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Die fünf Sänger von „Viva Voce“ singen hervorragend – aber an ihrem Anspruch vorbei

Ein weichgespültes Weihnachtskonzert

Bad Pyrmont. 15 Jahre besteht die A-cappella-Band „Viva Voce“ inzwischen, international renommiert, und mit Auftritten von Chile bis China weit herumgekommen. Nun führte es das Ensemble aus dem fränkischen Ansbach ins Konzerthaus, um – passend zur Jahreszeit – eine „heiße Weihnacht“ auf die Bühne zu bringen und mutig gegen Konsumterror und Geschenkewahn anzusingen.

veröffentlicht am 09.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:21 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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„Wir schenken uns nix“ hieß das vielversprechende Programm, und dass von friedlicher Adventszeit weit und breit nichts zu spüren sei. Doch, im Gegenteil: Die aus Mitgliedern des Windsbacher Kinderchores hervorgegangene Gruppe hatte eher sehr stil- und gehaltvoll Weihnachtliches im Gepäck und verzauberte das zu etwa einem Drittel gefüllte Konzerthaus mit ganz Traditionellem. Das war allerdings derart besinnlich, beschwingt und meisterlich arrangiert, dass die bissigen Untertöne weitgehend weichgespült wirkten und die angekündigte Intention darunter total verflachte.

Ja, sie sind Spitzenklasse. Ihre lupenreine, präzise Intonation und der perfekte Satzgesang sowie die reinen und ausdrucksstarken Stimmen der beiden Tenöre David Lugert und Bastian Hupfer, der Baritone Mateusz Phouthavong und Jörg Schwartzmann und des Basses Heiko Benjes ließen schon manchmal eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Die großartige Mehrstimmigkeit und dabei die stimmliche Imitation eines ganzen Drum-Sets durch Jörg Schwartzmann brachten großes Volumen und einen aufs Feinste abgestimmten Gesamtklang. Das war A-cappella-Gesang in Reinkultur. Aber die zum an die Bühne projizierten Weihnachtsstern vorgetragenen Lieder wie „Dieses Jahr bin ich der Weihnachtsmann“ und die Zwischenmoderation „Wir haben einen Adventskalender aus Makramee, wer kennt das noch? Und hattet Ihr auch diese hässliche Eule?“ blieben recht seicht. Überflüssig auch eine lange Geschichte über den doppelten Weihnachtsmann, behäbig im Sessel vorgelesen, denn die Zeit ging zulasten des Gesangs, und der war wirklich hervorragend.

Klassiker wie „Zu Betlehem geboren“, „Maria durch ein’ Dornwald ging“ oder „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ entpuppten sich als eindrucksvolle, mehrstimmig punktgenaue und außerordentlich sensible Interpretationen, bei denen es einige Zeit dauerte, bis die Zuhörer, aus ihrer Andacht gerissen, schließlich klatschten.

Bei modernen Weihnachtssongs wie „Last Christmas“, „Jingle Bells“ und „Maybe, it’s Christmas“ kam Schwung in den Saal, und das Publikum ging begeistert mit, besonders bei der Zugabe.

Nachdem rauschender Beifall die Sänger wieder auf die Bühne geholt hatte, gab es ein Medley, das eigentlich ein Höhepunkt im Programm war. „It’s a beautiful day“, „Feliz Navidad“, „All I want for Christmas“ und „So here it is, merry Christmas“ reihten sich fröhlich aneinander und sorgten für ausgelassene vorweihnachtliche Stimmung.

Ob bei Weihnachtsklassikern oder modernen Songs – am besten sind die fünf Herren von „Viva Voce“, wenn sie einfach singen. ar



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