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IHK fördert Professur „Arbeits- und Fabriksysteme“ an der Hochschule OWL

Fabrikplanung für Industrie 4.0

Lemgo. Thomas Glatzel hat im Dezember seine Arbeit als Professor an der Hochschule OWL in Lemgo aufgenommen. Bei seiner Stelle handelt es sich um die Stiftungsprofessur „Wirtschaftsingenieurwesen, Schwerpunkt Arbeits- und Fabriksysteme“ am Fachbereich Produktion und Wirtschaft. Die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) fördert die Stiftungsprofessur mit insgesamt 500 000 Euro. Damit kann das neue Fachgebiet die ersten fünf Jahre finanziert werden.

veröffentlicht am 23.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:41 Uhr

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„Mit ihrer Förderung trägt die IHK maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit der Hochschule OWL sowie produzierender Unternehmen, insbesondere in der Region Ostwestfalen-Lippe, bei“, so Hochschulpräsident Dr. Oliver Herrmann. „Von der effizienten Gestaltung von Produktionsstätten und Arbeitssystemen profitieren alle Beteiligten.“

Ernst-Michael Hasse, Präsident der IHK Lippe zu Detmold, ergänzt: „Mit unserem Engagement unterstützen wir die regionale Wirtschaft auf dem Weg des Wandels in eine digitalisierte Industrieproduktion doppelt – durch intensiven Transfer und gut ausgebildete Absolventen.“ Durch die Stiftungsprofessur sollen die interdisziplinär geprägten Wissenschaftsdisziplinen der Fabrikplanung und Arbeitswissenschaft an der Hochschule OWL in Forschung und Lehre durch Professor Glatzel vertreten werden.

Die Fabrikplanung beschäftigt sich mit der Neu- und Umplanung von Produktionsstätten nach technischen, organisatorischen und personellen Aspekten. Während der Fabrikplanung eine deutliche strategische Dimension zukommt, beziehen sich die Inhalte der Arbeitswissenschaft auf die wirtschaftliche und menschengerechte Gestaltung von konkreten Arbeitssystemen, die auch als Mensch-Maschine-Systeme bezeichnet werden.

Typische Inhalte der Arbeitswissenschaft sind die Produktions- und Produktergonomie, die Gestaltung der Arbeitsumgebung, der Arbeitsschutz oder die Arbeitswirtschaft. „Industrie 4.0 wird nicht nur die Produktion in den Betrieben und Wertschöpfungsketten verändern, sondern auch die Produktionsarbeit an sich. Die Stiftungsprofessur ‚Arbeits- und Fabriksysteme‘ wird an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine die Lösungen entwickeln, die für die Akzeptanz und den Erfolg von Industrie 4.0 entscheidend sein werden“, so Hasse.

Mit der Schaffung der Professur verfolgt die Hochschule weiterhin das Ziel, den im Aufbau befindlichen und vom Land NRW anerkannten Forschungsschwerpunkt „ProErgo – Ergonomische Gestaltung von Produktionsmaschinen im Kontext Industrie 4.0“ nachhaltig zu stärken und in der Forschungscommunity – national wie international – fest zu verankern. „Wir sind froh, dass wir Professor Glatzel für diese Aufgabe gewinnen konnten“, so Professor Reinhard Grell, Dekan des Fachbereichs Produktion und Wirtschaft der Hochschule OWL.

Thomas Glatzel hat an der Universität Hannover am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen promoviert und im Anschluss dort die Position des Abteilungsleiters übernommen. Zudem war der heute 49-Jährige bei der Bosch Rexroth AG fünf Jahre lang technischer Projektleiter, bis er dort ab 2010 als Fertigungsgruppenleiter arbeitete. „Von seiner langjährige Erfahrung in Wissenschaft und Wirtschaft wird der Forschungsschwerpunkt ProErgo sicher profitieren können“, so Professor Sven Hinrichsen, Prodekan im Fachbereich Produktion und Wirtschaft und Sprecher des Forschungsschwerpunktes ProErgo.

Die Forschungsgruppe „ProErgo“ ist fächerübergreifend angelegt. Zu ihr gehören Professorinnen und Professoren aus den Fachbereichen „Produktion und Wirtschaft“, „Architektur und Innenarchitektur“ sowie „Elektrotechnik und Technische Informatik“ der Hochschule OWL. Ebenfalls beteiligt ist das Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation. Ziel ist es, gemeinsam mit Herstellern, Betreibern und Nutzern innovative ergonomische Standards für Produktionsmaschinen und deren Betrieb zu erforschen und diese im Rahmen von Maschinenprototypen zu erproben. Mit rund 200 000 Euro wird der Schwerpunkt im Rahmen des Förderprogramms FH-Struktur für zwei Jahre gefördert. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW unterstützt somit die Entwicklung von innovativen ergonomischen Standards für Produktionsmaschinen.

„Wirtschaftsingenieurwesen, Schwerpunkt Arbeits- und Fabriksysteme“ ist eine von vier Stiftungsprofessuren, die die Hochschule OWL seit 2013 einwerben oder besetzen konnte. Die weiteren sind die Stiftungsprofessur „Nutzergerechte Gestaltung von technischen Systemen mit Schwerpunkt Informatik“ (September 2014), die Stiftungsprofessur Musikinformatik im gemeinsamen „Zentrum für Musik- und Filminformatik“ mit der Hochschule für Musik Detmold (April 2013) sowie die Stiftungsprofessur am Fachbereich „Life Science Technologies“ im Studiengang „Technologie der Kosmetika und Waschmittel“ (September 2013).red

Mit vereinter Kraft (v. li.):: Dr. Hubert Honvehlmann (Stifterverband), Prof. Dr. Reinhard Grell (Dekan des Fachbereichs Produktion der Hochschule OWL), Dr. Oliver Herrmann (Präsident der Hochschule OWL), Ernst-Michael Hasse (Präsident der IHK), Professor Dr. Gunther Olesch (Vize-Präsident der IHK), Professor Dr. Thomas Glatzel und Axel Martens (Hauptgeschäftsführer IHK Lippe.pr



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