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In der Partnerschaft Herderschule mit South Horr ist eine Jugendakademie geplant

Eine Begegnung auf Augenhöhe

BAD PYRMONT. Für Karl-Heinz Recklebe ist Afrika immer ganz nah: Statt Klingelton kommt aus seinem Handy eine laut zirpende Vogelstimme aus dem fernen Kontinent. Und manchmal ist wirklich Afrika am Apparat, dann nämlich, wenn sich Rosaline Lekalantula, Rektorin der Nyiro Girls Secondary School in South Horr, oder Lawrence Lentilalu, Lehrer im Kollegium dieses Mädchen-Gymnasiums, bei dem Pyrmonter melden.

veröffentlicht am 13.02.2019 um 16:29 Uhr
aktualisiert am 13.02.2019 um 19:55 Uhr

Bis zu 60 Schüler werden in einer Klasse der Primary School im kenianischen South Horr unterrichtet. Foto: Recklebe
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Karin Heininger Reporterin
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Neuigkeiten gibt es immer in der langjährigen Schulpartnerschaft zwischen der UNESCO-Herderschule und den Primary- und Secondary-Schulen im kenianischen Distrikt Samburu. Das Neueste an dem von Bad Pyrmont gefördertem Projekt ist ein Lehrerhaus am einzigen Mädchengymnasium in der Region, mit dessen offizieller Eröffnung so lange gewartet wurde, bis Karl-Heinz Recklebe als Repräsentant der Partnerschaft auf deutscher Seite nach fünfjähriger Pause wieder nach Kenia geflogen ist (wir berichteten).

„Die Schule liegt acht Kilometer von South Horr entfernt, und die Lehrer kamen bisher jeden Tag zu Fuß dorthin. Jetzt können sie an der Schule, in der es bereits ein Schlafhaus für die 80 Mädchen gibt, übernachten“, erzählt Recklebe. Zwar sind die sechs Räume in dem für 20 000 Euro gebauten Lehrerhaus spartanisch eingerichtet, doch die ersten Erfolge durch intensivere Betreuung und mehr Präsenz der Pädagogen zeigten sich bereits: Hatten die Schülerinnen beim Zentralabitur 2017 noch ziemlich schlecht abgeschnitten, so lagen die Absolventinnen 2018 auf dem zweiten Platz in der Region, berichtet Recklebe.

Überhaupt konnte er sich bei seinem zweiwöchigen Aufenthalt in South Horr davon überzeugen, dass die seit 30 Jahren bestehende Förderung der afrikanischen Schulpartner sichtbare Früchte trägt. Junge Leute studieren nach dem Secondary-Abschluss, gehen in die Kommunalverwaltung, werden Lehrer oder Erzieher. Und manche machen erstaunliche Karrieren, wie der Pyrmonter erlebt hat: „Die Schulleiterin Rosaline Lekalantula war früher Haushälterin bei Pater Pedenzini von der katholischen Missions-Station und hat dann studiert.“ Der Pater gehörte übrigens zu den Menschen, die sich noch gut an die Besuche von Karl-Heinz Recklebe und seiner inzwischen verstorbenen Frau Sigrid, der Initiatorin der Partnerschaft, erinnern konnten und ihn herzlich begrüßten.

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Objekte für die „South Horr-Wand“ im Rathaus: Ein gerahmtes Zertifikat und eine „Rungu“, Zeichen der Autorität für jeden afrikanischen Bürgermeister, brachte Karl-Heinz Recklebe (re) Klaus Blome mit, zur Freude von Schulrektor Heinz-Jürgen Rickert (li). Foto: Hei

Doch auch wenn der Pyrmonter wieder umfangreiches Lernmaterial für die Schulen im Gepäck hatte und wenn sicher auch in Zukunft Projekte gefördert werden – die Partnerschaft hat sich gewandelt: „Wir sehen uns nicht mehr als reine Sponsoren für Hilfesuchende, sondern wir wollen uns auf Augenhöhe begegnen“, betont Recklebe und ist sich darin einig mit dem Rektor der Herderschule, Heinz-Jürgen Rickert.

So wird, neben gegenseitigen Besuchen, 2020 eine einwöchige deutsch-afrikanische Jugend-Akademie in Kenia stattfinden, zu der eine Gruppe aus Bad Pyrmont reisen wird. „Das soll für alle Schüler sein, wir wollen keine Eliteförderung“, betont Rickert. Finanziert wird das Projekt durch ein Entwicklungspolitisches Schüler-Austauschprogramm (ENSA) und einen Sponsorenlauf, der als „Run for help“ viele Jahre stattfand und am 2. Juli wieder aufgenommen wird.



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