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Prächtige Fassade in Pyrmont

Es war einmal ein fürstlicher Bahnhof

BAD PYRMONT. Mit der Verkehrsanbindung durch die Hannover-Altenbekener Eisenbahn beginnt für den Kurort Pyrmont im 19. Jahrhundert ein neues Kapitel.

veröffentlicht am 09.02.2018 um 13:01 Uhr

Pyrmonts repräsentativer Zugang zum Eisenbahnzeitalter: 1872 wird die Strecke nach Hameln eröffnet. Das Empfangsgebäude ähnelt einem Schloss. Foto: Archiv

Autor:

Dr. Dieter Alfter
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Als am 10. August 1872 die Teilstrecke Hannover–Pyrmont eröffnet wird, die zahlreichen Ehrengäste im „Hotel zur Krone“ gemeinsam die Zukunft beschworen haben, berichtet das „Pyrmonter Wochenblatt“, wie stark schon am ersten Wochenende der Zustrom von Besuchern registriert werden konnte: „Dies ist in Folge der nunmehrigen leichten Verbindung eine sich stets steigernde Frequenz Pyrmonts mit Sicherheit zu erwarten.“ Tatsächlich erhöht sich die Zahl der Besucher in den nächsten Jahren von 5000 auf 13 000 Gäste.

Die Bahnreisenden, die ab Ende 1873 bis nach Altenbeken fährt, dürften beeindruckt sein von der schlossartigen Bahnhofsanlage. Wie ein ländlicher Herrschaftssitz mit Fachwerk und Türmen begrüßt das Empfangsgebäude seine Gäste. Sie spüren schon hier etwas von der Eleganz Pyrmonts, dem Fürstenbad. Vor dem Gebäude warten die Droschken, die die Gäste ins Kurzentrum bringen. Die Bahnanlage ist weit außerhalb des Kurortes gelegen, weil Lärm und „Feinstaub“ der Dampfloks nicht zu einer Belastung werden sollen. Bei Eröffnung der Bahnstrecke ist die schnurgerade Bahnhofstraße noch im Bau. Es dauert einige Zeit, bis die Besucher durch die Emmerlandschaft in die vornehm bebaute Wohnstraße in Richtung Kaiserplatz fahren können. Ab 1879 ersetzt die Pferdebahn diese Anbindung, 1924 übernehmen Autobusse die Beförderung.

Zu dieser Zeit verblasst schon ein wenig der Glanz des Empfangsgebäudes: Das Fürstenzimmer wird Sitz der Bahnmeisterei. 1925 erhalten die beiden Türme Zwiebelform, die Wände werden zum Teil mit Holz verschalt. Wartesäle und Gepäckaufgabeschalte fehlen von Anfang an. Bis zum Neubau 1978 bleibt es bei ständigen Um- und Anbauten. Dennoch ist das repräsentative Gebäude im Herzen der Pyrmonter verankert – so sehr, dass es, ähnlich wie die Villa Schücking, heute schmerzlich vermisst wird. Sicher liegt es das auch an der nüchternen Architektur aus den 1970er Jahren und dem ungepflegten Zustand, die den Bahnhof nun charakterisieren.

Immer wieder wird das Bahnhofsgebäude umgestaltet – bis es Ende der 1970er Jahre für den Neubau weichen muss. Foto: Archiv
  • Immer wieder wird das Bahnhofsgebäude umgestaltet – bis es Ende der 1970er Jahre für den Neubau weichen muss. Foto: Archiv

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