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Phoenix darf ein Parkhaus bauen, braucht es vorerst aber nur perspektivisch

Ein Sieg für die Ökonomie

BAD PYRMONT. Wie erwartet hat der Rat der Stadt Bad Pyrmont einstimmig ohne auch nur eine Stimmenthaltung der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes als Grundlage für den Bau eines Parkhauses durch die Firma Phoenix zugestimmt. Vertreter aller Fraktionen unterstrichen die Bedeutung des Unternehmens für die Stadt. Dem Beschluss war eine langjährige Diskussion vorausgegangen, da von dem Bau Eingriffe in Natur-, Landschafts- und Heilquellen- und Überschwemmungsschutz verbunden sind. „Ich Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie hat die Ökonomie gesiegt, das kann man nicht schön reden“, kommentierte Grünen-Fraktionschef Klaus Muchow, fügte aber hinzu, dass die Grünen damit keine Probleme hätten.

veröffentlicht am 03.06.2016 um 11:38 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Damit geht ein dreijähriges Planungsverfahren zu Ende. Mit dem Bau des Parkhauses sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um neue Parkplätze für gut 600 Mitarbeiter zu schaffen, die ihren Arbeitsplätze in dem neuen „Solution Center“ haben werden, das Phoenix zurzeit für 30 Millionen Euro am Standort errichten lässt und das Ende 2017 in Betrieb genommen werden soll. Es soll auch Platz schaffen für einen Teil der gegenwärtig 1500 am Standort tätigen Mitarbeiter. Eine konkrete Planung für das Parkhaus gibt es bislang noch nicht. „Das Haus benötigen wir perspektivisch“, erläuterte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Das hänge auch von der Anzahl der neuen Stellen ab. Die Zahl 500, wie sie jetzt im Rat genannt wurde, konnte sie nicht bestätigen.

2013 war das Vorhaben erstmals dem Ortsrat Löwensen (Das Planungsgebiet liegt in der Gemarkung des Ortsteils) vorgestellt worden. Die Behörden mussten sich im weiteren Verfahren mit einer Reihe von Widersprüchen, Bedenken und Anregungen aus Löwensen befassen, bei denen es ausschließlich um die Eingriffe in die verschiedenen Schutzbelange ging, besonders den Hochwasserschutz. „Es war ein langer Weg, der von Anfang an von Politik, Stadt und Landkreis positiv begleitet wurde“, stellte Löwensens Ortsbürgermeisterin Sieglinde Patzig-Bunzel (SPD) fest. „Wir haben 0,84 Hektar aus dem Naturschutz entlassen, bekommen aber 1,34 Hektar durch Ausgleichsmaßnahmen dazu“, stellte sie fest. Diese Ausgleichsmaßnahmen, für die das Unternehmen verantwortlich ist, sind mit der Stadt vertraglich vereinbart worden. Patzig-Bunzel vertrat wie auch alle anderen Redner die Auffassung, dass die Erweiterung des Standortes gut für die Stadt und die Region sei.

Udo Nacke (CDU) sprach von einem intensiven Prozess der Abwägung und einer sehr guten und flächensparenden Lösung und davon, dass es für das Unternehmen die einzige Option gewesen sei. „Der Eingriff in das Überschwemmungsgebiet ist nicht so gravierend, da das gesamte Gebäude aufgeständern wird“, so Nacke. Er erinnerte daran, dass zu den Ausgleichsmaßnahmen auch ein neues Biotop vor Ort in der Löwenser Gemarkung gehöre. „Mit diesem Beschluss sichern wir den Standort des Unternehmens.“

„Wir hoffen, dass wir zukünftig keine Naturschutzflächen mehr für Parkhäuser opfern müssen“, betonte Klaus Muchow (Grüne) und wünschte sich, dass das Busangebot künftig so gut sei, dass Mitarbeiter nicht mehr unbedingt auf das eigene Auto angewiesen seien. Bürgermeister Klaus Blome (parteilos) bat er, Anreize zu schaffen, dass aus den Phoenix-Mitarbeitern auch Pyrmonter werden, etwas mit der Bereitstellung günstiger Baugrundstücke.

Adelheid Ebbinghaus (Bürgersinn) begrüßte die Entscheidung und versicherte, „dass die vierfach geschützte Fläche uns alle bewegt hat“. Lars Diedrichs (fraktionslos) nannte die Entscheidung ein wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort und wünschte sich, dass die Stadt auch mit anderen Betrieben so positiv umgehen möge wie mit Phoenix, was leider nicht immer erkennbar sei.



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