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Stilvoller Abend über das Leben des italienischen Multitalentes im Hotel Steigenberger

Erotisches von Casanova im Fürstensaal

Bad Pyrmont. Herr Neuhaus treibt’s in allen Betten, ist umtriebiger Alleskönner und -probierer, wird eingekerkert und aus mehreren Ländern geworfen – eigentlich eine Biografie, die massenhaft Publikum hätte anziehen müssen.

veröffentlicht am 12.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 06:41 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Unter seinem richtigen Namen Giacomo Casanova (Neuhaus) durchaus bekannt und meist beneidet, sorgte er, 211 Jahre nach seinem Tod, für das Thema einer szenischen Lesung mit Musik im Steigenberger Hotel.

Jörg Schade hatte dazu mit Mona Perfler und Carl-Herbert Braun ein ideales Duo auf die Bühne gesetzt, das von Arndt Jubal Mehring (Flöte) und Katharina Rundtfeld (Violine) wirkungsvoll und unterhaltsam unterstützt wurde.

Wortpassagen über und Autobiografisches, meist Erotisches, von Casanova wurden in längeren und kürzeren Wechseln zwischen beiden Akteuren vorgetragen, angenehm zurückhaltend in Gestik und Mimik, jedoch mit sprachlicher Präzision und charakteristischer Diktion.

Dieser Casanova war schon ein wahres Multitalent, wie es in unserer Zeit wohl nicht mehr in einer Person vereint sein kann: Geboren 1725 in Venedig erwarb er bereits mit 17 Jahren einen Doktortitel im Fach Jura.

Viele Reisen durch Europa und überraschende Professionen zeichneten ihn, neben seinen unzähligen Liebschaften, aus. Legendär sind seine Verhaftungen wegen Erbstreitigkeiten oder auch „Schmähungen gegen die heilige Religion“, ebenso seine Flucht aus den Bleikammern Venedigs. Polen, Frankreich und Spanien musste er zwangsweise verlassen, zeitweise arbeitete er als Alchimist, Literat oder Geheimagent für die Inquisition. Auf Schloss Dux in Böhmen, als Bibliothekar des Grafen Waldstein starb er 1798. Die atmosphärisch dichte Lesung durch Mona Perfler und Carl-Herbert Braun gewann zusätzlich durch das historisch anmutende Ambiente des Fürstensaales im Hotel Steigenberger sowie den dazu gereichten „Sinnlichkeiten-Teller“ an Niveau, insgesamt ein Abend, der mehr Zuschauer verdient hätte.

Mona Perfler und Carl-Herbert Braun lesen zurückhaltend in Gestik und Mimik jedoch mit sprachlicher Präzision und charakteristischer Diktion im Fürstensaal.

Foto: rr

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