast vergessene Meisterwerke

BAD PYRMONT. Das vorletzte Konzert der diesjährigen Reihe „Weltmusik – Weltklassik am Klavier“ wird ganz ohne Zweifel wieder als ein herausragendes musikalisches Ereignis in Bad Pyrmont in Erinnerung bleiben. Am Blüthner-Flügel im Pyrmonter Konzerthaus saß am frühen Samstagabend mit Sofja Gülbadamova eine Konzertpianistin von besonderem Rang.

veröffentlicht am 05.05.2019 um 17:22 Uhr

Sofja Gülbadamova begeisterte im Konzerthaus das Publikum. Foto: br
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Was sie, von ihren herausragenden musikalischen Qualitäten abgesehen, unter anderem aus der Reihe und Mitbewerber in diesem Metier heraushebt, ist nicht zuletzt die Art, wie sie ihr Programm zusammenstellt. „Ich mag keine allzu bekannten Stücke spielen“, bekennt sie offen. Das mag zunächst reichlich anspruchsvoll, wenn nicht gar ein wenig abgehoben klingen, aber den Anspruch, „dass sich mein Publikum ruhig mal ein wenig anstrengt“, stellt sie eben an ihr Auditorium. Allemal regt das zu intensivem Zuhören an und bewahrt vor „das-könnt-ich jetzt-glatt-mitsummen“-Gedanken.

Mit Robert Schumann und Edward Grieg standen zwar sehr namhafte und über das Konzertpublikum hinaus bekannte Komponisten auf dem Programmzettel, deren Werke aber, die Sofja Gülbadamova ausgewählt hatte – vornehmlich Liedkompositionen und lyrische Stücke – gehören keineswegs zu dem, was gemeinhin im CD-Regal des Hobby-Klassikliebhabers zu finden sein dürfte. So war es denn wahrlich keine „leichte Kost“, die im Pyrmonter Konzertsaal geboten wurde.

Obendrein dürfte Josef Suk (1874 bis 1935) den meisten Konzertbesuchern völlig ungekannt gewesen sein. Und das, obwohl, wie es von der Pianistin erfuhr, Josef Suk immerhin Antonin Dvorak sowohl als Lehrmeister fürs Komponieren als auch zum Schwiegervater hatte, dem er sich sehr eng verbunden fühlte, ohne indes je von dem großen Vorbild „abgekupfert“ zu haben.

Da war es dann durchaus sinnvoll, dass die 1981 in Moskau geborene und als 15-Jährige nach Deutschland gekommene Künstlerin dem Publikum ihre Programmpunkte jeweils etwas ausführlicher vorstellte. Es trug nicht nur zum Verständnis der Stücke bei, es verhalf auch zu deutlich mehr Hörgenuss. Über den wiederum zu sagen, er sei großartig gewesen, wäre zu wenig – von einem grandiosen Hörerlebnis zu sprechen, ist hingegen angemessen.

Ohnehin erübrigen sich Worte, wenn es um den Versuch geht, Sofja Gülbadamovas Qualitäten als Pianistin zu beschreiben. Dafür stand, was sie der Klangfülle des Konzertflügels von zartklingend bis atemberaubend aufbrausend und donnernd entlockte – und das ist nun einmal unbeschreiblich.



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