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Pyrmonts neue Wirtschaftsförderin muss mit wenig Zeit viel bewirken

Eine halbe Stelle mehr als bisher

BAD PYRMONT. Die Erwartungshaltung ist groß. Das weiß Dr. Heike Bertram und das hat sie auch schon gespürt. Doch Wunder will und kann die neue Wirtschaftsförderin der Stadt Bad Pyrmont nicht versprechen und Konzepte auch noch nicht vorlegen. Doch eines ist ihr wichtig. „Bad Pyrmont hat großes Potenzial“, betont sie.

veröffentlicht am 12.02.2018 um 16:17 Uhr
aktualisiert am 12.02.2018 um 18:50 Uhr

„Bad Pyrmont ist eine attraktive Einkaufsstadt“, meint Dr. Heike Bertram. Ihre Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass sie es so bleibt. Foto : uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Am 1. Februar hat Bertram, die in Halle bei Bodenwerder lebt, ihre neue Aufgabe übernommen und seitdem war sie dreieinhalb Tage im Dienst, wie sie selber feststellt, denn ihre Stelle ist nur eine halbe Stelle. Dass das angesichts der vor ihr liegenden Aufgabe recht bescheiden ist, ist ihr bewusst. „Es ist eben die Frage, was man sich leisten kann“, stellt sie nüchtern fest. Andererseits zwinge diese Beschränkung dazu, ganz genau zu überlegen, was man tut, Prioritäten zu setzen und Ziele zu formulieren.

Zu ihren Aufgaben gehört die Neuansiedlung, Betreuung und Bestandspflege von Unternehmen, die Betreuung der Gremien, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzierung- und Fördermittelberatung, Projektmanagement, Netzwerkarbeit, die Pflege des Internetauftritts der Stadt und die Ausarbeitung eines Standortentwicklungskonzeptes.

Für eine halbe Stelle ist das reichlich. „Es ist immerhin eine halbe Stelle mehr als bisher“, stellt Bürgermeister Klaus Blome fest und fügt hinzu: „Ich erwarte keine Wunder aber harte Arbeit.“

Die parteilose Wirtschaftsgeografin hat bislang mehr theoretisch als praktisch gearbeitet, unter anderem in der Ausbildung von Wirtschaftsgeografen an der Universität Frankfurt am Main. Als Nachteil sehe sie das aber nicht. „Die Ausbildung von Wirtschaftsgeografen ist sehr praxisorientiert und es hat mich gereizt, jetzt einmal selber das umzusetzen, was ich bisher vermittelt habe.“

Zunächst einmal muss sie sich einarbeiten. Ihre ersten Arbeitstage hat sie mit Gesprächen mit denen verbracht, die sich bislang mit Wirtschaftsförderung im Rathaus beschäftigt haben. Und sie hat viele Unterlagen gelesen. Im nächsten Schritt wird es weitere Gespräche mit den unterschiedlichen Akteuren in Bad Pyrmont geben. Bestandspflege gehe vor Neuansiedlungen und sie sehe sich als Moderatorin zwischen den einzelnen Akteuren, beschreibt sie ihre Rolle. „Ich will Anregungen aufnehmen, Ideen bündeln und dann sehen, was sich umsetzen lässt.“

Der Kampf gegen den Ladenleerstand in der Innenstadt und die Entwicklung des Einzelhandels stehen ganz oben auf der Prioritätenliste, die ihr neuer Dienstherr geschrieben hat. Als Ansprechpartnerin für die Unternehmen, als Beraterin in Sachen Fördermittel, auch und gerade wenn es um Unternehmensnachfolge gehe. „Die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten sind sehr komplex geworden und es notwendig, Betriebe an die Hand zu nehmen und sie durch das Antragsverfahren zu führen.“

Mehr und mehr spiele die Lebensqualität vor Ort eine Rolle. „Anders als in Großstädten bietet Bad Pyrmont bezahlbaren Wohnraum, einen überschaubaren Lebenraum, Sicherheit und auch Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten. In Zeiten des Fachkräftemangels wird so etwas künftig eine größere Rolle bei der Ansiedlungen von Unternehmen spielen. Und hier haben die kleineren, ländlich gelegenen Städte eine Chance, die man nutzen kann.“

Den Begriff „Kümmerer“, der auch in der Diskussion in Bad Pyrmont immer wieder gefallen ist, mag Bertram nicht, wie sie bekennt. „Das ist zwar ein eingeführter Begriff, aber er hat für mich etwas Passives. Für mich geht es mehr darum, zu sehen, wo wollen wir hin und wie erreichen wir das.“ Man darf gespannt sein, welche Ziele sie nun definiert und ob sie sie erreicht.

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