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Sie befürchten Qualitätsverlust und setzen ihre Hoffnung in das „Volksbegehren für gute Schulen“

Eltern kämpfen für die „Volle Halbtagsschule“

Bad Pyrmont (uk). Weder der Protest der Pyrmonter Politiker noch der Protest der Schule hat etwas bewirkt. Jetzt kämpfen die Eltern selber für den Erhalt der „Vollen Halbtagsschule“ (VHGS) an der Grundschule der Herderschule. Sie wollen jetzt nach den Osterferien Unterschriften für das „Volksbegehren für gute Schulen“ sammeln, das unter anderem den Bestand der VHGS fordert.

veröffentlicht am 06.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 15:21 Uhr

Das war und ist (noch) tägliche Praxis in der Herderschule. Die
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Bekanntlich will die Landesregierung die VHGS zum Schuljahr 2010/11 in verlässliche Grundschulen umwandeln. Kritiker werfen ihr vor, das aus Kostengründen zu tun. Beide Schulformen garantieren zwar feste Unterrichts- und Betreuungszeiten, aber an verlässlichen Grundschulen, die 45 Lehrerstunden weniger haben, werden zur Betreuung und Vertretung auch pädagogische Honorarkräfte eingesetzt, die auch berufsfremd sein können.

„Wir befürchten deshalb mit dem Wegfall der VHGS einen deutlichen Qualitätsverlust“, macht die Vorsitzende des Schulelternrats- und Stadtelternratsvorsitzende Edeltraud Schwenke die Kritik der Eltern deutlich. Gerade vor und nach der Kernunterrichtszeit hätten die Lehrer Zeit zum individuellen Fördern der Kinder. „Wenn wir die Kinder zur Schule bringen, dann sind in der Regel die Klassen- oder Teamlehrer im Klassenraum, und persönliche oder aktuelle Belange können schnell geklärt werden“, berichtet die Elternvertreterin und betont: „Die Lehrer bestätigen, dass sie von diesen Betreuungszeiten für ihre Arbeit profitieren.“

„Diese Umwandlung würde die pädagogischen und didaktischen Konzepte der VHGS überflüssig machen“, kritisiert auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und verlangt: „Der Sparzwang des Ministeriums darf nicht dazu führen, dass Lehrerstunden in Betreuungsstunden umgewandelt werden, in denen die Schüler vorrangig beaufsichtigt werden, anstatt gefördert oder gefordert zu werden.“

Im niedersächsischen Kultusministerium sieht man das völlig anders. Auch die verlässlichen Grundschulen seien in der Lage, die Ziele der Vollen Halbtagsschule zu erreichen, heißt es dort. „Aus Gründen der Gleichbehandlung und zur Herstellung landesweit vergleichbarer Bedingungen ist die Lehrerstundenzuweisung nach gleichen Kriterien vorzunehmen“, so die Begründung.

Nur sieben Prozent der Grundschulen in Niedersachsen sind VHGS, in Bad Pyrmont ist die Herderschule die einzige. Ausschließlich auf Grundlage dieses Modells sei aber die bisherige Organisationsform als Grund- und Hauptschule mit den Außenstellen Thal und Löwensen als integrative Schule erfolgreich möglich gewesen, erinnert Edeltraud Schwenke. „Für uns bedeutet die Umwandlung in eine verlässliche Grundschule ganz klar einen Rückschritt und hat mit der von der Landesregierung gepriesenen ,Vorfahrt für Bildung‘ nichts mehr zu tun.“



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