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Sprengstoff-Fund aus dem Rathaus in stillgelegtem Löwenser Steinbruch vernichtet

„Es hat mächtig gerumst“

Bad Pyrmont. Das war ein Schreck in der Mittagsstunde. Per Rundmail wurden gestern die Rathaus-Mitarbeiter informiert, dass sich in einem Tresor des Ordnungsamtes Sprengstoff befindet, der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landeskriminalamtes auf dem Weg von Hannover nach Bad Pyrmont sei und das Verwaltungsgebäude geräumt werden müsse. Auch Geschäftsstelle und Redaktion der Pyrmonter Nachrichten waren von der Evakuierung betroffen. Innerhalb weniger Minuten hatten alle Menschen die Gebäude verlassen.

veröffentlicht am 18.10.2013 um 00:01 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 11:41 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Der Grund für den ungewöhnlichen Einsatz der zum LKA gehörenden sogenannten Delaborierer der „Unkonventionellen Sprengstoff- und Brandvorrichtung“ in der Kurstadt war eine kurz zuvor gefundene Plastiktüte mit Munition, Sprengstoff und Zündern. „Im Sicherheitsbereich des Ordnungsamtes befinden sich zu vernichtende Waffen, die Pyrmonter zwecks Entsorgung dort hin und wieder abgeben“, erläuterte Kämmerer Eberhard Weber. Er ist amtierender Verwaltungschef, weil Bürgermeisterin Elke Christina Roeder derzeit im Urlaub weilt.

Ein Spezialunternehmen sollte diese Waffen nebst dazugehöriger Munition gestern Vormittag entsorgen. Dabei sei einem kampfmittelerfahrenen Mitarbeiter die Plastiktüte aufgefallen, in der sich der „gewerbliche Sprengstoff“ befand, wie Bad Pyrmonts Polizeichef Udo Nacke den Fund bezeichnete. Nähere Angaben wollte er nicht machen. Ein Abtransport jedoch war nicht mehr möglich. Wie die Tüte in den Tresor gekommen ist und wie lange sie dort schon gelegen hat, kann Weber nicht sagen: „Das werden wir jetzt zu klären haben.“

„Bombenentschärfer“ Murgatroyd beriet sich nach seiner Ankunft in der Kurstadt kurz mit der örtlichen Polizei und ging dann ins Rathaus, um den Fund zu inspizieren. Kurze Zeit später kam er wieder heraus und berichtete, dass es „vier Stangen mit Zünder“ seien. Um was für eine Art Sprengstoff es sich handelte, wollte auch Murgatroyd nicht sagen. Er holte Spezialbehälter, ging abermals ins Verwaltungsgebäude, um die Sprengsätze zu entschärfen. Wenig später trug dann ein LKA-Beamter zwei kleine blaue Tonnen zu einem Spezialfahrzeug. Kurze Zeit später konnte das Rathaus wieder betreten werden.

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„Bombenentschärfer“ Murgatroyd vom Landeskriminalamt Hannover berät sich vor dem Pyrmonter Rathaus mit Polizei und Rettungskräften. HW (3)

Räumdienst und Polizei – begleitet von einem DRK-Rettungsfahrzeug – machten sich indes auf den Weg ins Hessetal im Pyrmonter Ortsteil Löwensen, um in einem stillgelegten Steinbruch den Sprengstoff unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen kontrolliert zu zünden. „Weil der Fund total überlagert war, hatten sich bereits Kristalle gebildet. Das ist besonders gefährlich. Deshalb konnte der Sprengstoff auch nicht mehr transportiert werden“, begründete Nacke das Agieren vor Ort und berichtete hinterher: „Es hat mächtig gerumst.“

Ein Kriminaltechniker (li.) trägt den Sprengstoff in Spezialbehältern zum Fahrzeug. Unter Aufsicht der Polizei verlassen die Mitarbeiter das Pyrmonter Rathaus. Ihnen wurde freigestellt, nach Hause zu gehen.



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