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Beim Frauenfrühstück ging es um Veränderungen

Ein Umbruch, ein Start, ein Ziel

Bad Pyrmont. Der erste Umbruch liegt ja eigentlich bei der Geburt. Der Säugling lernt, sich zu artikulieren und Bedürfnisse zu äußern oder Aufmerksamkeit zu bekommen. Danach steht das Kind auf wackeligen Beinen, bis es Stabilität erreicht. Junge Erwachsene beginnen eine Ausbildung, gehen studieren und sammeln Lebenserfahrungen. Diese Umbrüche haben ein Ziel, man möchte irgendwo hin und erreichen, was man sich vorgenommen hat. Es gibt aber auch unfreiwillige Umbrüche wie Tod, Trennungen oder die Verabschiedung vom Eigenheim.

veröffentlicht am 30.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 09:41 Uhr

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Vor diesen Beispielen machte Annegret Radeke aus Lehrte beim 51. ökumenischen Frauenfrühstück in den Räumen der Dikonie Himmelsthür die drei Phasen des Umbruchs deutlich, um die es an diesem Vormittag thematisch ging. „Zunächst der Abschied, die instabile Phase und als dritte Phase die Stabilisierungsphase bewegen dabei unsere Seele.“ Umbruch bedeute dabei immer etwas, das „zu Bruch geht“, was durchaus nicht immer freiwillig sei und man sich leicht als Opfer fühle.

Da plötzlich alles anders sei, seien Loslassen und Akzeptanz wichtige Phasen in der Verarbeitung und um letztlich zu wissen, wo man selber stehe, so die Referentin. Dazu gab die Lebensberaterin und Seelsorgerin mit dem Gepäck im Rucksack ein bildhaftes Beispiel. „Den Rucksack ablegen und die Vergangenheit, die auf dem Rücken liegt, hinter sich lassen. Dabei auch Bitterkeit verschwinden lassen und Probleme aus der Vergangenheit zu bewältigen, sollen zum Lösen alter Fesseln beitragen.“ Jedoch gestalte sich der Weg vom Opfer zu einer aktiven Person häufig schwierig. Nach der Erkenntnis des Umbruchs führe

der Weg zur depressiven Annahme. „Wir fangen an, mit uns zu verhandeln, was uns günstigsterweise zu einer Annahme der Situation führt“, so Radeke. Dieser Anpassungsprozess verlaufe dabei nicht geradlinig, sondern sei mit vielen Schlenkern verbunden. Daher brauche man Zeit.

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  • Gute Stimmung und gute Gespräche gab es beim 51. ökumenischen Frauenfrühstück. pr (2)

„Ein Umbruch, ein Start in die neue Lebensphase, ist dabei geeignet, zurückzuschauen, und eine gute Gelegenheit Lasten abzulegen“, erläuterte die Referentin. Sie nahm als Vergleich eine Raupe: „Genau in dem Moment, als die Raupe dachte die Welt ginge unter, wurde sie zum Schmetterling.“ Zum Ende machte sie den Frauen mit den Worten Mut: „Da, wo ich Mut habe, und nicht in der Vergangenheit verharre, da kann ich auch neue Wege finden.“

„Jeder konnte sich im Vortrag mit den vielen Beispielen wiederfinden“, waren sich Karin Michaelis aus Grave und Frau Knüppel aus Bad Pyrmont einig. Die Frage „Werde ich gelebt?“ und die Feststellung „dass die Seele eben zu Fuß geht“, beschäftigen Julia Niemann und Ute Schrader aus Bad Pyrmont, die sich von der Referentin begeistert zeigten.

Mit dem Lied „Vertraut den neuen Wegen“, begleitet am Akkordeon von Olga Gense und an der Gitarre von Martina Moniak, endete das Frauenfrühstück, das von der Renate Werner aus Bad Pyrmont eröffnet worden war.red

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