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Warum im Alter das Risiko steigt

Ein Sturz – und die Folgen

BAD PYRMONT. Lieber tot als immobil im Rollstuhl oder Bett wären nach einer Befragung 80 Prozent der älteren und ältesten Patienten. Immobilität ist für sie ein Grauen. Oft wird diese Immobilität durch einen Sturz herbeigeführt. Der erste Bad Pyrmonter Sturztag, den der Seniorenbeirat mit Annegret Webel an der Spitze, Frank Blömker, Chefarzt Unfallchirurgie im Bathildiskrankenhaus, und Dr. Tilman Kiene, Chefarzt der m&i-Fachklinik, initiiert hatten, verlangt daher förmlich nach einer Fortsetzung.

veröffentlicht am 27.06.2016 um 17:27 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Alles drehte sich in der Wandelhalle um das Risiko eines Sturzes im Alter mit teilweise schwerwiegenden Auswirkungen auf die Lebensqualität der Senioren. Stürze und Sturzprophylaxe sind die großen Bereiche, um die sich speziell das Alterstraumazentrum Hameln-Pyrmont mit seinen Fachabteilungen im Bathildiskrankenhaus und in der Fachabteilung Geriatrie der m&i-Fachklinik kümmert. Ein Sturz ist immer mit einem Trauma belegt, sodass eine übergreifende und multiprofessionelle Versorgung für die chirurgischen und geriatrischen Aspekte die bestmögliche Hilfe sind. Den Unterschied zwischen chirurgischen und geriatrischen Versorgungsmöglichkeiten legten Dr. Tilman Kiene und Frank Blömker als Repräsentanten des zertifizierten Alterstraumazentrums Hameln-Pyrmont dar. Denn die chirurgische Versorgung von akuten Sturzfolgen ist die eine Seite der Medaille, bei der noch weitere Aspekte im Blick liegen müssen. Denn ungefähr 30 Prozent der Patienten mit einem hüftgelenksnahen Bruch versterben innerhalb des ersten Unfalljahres, 35 Prozent erleiden innerhalb von drei Monaten nach einem Unfall Folgestürze und 20 Prozent der alterstraumatisierten Patienten sind minder- oder mangelernährt. Gedächtnis- und Rechenleistungen, Gleichgewichtsprobleme sowie Hör- und Sehstörungen und eben Stürze können die Folge sein. Da führt die geriatrische und ganzheitliche Versorgung letztlich dazu, dass Sturzursachen geklärt, kognitive und motorische Fähigkeiten überprüft und interdisziplinär ein flexibler und individueller Behandlungsplan aufgestellt wird. Peter Middel, Chef der m&i-Fachklinik, unterstützte diese Intentionen mit sehr persönlichen und eindringlichen Argumenten aus seinem privaten Umfeld, was bei den Zuhörern in Form und Inhalt außerordentlich gut ankam.

„Die große Mehrheit der Bevölkerung kennt die geriatrische Rehabilitation gar nicht“, wusste Middel zu berichten. „Sie ist zwar teuer und Kassen lehnen sie gerne ab. Doch Patienten haben einen Anspruch darauf und es ist langfristig viel kostengünstiger und für die Patienten besser, wenn man sich an den Grundsatz hält ‚Reha vor Pflege‘.“ Bürgermeister Klaus Blome referierte über die Versorgungssicherheit älterer Menschen in Bad Pyrmont, die sich in dem von einem hohen Altersdurchschnitt geprägten Ort doch als recht positiv darstellt.

Sozial- und Gesundheitsministerin Cornela Rundt richtete den Blick auf die Situation von Senioren in Niedersachsen. Insgesamt konnte der Sturztag außerordentlich viele Anregungen und Tipps vermitteln, doch bleiben noch genügend Themen für ein neues Event übrig.

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  • Dicht umlagert: Der Infostand des Seniorenbeirates.

Das ist auch das Ziel der Initiatoren, von denen Frank Blömker zum Abschluss fast euphorisch feststellte: „Ich bin begeistert!“, Annegret Webel „total überwältigt“ war, und Dr. Tilman Kiene meinte: „Sie sehen mich glücklich.“



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