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Gast der Hufeland-Therme fühlt sich von vier Jugendlichen bedroht und erstattet Anzeige

„Ey Alter, mach nicht die Welle“

Bad Pyrmont. Die Hufeland-Therme gilt als Ort der Ruhe und Entspannung, als Wohlfühl-Oase. Und einmal so richtig relaxen und sich wohlfühlen wollte auch Kriminalhauptkommissar Karl-Heinz V. (Name der Redaktion bekannt), der gerade in einer Pyrmonter Fachklinik zur Kur weilt. Doch der samstägliche Aufenthalt des Steinfurters in dem Pyrmonter Wellness-Tempel wurde nicht nur abrupt gestört, er endete auch mit Strafanzeigen wegen Bedrohung, Nötigung und Beleidigung gegen vier 17 Jahre alte Bad Pyrmonter, die der Polizei seit Längerem hinlänglich bekannt sind.

veröffentlicht am 10.05.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 06:41 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Der Gast befand sich gerade allein auf dem seitlichen Wasserbett, um zu entspannen, als seine Ruhe von dem Auftritt der vier jungen Männer jäh gestört wurde. „Einer hatte sich mit Schwung auf das Möbelstück geworfen und brachte es durch eindeutige Hüftbewegungen in heftige Wellenbewegung. Dabei sah er mich an und sagte: ‚Ey Alter, hier kann man gut f...‘“, erzählt der Gast und berichtet von einer unüberhörbaren Lautstärke. Der Polizeibeamte war entsetzt. Er forderte den neben sich liegenden jungen Mann auf, sich gemäß der Hausordnung zu benehmen. Doch der fühlte sich dadurch offenbar zum Reagieren gezwungen und bekam nun auch Unterstützung seiner drei Freunde. „Ey Alter, mach nicht die Welle. Wir wissen, wo Dein Auto steht. Leg Dich nicht mit uns an. Wir sind bei den Hells Angels.“ Gleichzeitig sei der liegende Rowdy von seinen Kumpanen aufgefordert worden, den „Alten“ vom Wasserbett zu vertreiben. Karl-Heinz V. kam ihnen zuvor und stand auf. Andere Ruhesuchende hatten ob der lautstarken Auseinandersetzung bereits das Weite gesucht und den Raum verlassen.

Der Steinfurter machte sich auf den Weg zum Bademeister, um ihn darum zu bitten, für Ordnung zu sorgen und die vier Jugendlichen der Therme zu verweisen. „Da er bereits zuvor mit diesen jungen Männern zu tun hatte, weil sich andere Gäste beschwert hatten, kam er direkt mit. Die Vier lagen nun eng nebeneinander auf dem Wasserbett“, erzählt der Steinfurter. Der Bademeister habe die jungen Männer gebeten, aufzustehen und versucht, sie zur Ruhe zu ermahnen. „Meine Beschwerde führte dazu, dass die Jungs mir nun massive Schläge androhten“, berichtet V., der eigenen Angaben zufolge in dieser Bedrohung eine ernsthafte Gefährdung für Leib und Leben und den strafrechtlichen Tatbestand der Bedrohung erfüllt sah. Er gab bekannt, Kriminalbeamter zu sein, wollte die Personalien der jungen Männer feststellen, um Anzeige zu erstatten.

Darauf folgten weitere Beleidigungen des jugendlichen Quartetts, und V. bat den Bademeister, die Polizei zu rufen. Zudem wollte er einen der vier Jugendlichen aufhalten, was die Schwimmaufsicht mit den Worten vereitelt haben soll, dass hier niemand angefasst werde. Auch wolle der Bademeister keine Schlägerei haben.

Die Jugendlichen verließen den Ruheraum, seien in den Umkleidebereich gestürmt, um sich hastig umzuziehen. V. positionierte sich im Ausgangsbereich, um auf die Polizei zu warten und die Vier gegebenenfalls aufhalten zu können. „Der Bademeister teilte mir aber mit, dass ich die Jugendlichen nicht aufhalten dürfe. Ich sah mich auf der schwächeren Seite, da ich außer dem Bademantel und Latschen unbekleidet war“, erzählt V., der später bei der Polizei die Täter anhand von Fotos identifiziert hat.

Kurdirektor Heinz-Hermann Blome spricht von einem „außergewöhnlichen Vorgang“ und betont, dass es sich um einen bedauerlichen Einzelfall gehandelt habe. Der Verwaltungschef des Staatsbades stellt sich vor den Bademeister der Hufeland-Therme: „Er hat absolut deeskalationswirkend agiert, einen guten Job gemacht und auf die Parteien mäßigend eingewirkt.“

Blome will den Vorgang aber nicht auf sich beruhen lassen, sondern die vier Jugendlichen mit einem Hausverbot belegen. Er hat sich deshalb auch schon mit der Polizei in Verbindung gesetzt und überdies in Erfahrung gebracht: „Diese Kameraden sind nicht von Pappe.“ Deshalb schließt der Kurdirektor auch nicht aus, die Eltern der Jugendlichen in Regress zu nehmen, „wenn wir durch ihr Verhalten einen Imageschaden feststellen sollten“.

Der Eingang der Hufeland-Therme und das Wasserbett, auf dem sich der Streit entzündete.



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