weather-image
23°

Wie das Museum im Schloss in den Besitz von über 900 Arbeiten von Hugo Stuhl gekommen ist

Ein produktives Maler-Leben

Bad Pyrmont. Als eine „große Ehre“ und eine gute Möglichkeit, das gesammelte Werk eines heimischen Künstlers zu bewahren und gezielt zu veröffentlichen, sieht Museumsleiter Dr. Dieter Alfter eine Schenkung, die dem Museum im Schloss zuteil wurde: Die Erben von Hugo Stuhl (1905-1984) haben dem Museum jetzt den gesamten bildnerischen Nachlass des Malers und Kunstpädagogen gestiftet.

veröffentlicht am 05.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 10:41 Uhr

270_008_7659363_pn103_0501_Hugo_Stuhl_1959.jpg

Autor:

Karin Heininger
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Der Nachlass umfasst insgesamt 972 Arbeiten. Die hat Hugo Stuhl allerdings nicht nur in seiner Wahlheimat Bad Pyrmont und dem Weserbergland gemalt, sondern auch auf vielen Reisen in den Alpen, in Spanien und Italien“, weiß Dr. Alfter.

Was den Marktwert des Malers betrifft, gibt sich der Museumschef allerdings keinen großen Illusionen hin. „Man muss deutlich sagen, dass Hugo Stuhl außerhalb des Weserberglandes keinen eigentlichen Markt besitzt und dass deshalb die Sammlung des Pyrmonter Künstlers hier ganz gewiss am richtigen Platz ist“, kommentiert Alfter die Sachspende, deren „Annahme und Verwendung“ kürzlich auch der Rat der Stadt ganz offiziell zugestimmt hat.

Die Erbin des kinderlosen Ehepaares Hugo und Friedel Stuhl war eine in der Nähe von Potsdam lebende Nichte, Jutta Krüger. Sie meldete sich 2013 erstmals bei Dr. Alfter – wohl auch deshalb, weil der Maler nicht nur mehr als 40 Jahre in Bad Pyrmont gelebt und als Kunsterzieher am Humboldt-Gymnasium gearbeitet hatte. Sondern auch, weil das Museum im Schloss ihm 1994 – zehn Jahre nach seinem Tod in der Kurstadt – eine eigene Ausstellung gewidmet hatte. Im Laufe der Monate wurde dann aus der Idee, Stuhls künstlerischen Nachlass in Bad Pyrmont zu bewahren, ein konkretes Vorhaben. Schließlich war es Jutta Krügers Tochter Katja Schleißing, die als Geberin der Sachspende verantwortlich zeichnete.

Die Sammlung, die jetzt in den Fundus des Museums aufgenommen wurde, umfasst 400 Aquarelle, 253 Filzstiftzeichnungen, 260 Arbeiten in Mischtechnik, 15 Gemälde ohne Rahmen, dazu gerahmte 32 Gemälde, zehn Aquarelle und zwei Filzstiftzeichnungen.

Um ungeachtet der künstlerischen Qualität den Sachwert der Sammlung festzulegen, verließ sich Dr. Alfter nicht nur auf seine eigene kunstwissenschaftliche Erfahrung, sondern zog den fachlichen Rat von Rosemarie Jobke hinzu. Sie führte in der Kurstadt jahrelang die Galerie Prütz und taxierte die Bilder nach dem vermuteten örtlichen Marktwert. Nach diesen Kriterien wurde der Marktwert des gesamten Nachlasses letztlich auf 106 280 Euro festgelegt. Das sage jedoch nichts aus über den künstlerischen Wert des Nachlasses aus, der für das Museum bedeutend und auch für die Chronik des Gymnasiums ein wichtiger Zeuge sei, betont Alfter.

Schließlich war Hugo Stuhl viele Jahre am Humboldt-Gymnasium tätig und sagte darüber: „Ich möchte in möglichst vielen Schülern den Sinn für das Schöne wecken und ihnen zeigen, wie reich die Welt an Formen und Farben ist.“

Das ist dem Kunsterzieher ganz offensichtlich gelungen. So beruft sich die in der Lüneburger Heide lebende Marlies Mach (geb. Frommknecht) bis heute auf den Einfluss Stuhls, wenn sie über ihren Weg zur Malerei spricht. „Kneif die Augen zusammen und male, was Du dann siehst“, habe der Lehrer ihr als Kind in der Schule geraten, erklärte der Laudator bei einer Ausstellungseröffnung der 71-Jährigen am Niederrhein, die sich noch heute in der Tradition ihres Lehrers sieht. Auch ihre Bildthemen speisen sich aus der Natur. Wie Stuhl, will sie diese jedoch nicht kopieren, sondern interpretieren.

Ein anderer Stuhl-Schüler ist Georg Hoppenstedt. Der Göttinger Künstler, der Malerei in Berlin studierte, hat in diesen Tagen bei Alfter Einblick gewonnen in das umfangreiche Werk seine ehemaligen Lehrers. Der Wahl-Göttinger Hoppenstedt, der in seinen Arbeiten eine deutlich abstraktere Richtung eingeschlagen hat, habe sich besonders beeindruckt von der Qualität der Aquarelle gezeigt, berichtet Alfter.

So könnte es in der Retrospektive vielleicht auch anderen früheren Schülern gehen, wenn Teile des Nachlasses irgendwann wieder einmal ausgestellt werden.

Dr. Dieter Alfter beim sichtet die luftig-leichte Impression eines Weges am Ortsrand. Dieses Aquarell ist eine von fast 900 Arbeiten aus dem bildnerischen Vermächtnis von Hugo Stuhl, das die Erben dem Pyrmonter Museum im Schloss gestiftet haben. Hei



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?