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Die Hausfrau hat das Wort: Künstler-Trio nimmt sich Friedhelm Kändlers „Alltagsminiaturen“ an

Ella B. und die Männer

Bad Pyrmont. Hausfrau Ella B. pflegt eine sehr spezielle Beziehung zu ihrer Waschmaschine. Den Waschgang durchs Bullauge zu beobachten, sei interessanter als der Blick ins Aquarium. Und beim Schleudergang auf der Maschine zu sitzen, bringe ihr mehr Spaß als mit ihrem Mann, vertraut sie dem Publikum im „Theater im Casino“ an. Aha, daher also der Titel „Nichts gegen Männer, aber so ein Haushaltsgerät...“, der über einem vergnüglichen Abend mit Texten von Friedhelm Kändler steht.

veröffentlicht am 10.04.2016 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Als das Stück beginnt, sind sich die Zuschauer gar nicht mal sicher, ob es überhaupt schon angefangen hat. Jurij Kandelja (Knopfakkordeon und Bajan), schlurft wiederholt im Jogginganzug auf die Bühne, ordnet seine Instrumente, bringt eine Parkscheibe am Notenständer an, holt dann seinen Kollegen Vitaliy Zolotonosov (Saxophon und Klarinette) und erscheint schließlich adrett im Frack. Dann legen die beiden Künstler los, und es ist ein Erlebnis, ihnen zuzuhören. Quer durch die E- und U-Musikgeschichte wählen sie ihre Titel, bringen einen Musettewalzer ebenso virtuos und einfühlsam rüber wie einen klassischen Czardas oder eine melancholische Ballade. Und sogar als Darsteller bewähren sie sich neben Schauspielerin Dorit Meyer-Gastell.

Den beiden Musikern, die mit großer Ausdauer vor ihrem Küchenfenster spielen, schmiert Hausfrau Ella B. mehrstöckige Sandwiches und lädt sie zum Frühstück auf der Gartenbank ein, während sie selbst zwischen ihnen sitzt und ohne Punkt und Komma redet. Eine herrliche Szene, die von dem Trio im wahrsten Sinne des Wortes „ausgekostet“ wird.

In der Regie von Tetiana Sarazhynska macht Dorit Meyer-Gastell, Mitglied der Pyrmonter Theater Companie, aus den „Alltagsminiaturen“ des hannoverschen Autors Friedhelm Kändler eine amüsante Darstellung über Lust und Frust einer Hausfrau. Trotz gewisser Längen im ersten Teil ist das kleine Stück eine geglückte Text-Collage. Sie bietet der Schauspielerin viele Möglichkeiten, ihre komödiantischen Facetten auszuspielen, wenn sie ohne Unterlass die spießig-komische Weltanschauung von Ella B. ausplaudert oder wortlos mit hausfraulichem Eifer in ihrer Küche werkelt.

Kändlers bekanntes Gedicht über das von einem Frosch wachgeküsste „Dornröschen“ rezitiert Dorit Meyer-Gastell sehr ausdrucksvoll. Und zum Schluss überrascht sie an der Klarinette. Es gab viel Beifall für das kreative Trio.



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