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Warum ist die Pyrmonter Boelke-Brücke heute in diesem Zustand? / Bauverwaltung gibt Antworten

Erste Hinweise auf statische Probleme schon 2015

BAD PYRMONT. Das städtische Baudezernat hat schon im Jahr 2015 erste Hinweise auf statische Probleme der Hauptmann-Boelke-Brücke bekommen. Das hat Fachbereichsleiter Hans-Joachim Böhnke jetzt im Bau- und Umweltausschuss berichtet. Doch eine Sanierung wurde nicht veranlasst.

veröffentlicht am 17.05.2019 um 14:58 Uhr
aktualisiert am 17.05.2019 um 18:40 Uhr

Von 50 auf 10 bis 15 Zentimeter: Der Bogen der Brücke hat sich weiter abgesenkt und ist als solcher kaum noch zu erkennen.Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Mittlerweile ist die gesperrte Brücke dermaßen geschädigt, dass Fachleute ihren sofortigen Abriss empfohlen haben.

Die Gruppe 17 wollte ganz genau wissen, wie es zu den Schäden gekommen ist. Sie hatte eine Reihe von Fragen an die Verwaltung formuliert, um den Sachverhalt aufzukläre und auch Einsicht in Akten beantragt. In denen fehlte aber ein Sanierungsgutachten, das mittlerweile hinzugefügt wurde. „Es gab keine Mängel, die es jedes Mal gerechtfertigt hätten, gleich Geld in die Hand zu nehmen“, beantwortete Böhnke die Frage von Gruppenmitglied Uwe Brechbühler (Wir für Pyrmont), warum jahrelang nichts unternommen worden sei. 2016 sei ein Sanierungsvorschlag eingeholt worden, doch es sei zu spät gewesen, die Kosten dafür noch im Haushaltsplan für 2017 zu veranschlagen. Außerdem habe laut TÜV 2016 noch keine Einsturzgefahr bestanden. „Und auch im Frühjahr 2018 sind wir noch davon ausgegangen, die Schäden mit einer Sanierung überbrücken zu können“, sagte Böhnke und wies darauf hin, dass das Holz von außen gar nicht morsch aussehe. Diese „Durchmorschung“ der tragenden Teile sei auch vom TÜV vor der letzten alljährlichen Brückenprüfung nicht erkannt worden. Die Brücke sei wie vorgeschrieben regelmäßig gepflegt worden, allerdings habe ein Konstruktionsfehler dafür gesorgt, dass Wasser durch senkrechte Fugen eindringen konnte und so die Schäden angerichtet habe. „Ohne diese Fehler in der Konstruktion würde die Brücke heute noch mängelfrei stehen“, stellte Böhnke fest.

Im städtischen Haushalt für das Jahr 2018 standen 30 000 Euro für die Brückensanierung zur Verfügung, die nun für den Abriss des Bauwerkes verwendet werden sollen. Der scheint nämlich dringend notwendig, wie seit wenigen Wochen bekannt ist. Mitarbeiter des Bauhofes, die nach Ostern die von Unbekannten zerstörte Brückenabsperrung wiederherstellten, hatten festgestellt, dass sich der Zustand des seit dem 27. November vergangenen Jahres gesperrten Bauwerkes deutlich verschlechtert hatte, insbesondere in den Fachwerkknoten auf der Nord-Ost-Seite. „Der Bogen der Brücke ist von ursprünglich 50 auf 10 bis 15 Zentimeter abgesackt und als Bogen kaum noch zu erkennen“, berichtete Böhnke, dass sie mittelfristig nicht mehr in der Lage sein werde, ihr Eigengewicht zu tragen.

Die Gruppe 17 nahm die Antworten zur Kenntnis, ohne sie zu bewerten. Hans-Herbert Webel (SPD) erinnerte daran, dass es beim Bau der Brücke mit dem damals und heute noch umstrittenen Tropenholz Bongossi vor 25 Jahren geheißen habe, dass dieses Holz besonders langlebig sei, und Rudi Leinhart (CDU) empfahl, für die nächste Brücke verzinkten Stahl und nicht Holz zu nehmen. So wird’s kommen – aber frühestens 2020. Kosten: bis zu 180 000 Euro.



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