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Jenseits der Konventionen: Premiumkonzert der arche-kammermusik kommt gut an

Ein würdiger Auftakt

BAD PYRMONT. Mit dem 31. Premiumkonzert hat die arche-kammermusik am Sonntagnachmittag ihre aktuelle Veranstaltungsreihe eröfffnet – und konnte damit sogleich einen ersten Höhepunkt verbuchen. Denn in zweierlei Hinsicht hatten die Planer voll ins Schwarze getroffen.

veröffentlicht am 26.02.2018 um 12:06 Uhr
aktualisiert am 26.02.2018 um 12:50 Uhr

Ein Ohrenschmaus: Cosima Bodien (Violine) und Nadezhda Geordzheva (Klavier). Foto: ar
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Da war zum einen das hervorragende Programm mit der Sonate G-Dur KV 379 als Aufgalopp und einer sukzessiven Steigerung bis ins höchst Anspruchsvolle, und da waren zum anderen zwei ganz besondere Solistinnen, denen man die sensibel einfühlsame und doch kraftvolle und intensive Interpretation verdankte.

Zudem wirkte die in Bad Pyrmont zur Schule gegangene Violinistin Cosima Bodien als Magnet, denn viele Anwesende kannten sie noch aus der Schulzeit und ihren Anfängen als Schülerin der hiesigen Violinpädagogin Barbara Rau. Ihre Entwicklung scheint tatsächlich auf dem Weg in die Spitzengruppe europäischer Violinistinnen zu führen, denn ihr Vortrag war eindrucksvoll technisch absolut hochklassig und emotional außerordentlich differenziert.

An ihrer Seite hatte sie die bulgarische Pianistin Nadezhda Geordzheva, renommiert und als Korrepetitorin an der Staatsoper Plovdiv mit allen pianistischen Wassern gewaschen. Nach dem anfänglichen Mozart ging das Duo zu Igor Strawinsky und dessen „Suite italienne“ über, die er nach Themen des Barockkomponisten Giovanni Battista Pergolesi geschrieben hatte. Von dem Strawinsky als einem der bedeutendsten Vertreter der Neuen Musik war da recht wenig zu hören, wie auch schon Arndt Jubal Mehring in seiner Anmoderation angekündigt hatte, doch im 3. Satz „Tarantella“ blitzte er plötzlich auf. Da war er, und auch im 4. und 5. Satz, „Gavotta con due variazioni“ und „Scherzino“, gab es Arabesken, die ihn wieder deutlich hören ließen. Ansonsten entsprach die Suite ihrem Namen: „Italienne“. Das „Poème op. 25“ von Ernest Chausson kam sehr poetisch und majestätisch daher, hatte große Intensität und verlangte von der linken Hand der Violinistin große Kompetenz.

Es war der richtige Übergang zu der selten gespielten „Sonate für Violine und Klavier FP 119“ von Francis Poulenc. Dieses in den Jahren 1942/43 entstandene Stück hatte der Komponist dem spanischen Dichter Federico Garcia Lorca gewidmet, und es enthielt natürlich diverse spanische Melodieelemente. Der erste Satz „Allegro con fuoco“ war feurig wie seine Bezeichnung und bedurfte exzellenter Interpretation, der zweite Satz „Intermezzo“ reichte dagegen bis ins Meditative. Und der dritte, „Presto tragico“, brannte ein Feuerwerk dynamischer und rebellischer Tonfolgen ab, witzig und variantenreich.

Das Konzert zeigte, dass ein unkonventionelles Programm in Bad Pyrmont durchaus goutiert und mit viel Applaus belohnt wird. Damit lässt sich das Konzept der arche-kammermusik, innovativ zu wirken, sicherlich langfristig realisieren. Fehlt nur noch das von Titus Malms angesprochene jüngere Publikum.

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