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Orkantief „Niklas“ wirft 4000 Festmeter in den Pyrmonter Wäldern um / Schaden im Kurpark wohl fünfstellig

Ein Viertel des Jahresumsatzes am Boden

Bad Pyrmont. Auch wenn der Leiter der Pyrmonter Stadtforstbetriebe Uwe Schenkemeyer und sein Team noch Wochen brauchen werden, um eine genaue Bilanz der Schäden aufzustellen, die das Orkantief „Niklas“ vergangene Woche verursacht hat, so steht doch fest, dass der Schaden immens ist. „Ich gehe davon aus, das 4000 Festmeter mit einem Verkaufswert von einer viertel Million Euro am Boden liegen“, sagte Schenkemeyer gestern auf Anfrage dieser Zeitung und fügte hinzu: „Das entspricht einem Viertel unseres Jahresumsatzes.“

veröffentlicht am 09.04.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:41 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich KilIan
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Vor allem das Mosterholz bei Sabbenhausen und das Hagener Revier hat es laut Schenkemeyer getroffen, der Rest verteile sich zwischen Holzhausen und Thal. Das seien keine großen Flächen, sondern eher einzelne Stellen mit Windbruch. Zu 90 Prozent sind Fichten am Boden, deren Verkauf nun zu außerplanmäßigen Einnahmen führt, wenn auch nicht in der ursprünglich angedachten Höhe. „Bei Windbruch müssen wir immer einen Preisnachlass einkalkulieren“, erläutert der Forstamtschef. „Zum Glück sind die Preise für Fichtenholz gut und auch nach dem Orkan stabil geblieben, sodass sich der Verlust in Grenzen halten dürfte. Wir haben zusätzlichen Ertrag aber keinen großen Aufwand.“ Und ohnehin sei es geplant gewesen, die Fichtenbestände zu verjüngen.

Die Bestandsaufnahme der Schäden verzögert sich laut Schenkemeyer, weil seine Mitarbeiter zurzeit mit einer größeren Neupflanzung beschäftigt seien. Auf einer Fläche am Büsseberg bei Thal werden 12 000 junge Bäume gesetzt.

Über Neupflanzung kann sich auch Michael Mäkler Gedanken machen, der für die Pflege des Pyrmonter Kurparks verantwortlich ist. Auf einem gut 50 Meter breiten Korridor ist der Sturm quer durch die denkmalgeschützte Anlage gezogen – vom Minigolfplatz im Nordwesten bis zum Konzerthaus im Südosten und hat dabei an einzelnen Stellen Schäden angerichtet. Es seien die stärksten Auswirkungen eines Unwetters auf den Kurpark seit gut 20 Jahren, meint Mäkler. „Niklas hat 22 oder vielleicht sogar 25 Bäume auf dem Gewissen“, berichtet er. Genau werde man das erst wissen, wenn ein Sachverständiger kommende Woche einige der angeschlagenen Exemplare in Augenschein genommen habe. „Die Bäume stehen, aber sie haben ihren Windschutz verloren, weil andere Bäume umgestürzt sind und sie nun Winddruck aus einer ungewohnten Richtung bekommen. Möglicherweise müssen wir sie aus Verkehrssicherungsgründen noch fällen lassen.“ Außerdem werden Baumkletterer in nächster Zeit eine Reihe von Baumkronen kontrollieren und gegebenenfalls loses Astwerk entfernen.

Wie hoch der Schaden in Euro ausfällt, das vermag Mäkler noch nicht genau zu sagen. „Auf jeden Fall aber im fünfstelligen Bereich“, schätzt der Gärtnermeister. Der Verkauf der umgestürzten Bäume wird auch nicht allzu viel Geld in die Kasse des Staatsbades bringen. „Unsere Bäume eignen sich wegen der vielen Äste meistens nur für die Spanplattenindustrie oder als Brennholz“, berichtet er.

Aber es geht ja nicht nur um Geld, sondern vor allem auch um den ideellen Verlust für den denkmalgeschützten Kurpark. „Ein 300 Jahre alter Baum lässt sich nicht ersetzen“, sagt Mäkler. Zum Beispiel sei es besonders schade um eine gut 100 Jahre alte und etwa 30 Meter hohe Fichte am Malerblick, die „Niklas“ gefällt habe. „Nadelbäume haben hier von jeher eine prägende Aufgabe, weil sie einen immergrünen Rahmen für diesen Landschaftsblick bilden. Wir versuchen natürlich, diesen Zustand denkmalgerecht zu erhalten.“

Nach Auffassung des Parkpflegeleiters hätte es aber noch schlimmer kommen können. „Wären die Bäume bereits belaubt gewesen, wäre der Winddruck höher gewesen. So aber haben sie weniger Angriffsfläche geboten.“

„Niklas“ hat nicht in der Fläche, sondern an einzelnen Stellen zugeschlagen. Kreuz und quer liegen entwurzelte oder gebrochene Fichten im Wald unterhalb von Hagen am Boden.uk



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