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Auto und Rad für Hospiz Bethesda

Fahrten mitten ins Leben

BAD PYRMONT. Wenn es draußen wieder milder wird, dann kann das „Haus Bethesda Hospiz“ in Löwensen seinen Gästen künftig Ausflüge in die Umgebung anbieten. Möglich macht das ein Rollstuhlfahrrad. Von Fahrten „mitten ins Leben“ spricht Hospizleiterin Marianne Gehring. Ergänzt wird der Fuhrpark mit einem VW Caddy Maxi.

veröffentlicht am 23.01.2019 um 13:21 Uhr
aktualisiert am 23.01.2019 um 20:30 Uhr

Hospiz-Geschäftsführer Bernhard Jess und Hospizleiterin Marianne Gehring freuen sich über ihren kleinen Fuhrpark. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Das Hospiz, in dem sich 25 Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter um unheilbar kranke Gäste kümmern, liegt idyllisch, aber auch abgelegen. „Die ruhige Lage erfordert für viele Wege einen Pkw“, erklärt Hospiz-Geschäftsführer Pastor Bernhard Jess. Deshalb sei die Freude groß gewesen, als der Kauf des Fahrzeuges durch „Hand in Hand“ befürwortet worden sei. Für 26 000 Euro konnte Jess das gebrauchte Fahrzeug kaufen und hat sich für eine goldgelbe Farbe entschieden. Dass Schwarz oder Silber nicht infrage kam, lag auf der Hand. Das Fahrzeug verfügt über eine große Ladefläche, um beispielsweise einen größeren Pflegerollstuhl, Material für Ausstellungen und Lebensmittel zu befördern. Ergänzt um eine weitere Rückbank, können bis zu sieben Passagiere befördert werden. Verwendung findet der Wagen auch für Fahrten zu Fortbildungen und überregionalen Treffen im Hospiz-Verband. „Die Mitarbeiter hatten auch sofort einen Namen für den Wagen“, berichtet Jess. „Sie nennen ihn Bethi, abgeleitet von Bethesda.“ Sein Vorschlag Beti – abgeleitet von Beten – habe nur Heiterkeit verursacht.

Mit dem Rollstuhldreirad können Gäste des Hospizes zusammen mit einem Fahrer oder einer Fahrerin die Umgebung erkunden. Der Gast wird in einem Rollstuhl mit Gurten gesichert, an denen der hintere Teil eines Fahrrades montiert ist, das von einem Elektromotor unterstützt wird. „Das macht auch Fahren in die hügelige Umgebung möglich“, freut sich die Hospizleiterin Marianne Gehring.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Hospiz von „Hand in Hand“ und anderen Spendern unterstützt worden ist. Und die Wunschliste ist noch lange nicht zu Ende. Zum Beispiel hätte die Leiterin gerne eine mobile Bettenerweiterung, die den Gästen und ihren Angehörigen Nähe ermöglichen würde. „Noch einmal nebeneinanderliegen und sich in den Arm nehmen, diesen Wunsch haben viele Gäste, doch dafür sind die Betten zu schmal.“ Gescheitert sei das bislang an rechtlichen Vorgaben, denn Pflegebetten unterliegen als Medizinprodukt besonderen Anforderungen.

Seit drei Jahren gibt es die Agaplesion Haus Bethesda eGmbH als Ableger des Bathildiskrankenhauses, die die Arbeit des Hospiz Mutter Anselma fortsetzt. Vor einem Jahr wurde die Zahl der Betten von acht auf zehn erhöht und das Personal aufgestockt. Laut Jess lag die Auslastung 2018 bei 86 Prozent, was den Vorstellungen des Gesetzgebers entspreche. Auch wenn manchmal die Nachfrage das Angebot übersteige, so gebe es auch Zeiten mit freien Betten. „Eine Auslastung von 100 Prozent würde dem Hospizgedanken widersprechen, denn wir geben den Angehörigen immer auch genügend Zeit zum Trauern“, erläutert Gehring. „Alles andere wäre für Gäste und auch Mitarbeiter nicht zuträglich.“

Laut Jess ist eine Auslastung von 80 bis 90 Prozent notwendig, um ein Hospiz ausreichend zu finanzieren. „Es gibt bereits Gebiete in Niedersachsen, in denen wohlmeinende Menschen zusätzliche Hospize bauen und in Betrieb nehmen, was zu einem ethisch fragwürdigen Wettbewerb führt.“

15 Prozent der Kosten musste das Hospiz in Löwensen laut Jess letztes Jahr selber finanzieren. „Jedes Hospiz in Deutschland ist auf Spenden angewiesen. Ohne die zahlreichen Spender wäre die wichtige Arbeit nicht möglich“, betont Jess.



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