weather-image
16°
Bürgersinn/FDP und CDU stoppen Prüfauftrag zur Trägerschaft des Humboldt-Gymnasiums

Fakten-Check bleibt unvollendet

Bad Pyrmont. Disput um den Prüfauftrag zur Trägerschaft des Humboldt-Gymnasiums: Im Stadtrat forderten SPD und Grüne weitere Daten, um die Zukunft der Schule auf ein solides Fundament zu stellen. Für Bürgersinn/FDP, CDU und den fraktionslosen Lars Diedrichs ist aber schon das anscheinend ein Sakrileg.

veröffentlicht am 28.02.2016 um 16:34 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:50 Uhr

270_008_7840495_pn110_Gymnasium_2902.jpg

Autor:

VON CHRISTOPH SCHNURPFEIL
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Nach ihrer Auffassung darf nicht daran gerüttelt werden, dass die Stadt Trägerin des Humboldt-Gymnasiums bleibt. Letztere setzten sich jetzt im Stadtrat durch: Der Fakten-Check durch die Verwaltung ist passé.

Auch für die Rathaus-Mitarbeiter kam das unerwartet, wie nach der Sitzung zu erfahren war: „Ich hätte mit diesem Antrag nicht gerechnet“, sagte Stadtamtsrat Stefan Ölmann unserer Zeitung. Doch der Vorstoß von Bürgersinn/FDP hat nun seine unvollendete Arbeit gestoppt. Die Fraktion war schon im Oktober 2014 das Zünglein an der Waage, als die SPD das nun beendete Verfahren in Gang gesetzt hatte. Damals hatte sich die Fraktion Bürgersinn/FDP allerdings noch für den Prüfauftrag ausgesprochen.

Die Gründe für den Sinneswandel offenbarte die Fraktion Bürgersinn/FDP im Antrag zur Beendigung des Prüfauftrages jedoch nicht. „Die Begründung erfolgt mündlich“, hatte noch der inzwischen verstorbene Wilfried Seibel angekündigt. Und auch der entsprechende Vortrag von Fraktionsmitglied Adelheid Ebbinghaus war knapp: „Der Zwischenbericht konnte weder in die eine, noch in die andere Richtung weisen. Das Prüfergebnis hat mir keine neuen Erkenntnisse gebracht“, erläuterte sie.

Weitaus ausführlicher und kämpferisch stellte sich die CDU-Fraktionsvorsitzende Ursula Körtner der Diskussion. Schon im ersten Satz ihrer Re-de stellte sie fest: „Wir haben uns immer klar und deutlich für den Erhalt der Schulträgerschaft ausgesprochen.“ Ihren Kontrahenten dagegen attestierte sie die Zielsetzung, diese an den Landkreis abgeben zu wollen. Und dadurch sieht Körtner nicht weniger als den Fortbestand des Humboldt-Gymnasiums in Gefahr: „Wir können durch keinen Vertrag, keine Zusicherung, keine politischen Versprechungen, keine Schulentwicklungsplanung unsere Schulen absichern, wenn wir die Schulträgerschaft abgeben“, prophezeite die Chefin der CDU-Fraktion.

Das neue Landesschulgesetz gebe außerdem vor, Integrierte Gesamtschulen (IGS) könnten alle anderen Schulformen er-setzen, so Körtner. Im Klartext bedeute das weiter: „Haben wir eine IGS, dann können das Gymnasium, die Realschule und die Hauptschule in dieser Einheitsschule zusammengefasst werden und unser Schulzentrum heißt dann Gesamtschulzentrum.“ Im Übrigen habe ein Votum auch den Schülerwillen zum Ausdruck gebracht, „dass die Schulträgerschaft hier in Bad Pyrmont bleibt“, betonte Körtner.

SPD-Fraktionschef Ulrich Watermann setzte dem entgegen: „Nicht die Landesregierung oder der Träger entscheiden über den Bestand einer Schule, sondern deren Qualität und die Schülerzahlen.“ Eltern seien bereit, ihre Kinder auch in Schulen außerorts anzumelden, wenn das Angebot mehr überzeuge. SPD-Ratsfrau Heike Beckord betonte, „wir wollen keine Schulen schließen, wir wollen die Fakten prüfen.“ Und ihr Mitstreiter Uwe Schrader erklärte: „Wer privat ein Haus oder Auto kaufen oder etwas mieten will, der vergleicht zunächst. Verweigern Sie sich doch nicht der Datenerhebung“, forderte er. Es habe den Eindruck, „Sie fürchten das Ergebnis wie der Teufel das Weihwasser.“

Fabian Sieland (Grüne) unterstrich: „Entscheidungen müssen auf Fakten beruhen.“ Er hinterfragte die Möglichkeiten der Stadt als Trägerin: etwa, „ob sie sich in den letzten Jahren im Hinblick auf die Räumlichkeiten mit Ruhm bekleckert hat. Ich sehe das nicht so.“ Und auch alte Wunden wurden aufgerissen: Nach seinem Eindruck werde je nach Schulform unterschiedlich agiert, konstatierte Manfred Schmidt (SPD): „Bei der Sonderschule hatten sie jedenfalls keine Probleme damit, sie auf die grüne Wiese zu bauen“, hielt er den Verfechtern der städtischen Schulträgerschaft vor.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt