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Warum Urlauber hierherkommen, was sie unternehmen und wie sie den Kurort wahrnehmen

„Einmal im Jahr muss Bad Pyrmont sein“

Bad Pyrmont. Es gibt ihn wohl kaum noch, den klassischen privaten Kurgast, der zur Saison „ins Bad“ fährt, einige Wochen lang den Kurpark, die Musik und die Anwendungen genießt und es sich hier gut gehen lässt. Wer aber sind die Gäste, die heute Bad Pyrmont als Reiseziel wählen, und was erwarten sie von dem Ort?

veröffentlicht am 05.08.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:21 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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„Schöner als ich hier wohne, mit Blick auf den Kurpark, geht es ja kaum“, sagt Helga N., die zurzeit eine Reha-Kur in der Klinik Fürstenhof absolviert. Die pensionierte Lehrerin aus Hannover hatte sich bei einem Sturz mit dem Fahrrad einen komplizierten Schienbeinbruch zugezogen. Nun wird sie vermutlich drei Wochen in der Klinik verbringen, in der sie sich so wohl fühlt wie in einem Hotel.

„Weil ich einen eng gestrickten Stundenplan mit vielen Anwendungen habe und weil ich im Moment ja auch gehbehindert bin, kann ich von der Stadt natürlich nicht so viel sehen, wie ich möchte“, bedauert die Patientin, fügt aber gleich hinzu, dass die Nähe des Parks und die Kurkonzerte sie dafür entschädigen. Und noch etwas sieht Helga N. positiv: Für das „leine Fest“ in Hannover habe sie sich stets vergeblich um Karten bemüht, hier im Kurpark konnte sie mithilfe von Freunden in einem Rollstuhl daran teilhaben.

Aus Hannover kommt auch Irene Gotzen, die gemeinsam mit ihrer Freundin Gabriele Köbbemann aus der holländischen Stadt Haarlem einen Kurzurlaub hier verlebt. „Einmal pro Jahr muss Bad Pyrmont sein, vor allem wegen der Therme“, berichtet die Sozialpädagogin, die in der Landeshauptstadt in einem Kinderheim arbeitet. Schon etwa siebenmal seien sie zu den verschiedenen Jahreszeiten hier gewesen, erzählen die beiden Frauen. Obwohl Gabriele Köbbemann inzwischen als Graphikerin in den Niederlanden arbeitet, tankt sie immer wieder in Bad Pyrmont auf.

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Vier Tage lang wohnen beide, wie schon oft, im Hotel Goethehaus. „Bad Pyrmont ist für uns ein Rundumerlebnis: Kurkonzert, Kino, Dunsthöhle, gemütlich shoppen – das alles gehört dazu“, schwärmen sie. Vor allem lieben sie den Kurpark mit den Springbrunnen und seinen vielen kleinen Ecken. Eine echte Bereicherung der Anlage sei auch der Barfußpfad, den es dort seit einigen Jahren gibt. „Dass es hier nur alte Leute geben soll, wie immer gesagt wird, habe ich noch nicht festgestellt. Und außerdem würde es mich auch nicht stören“, betont Gabriele Köbbemann.

Sie ist übrigens kein exotisches Gewächs aus den Niederlanden: Immer mehr Holländer kommen nach Bad Pyrmont, wie unschwer zu überhören ist, und sie bringen Leben in die Kurstadt. So wie das Ehepaar Mia und Harry Renet, das in der Nähe von Rotterdam wohnt und zurzeit das Weserbergland bereist. Über das Internet sind sie auf diese Landschaft und auf Bad Pyrmont aufmerksam geworden. „Alles ist so gepflegt hier, die Ruhe finden wir sehr schön – und vor allem diese vielen Palmen, wie im Süden“, erzählen sie begeistert am Rande einer Führung mit Dr. Dieter Alfter im Museum im Schloss. Zu den klassisch treuen Anhängerinnen des Kurbades gehören Edith Härting aus Leipzig und Waltraud Brockmann aus Mecklenburg. Zwei Wochen ließen sie sich jetzt wieder in der Villa Königin Luise verwöhnen, tranken ein „Käffchen“ in ihrem Stammcafé Schneidewind und lauschten der Operettenmusik von György Kovacs und seinem Ensemble. Durch eine Zeitungsanzeige wurden sie vor Jahren auf Bad Pyrmont aufmerksam. „Wir sind bestimmt nicht das letzte Mal hier“, versichern sie. Dafür lieben sie den Kurpark viel zu sehr – und den kleinen Roboter, der das Gras mäht.

Im Kurpark

gibt es immer etwas zu bewundern: Irene Gotzen (re.) aus Hannover und Gabriele Köbbemann aus dem holländischen Haarlem besuchen Bad Pyrmont jedes Jahr. Hei

Mia und Harry Renet aus Rotterdam erkunden das Weserbergland und das Museum im Schloss Pyrmont. Hei

Wenn man so

nah am Kurpark wohnt wie Rehapatientin Helga N., lassen sich auch die Schmerzen eines Beinbruchs besser ertragen. Hei



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