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Zwölf Amateurensembles ließen sich vom Mandelring-Quartett in die Geheimnisse des Quartettvorspiels einweihen

Eine intensive Arbeit an den Perlen der Kammermusik

Von Winfried Kühne

veröffentlicht am 04.02.2009 um 19:54 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 18:21 Uhr

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Bad Pyrmont. Als eine der bevorzugten Gattungen geselligen Musizierens im Kreise der Familie und engerer Freunde gilt im 18. und 19. Jahrhundert das Streichquartett. Als Erfinder gilt Joseph Haydn. Er schrieb 1750 sein erstes von 83 Quartetten für den Baron Fürnberg, der ihn zu einem Quartettvorspiel einlud. Er selbst spielte im Quartett der Esterhazyschen Hofkapelle und in Wien als 2. Geiger mit seinen Kollegen J. B. Vanhall, W. A. Mozart und C. Dittersdorf. Kammermusik blüht ihrem Wesen nach auf in der Privatatmosphäre, bei Liebhabern, die mehr mit dem Herzen spielen.

Der Kursus für Streichquartette, der in diesem Jahr zum 14. Male im Hotel Senator der m&i Fachklinik stattfand, sieht sich genau in dieser Tradition. Zwölf Amateurensembles aus der ganzen Bundesrepublik, sogar aus den Niederlanden, darunter ein Klavier- und zwei Streichquintette, ließen sich erneut drei Tage lang von dem international renommierten Mandelring-Quartett in die tieferen Geheimnisse ihres Hobbys einweisen. Wie in jedem Jahr, durften im Abschlusskonzert im ersten Teil sechs Ensembles je einen Satz aus dem während des Workshops erarbeiteten Werk vorspielen. Und traditionsgemäß spielen die „Meister“ zum Abschluss selbst, eine Offenbarung für alle, denn Liebhaber sind sich ihrer Grenzen bewusst.

Gearbeitet hatte man an Perlen der Kammermusik. So hörte man im ersten Teil Kostproben aus dem Klavierquintett op 81 von Antonin Dvorák, dem Streichquintett op 87 von Felix Mendelssohn Bartholdy und aus den Streichquartetten op 76,4 von Joseph Haydn, op 14 von Emilie Mayer, op 79,1 von Ludwig van Beethoven und op 51,2 von Johannes Brahms.

Das Mandelring-Quartett mit Sebastian Schmidt, Nanette Seibt, Roland Glassl und Bernhard Schmidt hatte sich in diesem Jahr für Dvoráks Quartett op 51 Es-Dur entschieden, ein Werk, in dem der Komponist, mittlerweile zu internationalem Ansehen gekommen, die Vielfalt und Natürlichkeit böhmischer Folklore offenbart. Für die Künstler eine Fundgrube, sich an der Urwüchsigkeit des melodischen Materials wie auch an den Tanzrhythmen zu erfreuen. Ein Genuss, aus dieser Nähe den hohen Verschmelzungsgrad dieser vier Instrumente erleben zu dürfen und gleichzeitig festzustellen, dass jeder Spieler doch seine Individualität auslebt. Im Schlusswort bedankte sich Schmidt nicht nur bei den Quartettfans, sondern versprach auch: „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!“

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