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Riesen-Ansturm auf die neu eröffnete „Lidl“-Filiale an der Bahnhofstraße

Fast so, als gäbe es alles umsonst

Bad Pyrmont (jl). Jahrelang haben Bad Pyrmonts Politiker über das Für und Wider des „Lidl“-Umzugs zur Bahnhofstraße debattiert, bis eine CDU-FDP-Mehrheit im Rat den Plan absegnete – nicht zuletzt aus Furcht davor, dass der Discounter sonst aus der Kurstadt abziehen würde.

veröffentlicht am 06.07.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 23:21 Uhr

„Sowas erlebt Bad Pyrmont nicht alle Tage“ – d
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Die Fraktion SPD/Muchow lehnte den neuen Standort ab, um die Suche nach einem Betreiber für den Standort Waisenhof nicht zu blockieren. Zudem wollte man immobilen Kunden nicht noch eine Einkaufsmöglichkeit in der Stadt nehmen und fürchtete den Leerstand am Markt. Und die Pyrmonter Einzelhändler warnten vor einem Kaufkraftabzug aus dem Zentrum.

Doch die Querelen sind Geschichte: Seit Montag um 8 Uhr ist die 1000-Quadratmeter-Filiale geöffnet – und erlebte einen Besucheransturm, als gäbe es noch mehr umsonst als Kaffee und Gebäck oder die Kleinigkeiten aus dem stets in der Gewinnzone anhaltenden „Glücksrad“.

Mit „Sowas erlebt Bad Pyrmont schließlich nicht alle Tage“, begründete ein Kunde, der schon um 8 Uhr vor der Tür gewartet hatte seinen besuch. Ein anderer fand schlicht: „Gucken muss man ja mal.“ Eine ältere Stammkundin, die von Filialleiterin Marlis Hagemann zur Begrüßung umarmt wurde, fand jedoch nichts Gutes am Umzug. „Ich habe in den letzten Wochen noch auf Vorrat im alten Laden gekauft“, sagte sie. „Künftig muss ich mir einmal im Monat ein Taxi nehmen.“

Auch die Polizei ließ sich blicken. Allerdings kam Kontaktbeamter Klaus-Hermann Frede nicht als Schnäppchenjäger, sondern, „um zu sehen, ob das Verkehrskonzept hier funktioniert“. Abgesehen davon, dass das Lidl-Grundstück komplett zugeparkt war, jemand beim Rangieren ein anderes Auto rammte und die Linksabbieger warten mussten, gab es aber keine nennenswerten Probleme.

Umsatz „holen sie von anderen weg“

Klaus-Hermann Frede war gestern längst nicht der Einzige in Uniform am Ort. Emsig schwirrten diverse Anzugträger durch die Filiale, nahmen Aufsteller in Augenschein und prüften die Präsentationen. Und sie dürften froh gewesen sein, dass das Geschäft jetzt läuft – hatten doch Probleme mit dem Untergrund den Bau und die Eröffnung um mehr als ein Jahr verzögert.

So groß der Ansturm auf Lidl, so wenig hatten andere Lebensmittelhändler zu tun. „Wir haben es heute extrem gemerkt“, sagte Klaus Hermann Schmidt vom „Frischmarkt“ an der Oesdorfer Straße. Er hofft zwar auf bessere Tage, macht sich aber keine Illusionen: „Wenn die sich um das Zweieinhalbfache vergrößert haben, brauchen sie auch mehr Umsatz. Und den holen sie von anderen weg.“

Immerhin: Das Personal aus dem alten Laden – eine Voll- und acht Teilzeitkräfte – hat der Discounter in die neue Filiale übernommen, dem Vernehmen nach zu bisherigen Konditionen. Hinzu kommen eine neue Voll- und fünf Teilzeitkräfte. Das erhöht den Personalbestand zwar auf 15 Leute – bleibt aber hinter Lidls Ankündigung zurück, 20 Menschen anstellen zu wollen.

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