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Landesverband Lippe erstattet Strafanzeige und bittet um Hinweise

Erneut Baumfrevel im Kalletal

Lemgo/Kalletal. Nach einem ähnlichen Vorfall vor gut einem Jahr – im November 2012 – musste der Landesverband Lippe jetzt erneut einen Baumfrevel im Forstrevier Kalletal feststellen: An einem Hügelgrab an der sogenannten „Alten Hainung“ am Sportplatz Silixen wurden elf Bäume massiv beschädigt: Eine Vogelkirsche wurde komplett abgesägt, bei neun weiteren Vogelkirschen sowie einer Weide wurde die Rinde der jungen Stämme ungefähr in Brusthöhe um den ganzen Stamm herum entfernt.

veröffentlicht am 10.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:21 Uhr

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Die „geringelten“ Bäume werden austrocknen und sind zum Absterben verurteilt. „Angesichts dieser mutwilligen Zerstörung von Natur bin ich sprachlos“, sagt Verbandsvorsteherin Anke Peithmann. „Über die Motivation für diese Aktion können wir nur spekulieren. Vielleicht ist es fachliche

Unkenntnis, den Wald von vermeintlich nicht dahingehörenden Bäumen zu befreien“, so Peithmann weiter. „Ich bitte die Bevölkerung darum, Hinweise zu melden.“ Frank Homuth, Leiter des Forstreviers Kalletal,

ist ebenfalls ratlos, er kann nicht nachvollziehen, warum diese Bäume zerstört wurden. Das Hügelgrab stammt aus der späteren Bronzezeit, weiß Dr. Elke Treude, Leiterin der Bodendenkmalpflege für Lippe beim Lippischen Landesmuseum. „Das Grab ist aus Erde aufgebaut und besitzt wohl eine Steinpackung“, erläutert Treude. Homuth hatte vor 16 Jahren Vogelkirschen um das Grab herum gepflanzt und Naturverjüngung wie Weide oder Birke bewusst stehen gelassen. Dies geschah zum Schutz des Hügelgrabes.

„Die Bäume sollten das Areal schützen: Vor Betreten und auch vor dem Befahren mit forstlichen Rückefahrzeugen.“ Diese Gefahr sah der Forstamtsrat, weil es sich um ein niedriges Hügelgrab handelt, das als solches von Laien nicht erkannt werden könnte. Mit der Pflanzung von Wildobst wollte er diese Gefahr bannen: „Sie wurzeln nicht sehr tief und stellen somit keine Gefahr für das Grab dar. Außerdem erfreuen sie im Frühjahr mit ihrer Blüte, liefern Nahrung für Vögel und Wild und tragen zur Artenvielfalt in unseren Wäldern bei.“

„Das Engagement von Frank Homuth für den Erhalt des Hügelgrabes, aber auch für die Natur, wurde hier gezielt konterkariert“, so Peithmann angesichts des erneuten Baumfrevels. „Auch aus meiner Sicht ist

dieses Handeln nicht nachvollziehbar“, ergänzt Treude. „Das Hügelgrab ist sicher kostbar, Bäume und die Natur sind es aber ebenso. Man kann nicht das eine gegen das andere aufwiegen.“ Sie versteht nicht, warum der oder die Unbekannte nicht zuvor das Gespräch gesucht hat.

Mit dem Ringeln wurde erneut in das Eigentumsrecht des Landesverbandes Lippe eingegriffen. Homuth wird die absterbenden Bäume entnehmen und durch neue ersetzen. „Der Landesverband Lippe wird nun

abermals Strafanzeige erstatten gegen Unbekannt“, fügt Peithmann an – auch wenn im ersten Fall – bei der Ringelung von Bäumen rund um die sogenannte Wilddiebseiche im Kalletal – die Anzeige keine Ergebnisse gebracht hat.

„Wir bitten erneut eindringlich, bei Hinweisen oder Fragen zur Pflege der Wälder des Landesverbandes Lippe unsere Förster zu kontaktieren. Sie sind die ausgewiesenen Fachleute“, appelliert Peithmann an die lippische Bevölkerung.



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