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Pyrmonts Bismarckturm öffnet

Endlich wieder schöne Aussichten

BAD PYRMONT. Wer die Stufen des Pyrmonter Bismarckturm hinaufsteigt, kann eine atemberaubende Aussicht genießen. Fast drei Jahre lang war diese fürstliche Perspektive allerdings nur Theorie. Jetzt hat sich eine Familie gefunden, die das historische Bauwerk an den Wochenenden wieder Wanderern zugänglich machen will.

veröffentlicht am 07.08.2017 um 23:10 Uhr

Besonders viel Zeit, die Aussicht vom Pyrmonter Bismarckturm aus zu genießen, haben Tina und Rainer Mecke bislang nicht. Im Moment sind sie mehr mit dem Umzug zum Königsberg beschäftigt. Die neuen Pächter wollen den Turm an drei Tagen pro Woche für W
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Ende September 2014 hatte die damalige Pächterin der Gaststätte genug. Sie kapitulierte vor den Kosten, kündigte den Vertrag und verließ Bad Pyrmont. Seither blieb der historische Bau auf dem Königsberg verschlossen. Wie viele Wanderer die Klinke vergeblich drückten und mehr oder weniger enttäuscht den Rückweg antraten, ist nicht überliefert. Die an der Mauer angebrachte Plakette, die die 2013 abgeschlossene Turm-Sanierung als EU-Förderprojekt ausweist, dürfte sie kaum getröstet haben.

Doch jetzt brechen neue Zeiten an am Königsberg. Drei Jahre nach Beginn der Suche hat die Stadt neue Pächter gefunden. Und die wollen den Turm an drei Tagen pro Woche wieder aufschließen. „Freitags öffnen wir von 16 bis 19 Uhr. Und samstags sowie sonntags von 11 bis 19 Uhr“, stellt Tina Mecke in Aussicht.

Zusammen mit ihrem Mann Rainer Mecke will die neue Pächterin den Turm und sein Drumherum in ein Kunst- und Kulturzentrum verwandeln. Dort wollen sie beiden Künstlern aus der Umgebung die Möglichkeit geben, ihre Arbeiten zu präsentieren, „damit man dort oben noch ein bisschen mehr zu gucken hat“. An den Wochenenden wollen Meckes dann auch ein kleines Café offenhalten. „Alles, was ich schon immer mal machen wollte, kann ich da jetzt tun“, sagt die 51-Jährige, die mit ihrer Familie auch das benachbarte Wohnhaus beziehen möchte.

Dass der Weg hoch zum Königsberg auch weiterhin in der Regel nur von seinen Bewohnern sowie Lieferanten und Taxis motorisiert befahren werden darf, macht Tina Mecke längst nicht so viel aus wie der Vorpächterin. „Wir haben beide auch noch andere Berufe. Wir können das also ganz locker angehen, weil wir davon nicht leben müssen.“

Dass die wegen der schmalen Zufahrtsstraße eingeschränkte Erreichbarkeit für Autos ohne Sondergenehmigung die Besucherzahl von vornherein einschränkt, sieht sie nicht als Problem. „Die zu Fuß kommen, sind andere Gäste“, glaubt sie. Damit die ihren Hunger und Durst stillen können, will sie ein kleines Gastronomieangebot vorhalten. Getränke und ein paar deftige Kleinigkeiten schweben ihr vor. Und vielleicht auch sonntags mal ein Frühschoppen mit Musik.

Vor allem aber will sie ihr Reiki-Seminarzentrum aus der Stadt auf dem Berg umsiedeln. „Denn auf zwei Hochzeiten kann man nicht tanzen“, ist Tina Mecke sicher.

An das gemeinsame Projekt geht die Familie – die jüngste von drei Töchtern zieht auch noch mit ins Grüne – jedenfalls entsprechend positiv heran. „Jetzt nochmal neu durchzustarten, ist ganz toll“, findet Tina Mecke. Die Familie gehe „mit Herz und Leidenschaft“ an die Aufgabe.

Dass es ihnen auf dem Königsberg, so weit abseits der Stadt, zu einsam werden könnte, fürchten die neuen Pächter übrigens keineswegs. Im Gegenteil: Sie freuen sich an der Natur. „Dieser Tage habe ich ein Reh ganz aus der Nähe gesehen“, erzählt Tina Mecke. „Da habe ich mich diebisch gefreut.“

Das brachte sie gleich auf eine Idee: Warum nicht geführte Wanderungen anbieten? Oder zusammen mit dem Hegering ein Angebot für Kinder auf die Beine stellen? Oder die Wanderer per Stempelkarte motivieren zu einer „Drei-Türme“-Tour? Wer Schellenturm und Spelunkenturm hinter sich hat, kriegt am Bismarckturm einen Stempel auf eine Karte. Für alle, die auch ohne Stempel nach oben wollen: Am Wochenende öffnet der Turm zum ersten Mal.

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