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Bundestagskandidaten diskutieren über Integration / Doppelte Staatsbürgerschaft gewünscht

„Eingliederung darf keine Einbahnstraße sein“

Bad Pyrmont (Hei). Auch wenn die Bundestagswahl-Kandidatenund -Kandidatinnen bei einer Podiumsdiskussion über Zuwanderung und Integration nicht immer einer Meinung waren, so gab es doch einen gemeinsamen Tenor: Ohne Beherrschung der deutschen Sprache kann keine Integration wirklich gelingen. Und auch die Forderung nach einer doppelten Staatsbürgerschaft war immer wieder zu hören.

veröffentlicht am 30.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 00:21 Uhr

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Gemeinsam hatten das Integrationsbüro und das Türkische Kulturzentrum zu der von Paritäten-Kreisgeschäftsführer Norbert Raabe moderierten Veranstaltung in Max Born-Aula eingeladen.

Die Erkenntnis, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei, habe man lange weggedrückt, kritisierte Gabriele Lösekrug-Möller (SPD). Allerdings dürfe die Eingliederung keine Einbahnstraße sein. ,,Nur wer sich wirklich integriert, kann auf Dauer eine Heimat hier bekommen, darf aber in keinem Fall abgeschoben werden“, so die Bundestagsabgeordnete. Kommunales Wahlrecht müsse es für alle hier lebenden Migranten geben.

Ihr Bundestagskollege Hans-Peter Thul (CDU) argumentierte, jeder Migrant müsse sich mit seinen Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen, damit Integration vor Ort ohne Ghettobildung gelinge. Seine Forderung, die Lebensverhältnisse in den Herkunftsländern so zu verbessern, dass die Menschen dort eine Chance zum Bleiben oder zur Rückkehr sähen, akzeptierte Pia Beate Zimmermann (Linke) nicht: ,,Wissen wir denn, was den Menschen bei der Rückkehr in ihre Heimat passiert? Die Aufnahme der Einwanderer darf nicht danach gehen, wer uns nützlich ist.“

Sprachkurse müsse es auch für Menschen geben, die schon länger hier leben, zum Beispiel ältere Frauen, die bis jetzt kaum Deutsch sprechen, verlangte Martina Tigges-Friedrichs (FDP), die auch mehr Solidarität der Deutschen einforderte. Allerdings: ,,Hier in Bad Pyrmont haben wir das bisher gut geregelt“, sagte sie.

,,Ohne Migranten wird es hier in Zukunft finster aussehen angesichts unserer demoskopischen Entwicklung“, prognostizierte Dr. Marcus Schaper (Bündnis 90/Die Grünen) und betonte: „Wir müssen ihnen aber auch genug Chancen geben.“

Beispiele zur gelungenen Integration, insbesondere junger Menschen waren im Laufe der Diskussion wiederholt zu hören.

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