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Erster Eindruck nach Bohrung: Gründung doch nicht so mies

Entwarnung an Bad Pyrmonts Heemsteder Brücke?

BAD PYRMONT. Montag in der Bahnhofstraße: Wer einen Blick auf die Brückenbaustelle wirft, reibt sich die Augen. Nach zwei Bohrungen in die alte Brückenbasis im Südwesten versenken die Arbeiter ihren Riesenbohrer jetzt auch noch im frisch betoniertem Mittelpfeiler-Fundament der Heemsteder Brücke. Ein Alarmzeichen?

veröffentlicht am 03.09.2018 um 21:12 Uhr

Sicher ist sicher: Der Bohrer dringt am Montag in das bereits gegossene Mittelpfeiler-Fundament der Heemsteder Brücke ein. Foto: yt
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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„Nein“, sagt Markus Brockmann, der die für das Bauprojekt verantwortliche Hamelner Niederlassung der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (früher Straßenbauamt) leitet. „Weil wir das Bohrgerät sowieso vor Ort haben, wollen wir vorsichtshalber gucken, was sich da findet.“ Bei vorangegangenen Erkundungen sei es schwierig gewesen, die nötigen Tiefen zu erreichen. Jetzt aber sei der Bohrer an zwei Stellen des südlichen Widerlagers knapp vier Meter tief durch das alte Betonfundament bis einen halben Meter in den Flussschotter gedrungen. Und nun gehe man noch der Basis des Mittelpfeilers auf den Grund, „aus reiner Neugierde“.

Mit der Auswertung der Bohrkerne rechnet Brockmann für die kommende Woche. Die Ergebnisse der Untersuchung dürften dann wohl verlässliche Rückschlüsse zulassen auf die tatsächliche Stabilität des Untergrunds. Die vorherigen Annahmen darüber waren bekanntlich ins Wanken geraten, nachdem eine Bohrung den Eindruck erweckt hatte, die alte Betonschicht des nördlichen Widerlagers, auf der ein Fundament der neuen Emmer-Querung errichtet werden sollte, sei nur 20 Zentimeter dünn. Diese Annahme warf alle vorherigen Planungen über den Haufen. Deshalb ruhte die Baustelle wochenlang. Der Bauzeitenplan, wonach die neue Brücke Ende November stehen sollte, ist Makulatur.

Einen neuen Plan gibt es aktuell noch nicht. Aber Markus Brockmann klingt wieder zuversichtlicher als vor vier Wochen, wenn er sagt: „Das Problem ist beherrschbar. Wir hoffen, dass es gar nicht so schlecht aussieht.“

Denn inzwischen hat es den Anschein, als sei das Fundament doch dicker als befürchtet. „Vermutlich wurde damals Magerbeton mit wenig Zement verarbeitet“, sagt der Straßenbauamtsleiter. In solchen Fällen könne es beim Bohren passieren, dass die Kiesbestandteile zerstört würden und sich dann auch noch im Bohrgerät festsetzten. „Eine ungestörte Probe zu erhalten ist da nicht einfach“, erklärt Brockmann weiter. „Deshalb haben wir vor einem Monat das große Bohrgerät geordert, das tief genug bohren kann.“

Der erste Eindruck: „Der Beton ist offenbar doch dicker, nur nicht ganz so homogen.“ Bestätigten die Geologen und Statiker das nächste Woche, „dann atmen wir tief durch“. Nach einem anstehenden Termin mit der Baufirma werde deren Statiker einen Entwurf erstellen, den zwei unabhängige Experten dann noch zu prüfen hätten. Dieses Mehraugenprinzip sei Pflicht, um folgenschweren Konstruktionsfehlern vorzubeugen. „Würde sich nach Fertigstellung der Brücke ein Widerlager verschieben, dann hätten wir einen Bauschaden, den zu beheben sehr teuer würde.“

Und warum hat die Baustelle so lange brachgelegen, obwohl die Arbeiter doch am unproblematischen Nord-Widerlager und am Mittelpfeiler hätten weitermachen können? „Sie kamen gar nicht auf Leistung“, sagt Markus Brockmann. Hätten sie während der Wartezeit für den Termin der großen Baugrund-Bohrung wochenlang nur mit halber Kraft arbeiten können, dann hätte das trotzdem Geld gekostet. „Dass wir keine Stillstände bezahlen müssen, konnte dem Steuerzahler nur recht sein.“, findet der Straßenbauamts-Chef. „Da ist es besser, sie kommen wieder und bauen mit voller Kraft weiter.“ Das Widerlager in Richtung Bahnhof werde dann der Schwerpunkt.



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