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Reparaturspezialisten hochgefragt

Endlich: Nach fast vier Tagen ohne Telefon klingelt‘s wieder

BAD PYRMONT. Seit Freitagmittag scheinen wieder alle Telekom-Anschlüsse in der Kurstadt zu funktionieren. Eine Fachfirma hat den lädierten Teil eines Hauptkabels unterm Gehsteig an der Humboldtstraße ausgetauscht. Nach Auskunft der Telekom war das Kupferkabel bei Tiefbauarbeiten beschädigt worden.

veröffentlicht am 03.11.2017 um 21:00 Uhr

Fernmeldetechniker Thomas Danz (vorn) und sein Mitarbeiter Josef Ratzko sowie Praktikant Anton Rezko bei der Reparatur des Telekom-Kabels in der Pyrmonter Humboldtstraße. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die Erneuerung eines Strom-Hausanschlusses im Auftrag der Pyrmonter Stadtwerke durch eine Firma aus Lippe liegt zwar schon einige Wochen zurück. Aber richtig massive Auswirkungen hatte der Kabelfehler erst am letzten Montag – unter anderem auch auf den Telefonanschluss des Polizeikommissariats und auf fast die gesamte Technik im Pyrmonter Bahnhof (wir berichteten). Doch warum lag so viel Zeit zwischen Ursache und Wirkung? „Es kann sein, dass ein schon länger bestehender Fehler erst später auftritt“, sagt der für das Netz der Stadtwerke verantwortliche Geschäftsbereichsleiter, Dipl.- Ing. Stefan Schüsseler. Mitunter dauert es eine Weile, bis zum Beispiel Feuchtigkeit in ein schadhaftes Kabel eindringt und einen Fehler auslöst. Allerdings: „Als wir die Baugrube kontrolliert haben, waren die Leitungen heil.“

Vor Ort zeigt sich jedoch: Das betroffene Kabel war, bis auf das versehentlich hineingehackte Loch im von oben nicht einzusehenden unteren Seitenbereich, völlig intakt. Am Freitag um 8 Uhr begannen der Reparaturspezialist Thomas Danz und seine Leute, den Schaden zu beheben. „Das Kabel liegt seit 1960 im Boden“, sagt der Fernmeldetechniker aus Petershagen, während er die äußerste Isolierschicht erwärmt, um sie abwickeln zu können. Diesem Mentel folgt eine dicke Bleischicht über der eigentlichen Kabelhülle. All das müssen er und sein Mitarbeiter Anton Ratzko vor dem Einfügen des neuen Zwischenstücks sauber kappen. Dass die heute üblichen Plastikkabel so lange halten werden wie die Bauteile von 1960, bezweifelt der Fachmann. Seine Branche dürfte also auf Jahrzehnte ausgelastet sein. Spezialfirmen wie seine gibt es allerdings nur noch wenige.

Übrigens: Durch baubedingte Leitungsschäden entstehen der Volkswirtschaft nach Versicherer-Schätzung Schäden von jährlich etwa 200 Millionen Euro. Die Klärung der Haftungsfrage kann im Einzelfall kompliziert sein – vor allem, gerade bei schwerwiegenden Folgen. So etwa, falls jemand zu Schaden kommt, weil sein Festnetz-gekoppelter Hausnotruf im Ernstfall nicht funktioniert. Aber das wäre ein anderes Thema.

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