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„Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ – eine Komödie mit Tiefgang

Ein Walzer für zwei Kampfhähne

Bad Pyrmont. Sie spricht von sich selbst als ,,verknöcherte alte Schachtel“, er nennt sich ,,eine Tunte mit schlechten Manieren“. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sind Lily Harrison und Michael Minetti zwei verletzliche, sensible Einzelgänger, die sich gegenseitig die Schutzschicht von der Seele kratzen und schließlich in einer Art Liebe zueinander finden.

veröffentlicht am 18.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 12:21 Uhr

Ein schräges Duo, das sich nichts schenkt: Die einsame Lady (Gab

Autor:

Karin Heininger
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,,Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“: Dieses Angebot einer Tanzschule zum Unterricht in den eigenen vier Wänden nutzt die immer noch attraktive Lily, um der Einsamkeit zu entfliehen. Der Tanzpartner, der ihr da ins Haus schneit, ist scheinbar ein schlecht erzogener Schnösel. Die gemeinsamen Abende werden zu einem persönlichen Kräftemessen voller gegenseitiger Kränkungen. Doch Schritt für Schritt kommen die Streithähne sich bei Tango, Swing und Wiener Walzer näher. Die Schöne und der Schwule werden schließlich sogar echte Freunde. Dennoch gibt es kein heiteres Ende, denn Lily ist todkrank.

Richard Alfieri hat über das ungleiche Paar eine Komödie geschrieben, die hinter allen Frotzeleien und dem Schlagabtausch sarkastischer Pointen auch viel Tiefgang hat. Und die Darsteller des Landestheaters Detmold, Gaby Blum und Manfred Ohnoutka (beide übrigens als Schauspieler der Pyrmonter Theater Companie hier bestens bekannt), sind großartig in ihrer Entwicklung vom oberflächlichen Geplänkel bis zum bitteren Eingeständnis ihrer seelischen Verletzungen. In der Regie von Andreas Kloos gewinnen die beiden Bühnenfiguren realistische Nähe und Wahrhaftigkeit. Die aparte Gaby Blum bezaubert mit Sensibilität und Charme, Manfred Ohnoutka überzeugt mit Gefühl hinter der großen Klappe.

Doch ebenso wichtig ist auch, dass sie ein sehr ansehnliches Tanzpaar sind. Ohnoutka selbst ist für die Choreografie verantwortlich, er würzt die Grundschritte der Gesellschaftstänze mit Show-Elementen. Ein elegantes Paar, das typmäßig an Ginger Rogers und Fred Astaire erinnert,

Das Bühnenbild von Sonja Zander ist etwas schrill geraten, ihre Kostüme für Gaby Blum haben Haute Couture-Niveau- Es gab viel Beifall für die überzeugende Darstellung des Paares Blum/Ohnoutka.



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