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Spezialisten bauen den Schellenturm wieder auf / Auf den richtigen Fugenmörtel kommt es an

Eine Herausforderung hoch über Löwensen

Bad Pyrmont (uk). Die Spitze des Schellenturms sieht aus wie ein Trümmerfeld. Jürgen Harney vom Baudezernat der Stadt Bad Pyrmont und der Bauingenieur Ralf Habenicht aus Salzhemmendorf tasten sich vorsichtig über die aufgehäuften Steine, um von der gegenüberliegenden Seite gemeinsam mit dem Polier André Arndt-Hein von der Firma Archinal aus Hatzfeld/Eder den Stand der Dinge in Augenschein zu nehmen. Einmal wöchentlich treffen sie sich hier zu einer Baubesprechung.

veröffentlicht am 31.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 20:41 Uhr

Jürgen Harney (hinten) vom Baudezernat und Bauingenieur Ralf Hab
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Stück für Stück hat die junge Truppe des Poliers bereits ein ganzes Teil der oberen Plattform und einer Seite des Turms abgetragen. „So schlimm hatte ich es mir doch nicht vorgestellt“, schmunzelt Arndt-Hein und gibt zu: „Diese Arbeit ist schon eine Herausforderung, auch wenn so etwas eigentlich zu unserem täglichen Geschäft gehört“, meint er nicht nur mit Blick auf die bis zu 45 Kilogramm schweren Mauersteine, die geborgen und nun neu aufgemauert werden.

1824 hatte Fürst Georg Heinrich zu Waldeck-Pyrmont aus den Überresten der Ruine der Burg Pyrmont hoch über Löwensen den Schellenturm errichten lassen, damit Wanderer von dort den Blick über Bad Pyrmont und Lügde genießen können. Doch der Zahn der Zeit hat dem Bauwerk mächtig zugesetzt. Mit einem höchst unterschiedlichen Mix aus Materialen wurde über die Jahre versucht, zu retten, was zu retten ist. „Wir haben 18 Proben genommen und jedes Mal unterschiedliche Materialien gefunden“, lächelt der Polier.

Wasser und Frost haben dem Mauerwerk und auch einzelnen Steinen zugesetzt. „Auf den richtigen Fugenmörtel kommt es an“, so Ralf Habenicht, der die Sanierung plant und steuert. Der zementhaltige Fugenmörtel, der sich an vielen Stellen findet, nahm mehr Wasser auf (was zu Frostschäden geführt hat) und bröselte. Folge: Aus dem Mauerwerk haben sich Steine gelöst. Der elastischere Kalkmörtel, den Arndt-Hein und seine Kollegen im Spritzverfahren aufbringen werden, soll das künftig verhindern. „Wir erwarten, dass die Sanierung den Turm für die nächsten 50 bis 60 Jahre sichert, bei entsprechenden Instandhaltungsarbeiten natürlich“, so Jürgen Harney. Dazu gehört auch, dass die Turmspitze unterhalb der Innenkuppel mit drei neuen Ankern gesichert wird, die im Winkel von 120 Grad quer durch das Gebäude getrieben und auf den Außenwänden verschraubt werden. Wasserspeier an der oberen Plattform sollen schädliches Nass von den Wänden fernhalten.

... und gewährt einen Einblick in das Innere des Turms unter der
  • ... und gewährt einen Einblick in das Innere des Turms unter der gut acht Meter hohen Kuppel, die in einem recht guten Zustand ist.
Polier André Arndt-Hein zeigt ein neu aufgemauertes Teilstück ..
  • Polier André Arndt-Hein zeigt ein neu aufgemauertes Teilstück ...

Bis Ende August werden die Fachleute am Schellenturm arbeiten, der dann erst einmal neuer als jetzt aussieht, denn die gesamte Oberfläche muss von den Fugenresten gereinigt werden. „Aber in zwei Jahren ist die Patina wieder da“, versichert Arndt-Hein.

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