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Stadtsparkassenchefs zeigen sich mit 2018 sehr zufrieden, auch wenn Nullzinsen und NordLB Ergebnis drücken

„Es ist viel Geld am Markt“

BAD PYRMONT. Der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Martin Lauffer hat sich mit der geschäftlichen Entwicklung 2018 sehr zufrieden gezeigt. Insbesondere im Einlagenbereich seien hohe Zuwächse zu verzeichnen, berichtet er am Mittwoch. Durch den Anteil der Bank an der Rettung der NordLB sank allerdings der Gewinn.

veröffentlicht am 03.04.2019 um 15:10 Uhr
aktualisiert am 03.04.2019 um 19:30 Uhr

Martin Lauffer (re.) und Jens Veneman – hier in der Geschäftsstelle in der Brunnenstraße – verantworten die Geschicke der Stadtsparkasse Bad Pyrmont. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Zwar habe die Beteiligung der Bank an der Rettung der „NordLB“ in der Wachstumsdynamik eine „Bremsspur“ verursacht, aber das Wachstum nur etwas verlangsamt. Dadurch liege der Bilanzgewinn mit 200 000 Euro um 766 000 Euro unter dem Niveau von 2017.

Beim Blick auf das Geschäftsergebnis, das eine Bilanzsumme von über 500 Millionen Euro ausweist, lohnt sich ein Vergleich mit den anderen 41 niedersächsischen Sparkassen, die sich 2018 nach Verbandsangaben gut geschlagen haben. In vielen Fällen sei das Ergebnis sogar besser ausgefallen. Trotz Minizinsen tragen die Sparer ihr Geld weiter zur Stadtsparkasse, die Summe der Gesamteinlagen stieg laut Lauffer um 5 Prozent. Im Landesdurchschnitt waren es 4,6 Prozent.

Doch gut zwei Drittel dieser Kunden scheuen das Risiko der Wertpapiere, lassen ihr Geld lieber auf Giro- oder Tagesgeldkonten stehen und nehmen Zinsverluste in Kauf. Bei diesen so genanten Sichteinlagen gab es einen Zuwachs um 9,3 Prozent. Damit sieht sich die Bank vor einer großen Herausforderung, denn dieses „flüchtige Geld“ (Lauffer) kann von einem auf den anderen Tag weg sein. Auf der anderen Seite sind Kunden, die an einer Baufinanzierung interessiert sind, an einem möglichst langfristig stabilen Zinssatz interessiert. „Dieses Zinsänderungsrisiko müssen wir möglichst gering halten und tun das auch, wie uns die Bundesbank gerade erst mit der Bestnote 1 bestätigt hat“, so Lauffer.

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Stadtsparkasse im vergangenen Jahr ein Kundenservicecenter eingerichtet. Acht Mitarbeitende – hier mit Kathrin Schrader, Jan-Niklas Günzel und Sandra Decker (v.li.) Drei von ihnen – wechseln sich hier ab, um telefonische Anfragen anzunehmen und zu beantworten. Foto: uk

Von jeher ist die Stadtsparkasse stark, was das Geschäft mit Aktien, Anleihen, Fonds oder anderen Wertpapieren angeht“, betonte der Pyrmonter Sparkassenchef, der mit diesem traditionell hohen Niveau erklärt, warum das Absatzplus mit rund 6 Prozent vergleichsweise niedrig ausgefallen ist, blickt man auf das Plus von 28 Prozent aller niedersächsischen Sparkassen. Dennoch sieht Lauffer weiterhin ein sehr hohes Interesse, zumal es keine Alternative gebe, wolle man eine interessante Rendite für sein Kapital erzielen, denn die Hoffnung auf eine Zinswende hat er vorerst aufgegeben. Ein langer Atem ist allerdings notwendig und die Bereitschaft, Schwankungen wie im Dezember 2018 auszuhalten, als die Kurse so stark sanken wie seit 100 Jahren nicht. Immerhin: Seit Januar steigt der Aktienindex wieder.

Sein Vorstandskollege Jens Veneman berichtete von einem, wenn auch nicht gewachsenen dennoch stabilen Kreditgeschäft mit einem Volumen von 200 Millionen Euro, von denen 150 Millionen Euro an Firmenkunden vergeben wurden. Die privaten Kunden hatten vor allen Dingen Interesse an Auto- und Konsumentenkrediten. „Wir haben so viele Kredite zugesagt und ausgezahlt wie nie zuvor“, stellte das Vorstandsmitglied fest.

Auch das Interesse an Bausparverträgen sei mit einem Plus von 8 Millionen Euro deutlich gestiegen. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen erstaunt das nicht. Und auch die anhaltend hohe Bereitschaft, eine Immobilie zu kaufen, ist eine Folge der Minizinsen. Laut Veneman konnten im vergangenen Jahr 31 Objekte mit einem Wert von 3,6 Millionen Euro vermarktet werden. „Das Interesse ist weiterhin hoch und viele Objekte stoßen auf eine große Nachfrage.“ Dass diese Käufe nicht 1:1 über Kredite abgewickelt werden, liege daran, dass viele Käufer Geld mitbrächten. „Wir haben 220 Millionen Euro an Krediten zugesagt, von denen nur 200 Millionen Euro abgerufen worden sind. Das zeigt, dass viel Geld am Markt ist“, so Veneman. Auch eigene Bauprojekte wie das Mehrfamilienhaus an der Schulstraße verwirklichte die Bank 2018. Ende dieses Jahres soll ein Elf-Parteien-Haus am Oberen Weg mit preisgünstigen Mieten fertig werden.

Der Ausstieg als Sponsor für Veranstaltungen des Staatsbades hatte dem Sparkassenchef viel Kritik eingebracht. Dass stattdessen beispielsweise 14000 Euro dafür ausgegeben wurden, dass bedürftige Schüler in der Mensa kostenlos zu Mittag essen können und dieses Angebot fantastisch angenommen werde, nimmt Lauffer als Beleg dafür, dass seine Entscheidung richtig war.

Die ersten Monate dieses Jahres lassen beide Banker positiv in die Zukunft blicken, auch wenn das Marktumfeld nach wie vor mit Nullzinsen und überbordender Regulatorik herausfordernd bleibe. Dieser Optimismus liege nicht nur an den 100 Mitarbeitern (von denen Vollzeitstellen haben), sonder auch an der sehr guten Kapitalausstattung der Bank. Die ist nun noch etwas besser geworden, denn die 200 000 Euro Gewinn des Jahres 2018 werden auf Vorschlag des Vorstandes und durch einstimmige Entscheidung des Verwaltungsrates zu 100 Prozent dem Eigenkapital zugeführt. Die Stadt Bad Pyrmont geht erneut leer aus.



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