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Prof. Hans Christoph Becker-Foss beschließt Pyrmonter Orgeltage

Eleganz und grundsolider Bass

Bad Pyrmont. Prof. Hans Christoph Becker-Foss hat am Abend des Erntedanktages mit einem Orgelkonzert in der St.-Petri-Kirche die diesjährigen Pyrmonter Orgeltage beschlossen. Er musizierte auf der barock disponierten Jahnke-Orgel ein entsprechendes Programm mit Werken aus der Ära vor Bach.

veröffentlicht am 06.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 13:21 Uhr

Autor:

Winfried Kühne
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Zwei Stilrichtungen standen sich gegenüber mit Werken Georg Muffats und Johann Pachelbels, Vertreter der italienisch-süddeutschen, im Wesentlichen katholischen Schule, mit denen von Dietrich Buxtehude und Nicolaus Bruhns, Prototypen des norddeutschen protestantischen Orgelspiels.

Becker-Foss erwies sich als profunder Kenner in der Wiedergabe der alten Musik. In seiner farbigen, sehr abwechslungsreichen Registrierweise wurde er dem damals üblichen Orgeltypus gerecht. Die italienische Schule favorisierte die elegante Spielweise mit höchstens zwei Manualen und nur sparsamem Einsatz des Pedals, während das norddeutsche Instrument eine drei- bis viermanualige „Prunkorgel“ ist, in der alles auf einem grundsoliden Bass aufgebaut ist.

Die damalige Musik hat das Thema, das eine Komposition beherrscht und ihr ein unverwechselbares Gepräge gibt, noch nicht erfunden. Also bestehen Toccaten, Fantasien und Präludien aus einer Kette kurzer, aneinandergereihter Einfälle. Man vernimmt neben den reich verzierten Spielfiguren und filigranem Laufwerk aparte Klangkontraste. Es ist sehr reizvoll, zwei oder drei dieser Werke in einem Programm zu hören, nicht aber in dieser 70-minütigen Häufung. So geht man nach Hause ohne eine Melodie im Kopf, wohl aber mit der subjektiven Interpretation von Becker-Foss in der Tasche. Höhepunkt im mathematisch, symmetrisch aufgebauten Programm war das Präludium in G von Bruhns. Hier kamen die wunderbaren Zungenstimmen und die weichen Mixturen zum Einsatz, barocker Orgelklang, der Würde und Erhabenheit eines Gotteshauses angemessen.

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