weather-image
Katie Mahan outet sich als Star an den Tasten

Eine völlig neue Klangwelt

Bad Pyrmont. Hier war keine gewöhnliche Pianistin aus der großen Phalanx der Talente am Werk, hier outete sich ein Star. Das konnten die Zuhörer beim Konzert von Katie Mahan in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ am Samstag im kleinen Konzertsaal mit eigenen Ohren und – für eine Tastenperfektionistin eher ungewöhnlich – auch mit den Augen.

veröffentlicht am 09.08.2015 um 16:27 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 21:41 Uhr

270_008_7754760_pn209_1008.jpg

Autor:

Rudi Rudolph
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wie diese junge amerikanische Pianistin mit wunderbarer Brillanz und Eleganz den Blüthner-Flügel touchierte, verspielte hauchzarte Passagen in donnernde Akkorde münden ließ und eine hier selten gehörte Variabilität in Tempo, Rhythmus und Lautstärke interpretierte, bezauberte das Publikum komplett. Da flogen die Finger über die Tasten bei den „Estampes“ in drei Sätzen aus dem Jahr 1903 von Claude Debussy, wobei sich die Intention des Komponisten, südostasiatische Musik zu adaptieren, ohne diesen fremdländischen Musikstil zu kopieren, bereits im ersten Satz „Pagodes“ intuitiv erschloss. Gerade bei Debussy machte sich die eindringlich sensible Interpretation überaus positiv bemerkbar, erschloss sie doch auch den weniger der impressionistischen Richtung Zugetanen diese Musik. Ebenso fesselnd waren danach die „Nocturne“, „Images (deuxième livres)“ und „L’isle Joyeuse“, die auch dem Publikum gut getan hätten, das gerade wegen Debussys Werken nicht erschienen war.

Katie Mahan hatte jedenfalls bis zur Pause schon alle Anwesenden in den Bann gezogen. Besonders bemerkt wurde allseits jedoch, dass, erstmalig in der Konzertreihe, eine Künstlerin danach in einem neuen Kleid erschien. Ein weiteres Feuerwerk entfachte die Pianistin anschließend mit der „Klaviersonate Nr. 21 op. 53 ‚Waldstein‘“ von Ludwig van Beethoven. Diese im Jahre 1803 entstandene und seinem Freund Graf Waldstein gewidmete Sonate wirkte wie ein Klavierkonzert ohne Orchester, kristallklar und rein in Ton und Struktur. Und besonders das Rondo-Thema stellt doch mit seinen Oktavläufen und mehrstimmigen Trillern auch Virtuosen vor sehr hohe Hürden.

Dann zum Abschluss die „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin. Ein Höhepunkt nach all den anderen Höhepunkten, bei dem Katie Mahan mit eigenem Arrangement in der damals völlig neuen Klangwelt aus afroamerikanischem Jazz und klassischer Musik ein atemberaubendes Exempel von Virtuosität statuierte. Das Publikum erhielt nach stürmischem Beifall zwei Zugaben und die Gelegenheit zum Gespräch.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt