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Der Rat der Stadt muss Schutzzonen für das angestrebte Weltkulturerbe ausweisen

Ein sensibles Thema

Bad Pyrmont. Die Anerkennung Bad Pyrmonts als Weltkulturerbestätte ist nicht nur mit Rechten und Ruhm verbunden, sondern auch mit Pflichten. Die Stadt muss sich um die Bewahrung ihres historischen Erbes bemühen und nicht nur eine „Kernzone des Welterbes“ festlegen, sondern auch eine damit verbundene Pufferzone, die zwischen der geschützten Welterbestätte und dem weiteren städtischen Umfeld vermittelt und es auf diese Weise schützt.

veröffentlicht am 18.03.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Die Stadtverwaltung hat jetzt in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege einen Vorschlag dafür gemacht, welche Bereiche die beiden Zonen umfassen sollen. In der Kernzone liegen der Kurpark, die Hauptallee, die Brunnenstraße, die Klosterallee und die gesamte Bombergallee. Die Pufferzone schließt sich an und schützt unter anderem die drei Sichtachsen.

Doch aus der Politik gibt es erste Bedenken. „Wir sollten den Vorschlag der Denkmalschützer nicht so ohne weiteres durchwinken“, verlangte der Vorsitzende des Kulturausschusses, Wilfried Seibel (Bürgersinn), jetzt bei der Vorstellung der Pläne. „Das ist ein höchst sensibles Thema, denn damit greifen wir auch in Eigentumsrechte ein“, gab er zu bedenken. Schließlich habe man kein Interesse daran, Veränderungen in der Brunnenstraße zu verhindern. Und überhaupt: „Was heißt Unterschutzstellung für das Weltkulturerbe? Das muss schnell geklärt werden.“

Laut Baudezernat bedürfen Baumaßnahmen in der Kernzone der Zustimmung des Landesamtes für Denkmalpflege. Was auf die Pufferzone zutreffe, müsse noch geklärt werden. Ein Abstimmungsbedarf könne sich voraussichtlich auch bei der Bauleitplanung ergeben, zumindest werde die Abstimmung mit der Landesdenkmalpflege empfohlen. „Das gilt auch für Planungen, die ab jetzt bis zur Aufnahme durchgeführt werden, wenn man nicht eine Aufnahmegefährdung herbeiführen will“, heißt es dazu wörtlich in einer Mitteilungsvorlage.

Städte mit Weltkulturerbestätten wie Potsdam oder Regensburg haben per Verwaltungsvereinbarung Abstimmungsverfahren und Planungsvorhaben geregelt. In Berlin müssen bauliche oder strukturelle Änderungen innerhalb der Pufferzone sogar dem Welterbekomitee mitgeteilt werden.

„Wir müssen hinterfragen, was in die Zonen hineinpasst“, machte Museumsleiter Dr. Dieter Alfter deutlich, für den auf jeden Fall das System der Alleen dazuzählt, denn es gehöre zur Grundstruktur Bad Pyrmonts und sei einzigartig. Brigitte Schrank (SPD) warnte davor, sich bei der Festlegung der Schutzzonen zu sehr an der Bäderarchitektur zu orientieren, denn die sei für das Weltkulturerbe nicht ausschlaggebend. Aber ihrer Meinung nach verdienen auch Bad Pyrmonts Heilquellen diese Auszeichnung. „Quellen haben andere Kurorte auch, aber unsere sind etwas ganz Besonderes, und auch die Dunsthöhle gehört dazu.“ Sie fasse den jetzt vorliegenden Vorschlag zur Pufferzone als ersten Denkanstoß auf. „Wir müssen mehr über Vor- und Nachteile Bescheid wissen, um sachgerecht entscheiden zu können“, so Schrank. Wir werden das mit der Denkmalpflege besprechen und können noch jederzeit darüber diskutieren, bis der Rat entscheidet“, sagte Dezernent Eberhard Weber zu.



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